Seiko strebt seit Langem nach hochpräzisen Zeitmessern. Das Unternehmen hat verschiedene Ansätze verfolgt, um die optimale Lösung zu finden, und die GPS-Uhr „Seiko Astron“ ist ein Beispiel dafür. Dieser Artikel beleuchtet Seikos Ansatz bei hochpräzisen Zeitmessern, erklärt die Entstehungsgeschichte der Seiko Astron und die Faszination der neuesten Seiko Astron-Serie „Nexter“.
Text von Tetsuo Shinoda
Artikel veröffentlicht am 9. Juli 2023

Zwei große Errungenschaften des Jahres 1969, die aus der Herausforderung der hochpräzisen Zeitmessung hervorgingen.
Die Wurzeln mechanischer Uhren liegen in den Kirchturmuhren, die den Bewohnern anzeigen sollten, wann es Zeit war, zu Gott zu beten. Mit anderen Worten: Uhren dienen der Durchsetzung sozialer Regeln.
In einer zunehmend fortschrittlichen Gesellschaft, in der Technologien aller Art nahtlos miteinander vernetzt sind, ist eine präzise Zeitanzeige aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Deshalb arbeitet Seiko seit seiner Gründung unermüdlich an der Entwicklung hochpräziser Uhren.
1. Veröffentlichung des Modells „Observatorium-Chronometer-Zertifizierung bestanden“
Beispielsweise nimmt das Unternehmen seit 1964 am Wettbewerb der Sternwarte Neuenburg in der Kategorie „Armbandchronometer“ teil und hat dabei hervorragende Ergebnisse erzielt. Um die Präzision von Armbanduhren weiter zu fördern, unterzog das Unternehmen zudem bewusst eine in Serie gefertigte Uhr dem Chronometertest der Sternwarte Neuenburg und brachte 69 mit dem bestandenen Uhrwerk das Modell „Chronometerprüfung der Sternwarte bestanden“ auf den Markt.
Das Gehäuse war aus 18-karätigem Gold gefertigt und kostete 18 Yen, was für eine Grand Seiko-Uhr zu dieser Zeit, die zwischen 3 und 4 Yen kostete, eine recht teure Angelegenheit war.

Sie ist mit dem Kaliber 4520 ausgestattet, das strengere Standards als die reguläre Chronometerzertifizierung erfüllt. Diese Leistung versetzte Uhrmacher weltweit in Erstaunen. Die hier abgebildete Uhr gehörte Hans Kocher, dem Konstrukteur des weltweit ersten automatischen Chronographen, des Kalibers 11, und einem ehemaligen Entwickler bei Büren.
Diese Uhr zeichnete sich durch eine erstaunlich hohe Präzision aus, mit einer täglichen Abweichung von ±1 bis 2 Sekunden. Die Anforderungen an Präzision stiegen jedoch weltweit stetig an.
Auf der Generalkonferenz für Maß und Gewicht im Jahr 1967 wurde beschlossen, die Standardzeit mithilfe eines Atomfrequenzstandards (Atomuhr) unter Verwendung von Cäsiumatomen zu bestimmen, was zu einer extrem hohen Genauigkeit von einer Sekunde führte.
2. Die Entstehung der Quartz Astron 35SQ
Daraufhin machte Seiko den nächsten Schritt: die weltweit erste Quarzuhr, die Quartz Astron 35SQ, die 69 auf den Markt kam.
Der Name leitet sich vom griechischen Wort „ASTRO“ ab, was Weltraum oder Sterne bedeutet, und fängt die Stimmung der späten 60er-Jahre perfekt ein, als die Menschheit die Erde verließ und zu unbekannten Sternen aufbrach. Das Kaliber 3500 hat eine Schwingungsfrequenz von 8192 Hz und eine Ganggenauigkeit von ±5 Sekunden pro Monat.
Es handelte sich um ein Gerät, das die Präzision von Armbanduhren erheblich steigern würde, und der damalige Werbetext „Eines Tages werden alle Uhren so hergestellt werden“ zeugte von Seikos Selbstvertrauen und seinem Pioniergeist.

Die Quartz Astron 35SQ, die am 25. Dezember 1969 auf den Markt kam, zeichnete sich durch eine etwa 100-mal höhere Ganggenauigkeit als herkömmliche mechanische Uhren aus. Seiko machte seine Kerntechnologie öffentlich zugänglich, trug so zur Popularisierung der Uhrmacherkunst bei und läutete eine Ära ein, in der sich jeder eine präzise Uhr leisten konnte. Sie verfügt über ein Quarzwerk (Kal. 35SQ) und ein Gehäuse aus 18-karätigem Gelbgold (36 mm Durchmesser, 11 mm Dicke).
Die Einführung der Quartz Astron 35SQ markierte das Ende des mechanischen Zeitalters. Tatsächlich trat die Gesellschaft ab den 70er Jahren in das Zeitalter der Elektronik ein – eine Zeit intensiver Arbeit, in der jede Minute und Sekunde zählte.
Diese Uhr hat möglicherweise sogar die Art und Weise verändert, wie Menschen in ihrem Alltag mit Zeit umgehen. So bahnbrechend war sie.
Die ultimative Präzisionsuhr: Seiko Astron
Präzise Zeitmessung hat zu immer genaueren sozialen Systemen geführt und unterstützt Geschäftsleute, die rund um die Uhr arbeiten. Seiko entwickelt kontinuierlich neue, hochpräzise Armbanduhren für diese Zeit. Seikos Spring Drive und das Kaliber 9F, ein Quarzwerk mit einer Ganggenauigkeit von ±10 Sekunden pro Jahr oder besser, sind Paradebeispiele dafür.

Die Seiko Astron war die weltweit erste GPS-Solaruhr mit permanentem Betrieb. Ihr dreidimensionales Zifferblatt visualisiert die Tiefe des tiefschwarzen Universums. Ursprünglich war Yu Darvish das Werbegesicht, heute ist es Shohei Ohtani. GPS-Solarwerk (Kal. 7X52). Gehäuse aus Keramik und Titan (47 mm Durchmesser, 16.5 mm dick). Wasserdicht bis 10 bar.
Da die Zeit eine Regel ist, die das reibungslose Funktionieren der Gesellschaft gewährleistet, ist es auch die gesellschaftliche Verpflichtung eines Uhrmachers, präzise Zeitmesser herzustellen. Deshalb konzentriert sich Seiko nun auf die von Satelliten im Weltraum ausgesendeten Radiowellen – eine hochpräzise Technologie, die die nächste Ära einläuten wird.
Verglichen mit 1969, dem Erscheinungsjahr der Quartz Astron 35SQ, haben sich die Verkehrsnetze seit den 2000er-Jahren weltweit ausgedehnt, und die zwischenmenschlichen Beziehungen sind global geworden. Zudem verlassen immer mehr Menschen Japan, um weltweit beruflich tätig zu sein.
Obwohl es Funkuhren gibt, die die von Basisstationen ausgesendeten Standard-Funkwellen empfangen, ist diese Technologie nicht überall einsetzbar. Der Wunsch, überall auf der Welt eine präzise Uhr zu ermöglichen, führte zu dem Schluss, dass GPS-Satellitensignale genutzt werden sollten.

Dieses Modell der zweiten Generation wurde durch Energiesparmaßnahmen und technologische Innovationen um ca. 30 % verkleinert (Gehäusedurchmesser 44.6 mm, Gehäusedicke 13.3 mm). Es verfügt außerdem über einen Chronographen und setzt damit neue Maßstäbe für Uhren. GPS-Solarantrieb (Kal. 8X82). Keramik x Titan (Durchmesser 44.6 mm, Dicke 13.3 mm). Wasserdicht bis 10 bar.
Die Entwicklung der Technologie erwies sich jedoch als schwierig. Um Radiowellen von einem Satelliten in rund 2 km Höhe zu empfangen, war eine Hochleistungsantenne erforderlich, und die Anzahl der Metallteile, die die Radiowellen stören könnten, musste minimiert werden. Um dies zu erreichen, wurde eine ringförmige Antenne unter der Keramiklünette angebracht.
Um den Stromverbrauch, der etwa 200-mal höher ist als bei funkgesteuerten Uhren, zu minimieren, haben wir ein energiesparendes GPS-Modul entwickelt. Um die Uhr zudem überall einsetzen zu können, haben wir uns auf Solarenergie konzentriert, wodurch der Batteriewechsel entfällt.

Die weltweit erste Solar-GPS-Uhr, die als zweite Revolution in der Geschichte der Armbanduhren seit der Quarzuhr gilt, benötigte von der Konzeption bis zur Markteinführung etwa 10 Jahre Entwicklungszeit und wurde am 27. September 2012 als „Seiko Astron“ angekündigt, wobei sie den Namen der großen Marke „Astron“ übernahm.
In einer Zeit, in der Menschen weltweit reisen, arbeiten und ihre Freizeit verbringen, benötigen sie Uhren, die überall auf der Welt präzise die Zeit anzeigen. Die Seiko Astron war ebenfalls ein Produkt dieser Ära.
