Am 4. März 2021 präsentierte Citizen die „Citizen Mechanical Cal. 0200“ mit einem neu entwickelten Automatikwerk. Das Kaliber 0200 repräsentiert eine neue Generation von Automatikwerken und unterscheidet sich grundlegend von der bisherigen 90er-Serie. Mit diesem neuesten Automatikwerk kehrt Citizen in die Welt der mechanischen Uhren zurück!
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Text von Masayuki Hirota (Chronos Japan Edition)
Das lang erwartete mechanische Luxusuhrwerk Kal. 0200
Citizen arbeitet seit vielen Jahren an der Wiederbelebung mechanischer Uhren. Die in High-End-Modellen verwendeten Automatikwerke der 90er-Serie zeichnen sich zwar durch einen hohen Aufzugswirkungsgrad aus, weisen aber eine Schwäche auf: Ihr Durchmesser von nur 25.6 mm führt zu einer Gangreserve von lediglich etwa 42 Stunden. Daraufhin entwickelte das Unternehmen ein völlig neues Automatikwerk und stellte schließlich mit dem Kaliber 0200 ein erstklassiges Automatikwerk vor.

Dies ist ein Standardmodell mit dem Kaliber 0200. Es verfügt über ein Edelstahlgehäuse und ein Edelstahlarmband. Automatikwerk (Kal. 0200). 26 Steine. 28.800 Halbschwingungen pro Stunde. Gangreserve von ca. 60 Stunden. Edelstahl (Durchmesser 40.0 mm, Dicke 10.9 mm). Wasserdicht bis 5 bar. Voraussichtlicher Preis: 550.000 Yen (zzgl. MwSt.). Geplante Markteinführung: August 2021.
Die Entwicklung dieses Uhrwerks erfolgte in Zusammenarbeit mit La Joux-Perret, einem Schweizer Unternehmen der Citizen-Gruppe. Konkret übernahm Citizen die Konstruktion und Fertigung der Haupträder und der Unruh, während La Joux-Perret die Herstellung der Platine und der Brücken verantwortete. Das ungewöhnliche Erscheinungsbild einer in Japan gefertigten Uhr zeugt deutlich vom schweizerischen Einfluss. Die wichtigsten Merkmale des Kalibers 0200 sind:
Merkmale des Kalibers 0200
·Einseitig aufziehendes Automatikwerk mit kleiner Sekunde bei 6 Uhr
·Die Unruh ist frei schwingend und verfügt über keine Regulierung.
·Die Genauigkeit wurde 17 Tage lang in 6 Positionen und bei 3 Temperaturen getestet. Die statische Genauigkeit beträgt -3 bis +5 Sekunden pro Tag.
·Die Gangreserve beträgt ungefähr 60 Stunden.
·LIGA-geformte Hemmung (wahrscheinlich Nickel-Phosphor)
·Vielseitige Größe mit einem Durchmesser von 30 mm oder weniger

Ein klassisches Design ohne Risiko
Mit seinem großen Durchmesser (wenn auch nicht so groß wie bei Audemars Piguet oder Seiko) und Federhaus entspricht das Kaliber 0200 dem aktuellen Trend zu großen Automatikwerken. Der größere Durchmesser ermöglicht zudem eine längere Gangreserve und eine größere Unruh, genau wie bei den neuesten Automatikwerken.
Die solide Konstruktion entspricht jedoch voll und ganz dem Stil von Citizen. Da es sich beim Kaliber 0200 um das erste neu entwickelte mechanische Uhrwerk des Unternehmens seit Langem handelt, setzt das Werk ausschließlich auf bewährte Konstruktionen. Merkmale wie der kleine Sekundenzeiger anstelle einer zentralen Sekunde, der bewusste Verzicht auf eine Datumsanzeige und der einseitig aufziehende Automatikaufzug erinnern eher an Automatikwerke der 1950er-Jahre als an die der 2020er-Jahre. Gleiches gilt für die für ein modernes Automatikwerk ungewöhnliche Dicke von 5 mm. Letztendlich dürfte dieses Uhrwerk jedoch äußerst vielseitig sein. Die kleine Öffnung deutet ebenfalls auf zukünftige Erweiterungsmöglichkeiten hin, und die Tatsache, dass der Automatikmechanismus entfernt werden kann, um das Uhrwerk in einen Handaufzugsmechanismus umzuwandeln, dürfte ebenfalls auf diese Vielseitigkeit hindeuten. Obwohl das Gesamtdesign äußerst elegant und herausragend ist, würde eine Datumsanzeige vermutlich ein breiteres Publikum ansprechen. Angesichts der Dicke der Grundplatine erscheint die Integration einer Datumsanzeige problemlos möglich.

Ich persönlich finde den beidseitigen Aufzug bei Automatikuhren in Ordnung, aber Citizen scheint die Vorteile des einseitigen Aufzugs zu verstehen, der flache Uhrwerke ermöglicht und sich ideal für den Einsatz am Schreibtisch eignet. Tatsächlich ist das Flaggschiffwerk des Unternehmens, die 90er-Serie, dank ihres einseitigen Aufzugsmechanismus für ihre hervorragende Aufzugsleistung bekannt. Einseitiger Aufzug kann bei einem Werkdurchmesser von über 30 mm zu starken Rotorerschütterungen führen, doch glücklicherweise beträgt der Durchmesser der 0200 nur 29.1 mm.
Der Bürger übernimmt schließlich den Freilauf
Neben einer soliden Konstruktion hat Citizen beim Kaliber 0200 modernste Technologie integriert. Da ist zunächst die LIGA-geformte Hemmung (wahrscheinlich aus Nickel-Phosphor). Bisher verwendete Citizen für Hemmungen Messing oder Neusilber. Obwohl diese Materialien weniger anfällig für Magnetismus sind als Hemmungen aus Stahl oder mattem Nickel, wird ihnen aufgrund ihrer mangelnden Langlebigkeit oft eine geringere Haltbarkeit bescheinigt. Durch die Wiederverwendung der für das Kaliber 0100 entwickelten LIGA-Technologie konnte Citizen für die Hemmung ein hartes, hochpräzises Nickelbasismaterial einsetzen. Auch wenn dies reine Spekulation ist, dürfte die Chronometergenauigkeit des Kalibers 0200 teilweise auf die LIGA-geformte Hemmung zurückzuführen sein. Da es sich hierbei jedoch um den ersten Einsatz von LIGA in einer Hemmung handelt, wurde die für LIGA typische komplexe Form bewusst weggelassen.

Ein weiteres bemerkenswertes Merkmal ist die freischwingende Unruh ohne Regler. Citizen verwendete lange Zeit ausschließlich einen Standardregler. Mit diesem Modell wagte das Unternehmen jedoch den Schritt zur freischwingenden Unruh, die sich bei hochwertigen Uhren immer mehr zum Standard entwickelt. In dieser Preisklasse gehörten Omega und Tudor zu den ersten Herstellern, die eine freischwingende Unruh einsetzten, und Citizen schließt sich ihnen nun an. Theoretisch zeichnet sich die 0200 durch hohe Ganggenauigkeit und exzellente Stoßfestigkeit aus.
