NOMOS Glashütte verkörpert den Charme schlichter, robuster deutscher Uhren. Das Flaggschiffmodell, die Tangente Neomatik, ist mit einem flachen, hauseigenen Automatikwerk ausgestattet. Wir werden sie selbst tragen und ihre Qualitäten als Hersteller sowie ihre Eignung als Unisex-Uhr bewerten.
Artikel veröffentlicht am 14. August 2023

Ein schlichtes Gesicht mit hohem IQ, inspiriert vom Bauhaus-Design
Glashütte ist die Heimat vieler deutscher Uhrenhersteller, und Nomos Glashütte ist eine der Marken, die in dieser Stadt ihren Ursprung haben.
Ein besonderes Merkmal von NOMOS Glashütte ist die Integration der Bauhaus-Prinzipien, die die Praktikabilität in den Vordergrund stellen. Jeder, der sich für Design begeistert, kennt sicherlich das Bauhaus, eine umfassende Kunst- und Architekturschule, die Anfang des 20. Jahrhunderts in Deutschland gegründet wurde und die Designwelt maßgeblich beeinflusst hat.
Bei der Umsetzung der Philosophie, Funktionalität in einer Uhr zu priorisieren, stehen Genauigkeit, Ablesbarkeit und Tragekomfort im Vordergrund. Alle NOMOS Glashütte Modelle zeichnen sich durch ein minimalistisches Design aus und konzentrieren sich auf die wesentlichen Aspekte einer Uhr.

Automatischer Aufzug (Kal. DUW 3001). 27 Steine. 21.600 Halbschwingungen pro Stunde. Gangreserve ca. 43 Stunden. Edelstahl (Durchmesser 35 mm, Dicke 6.9 mm). Wasserdicht bis 3 bar. Preis: 456.500 Yen (inkl. MwSt.).
Das Flaggschiffmodell „Tangent“ ist seit 30 Jahren ein Verkaufsschlager. Das Design mit seinem runden Gehäuse und den vielen rechten Winkeln ist klassisch und dennoch keineswegs veraltet – und genau das ist das Erstaunliche. Es wirkt wie ein zeitloses, perfektes Design.
Die Tangente hat normalerweise ein weißes Zifferblatt, flammenblaue Zeiger und schwarze Indizes, aber das Exemplar, das ich diesmal trug, war nachtblau. Der orangefarbene Sekundenzeiger und die mintgrünen Markierungen setzen einen schönen Akzent und verleihen der Uhr einen charmanten Look.
Aktuell ist die Tangente mit drei Zeigern und ohne Datumsanzeige in Gehäusedurchmessern von 33 mm, 35 mm, 38 mm und 39 mm erhältlich, aber die Hilfszifferblätter der 38-mm- und 39-mm-Modelle sehen etwas schief aus, daher denke ich persönlich, dass der Durchmesser von 35 mm die beste Balance bietet.
Das hauseigene Automatikwerk ist nur 3.2 mm dick!

Diesmal war Herr Hosoda aus der Redaktion so rücksichtsvoll, zu sagen: „Es ist unpassend für Frauen, Handaufzugsuhren zu tragen“ (sehr nett!), also schilderte ich schließlich meine Eindrücke von der automatischen Tangente. Da ich aber ohnehin nur antike Handaufzugsuhren besitze und mir nicht einmal die Nägel lackiere, hatte ich ein etwas schlechtes Gewissen (verschmitztes Lächeln).
Wenn man allerdings manikürte Nägel hat, kann die Krone beim Aufziehen leicht abrasiert werden. Daher sollten Männer, die ihrer Partnerin eine Uhr schenken möchten, besser eine Automatikuhr wählen.
Nun ja, ich bin etwas vom Thema abgekommen, aber wenn Sie genau hinsehen, entdecken Sie unter dem Logo auf dem Zifferblatt dieses Modells das Wort „neomatik“! Das beweist, dass es mit einem hauseigenen Automatikwerk ausgestattet ist. Es ist ein Modell, das selbst unter den „Tangent“-Modellen heraussticht (haha).

Das Kaliber DUW 3001 ist ein nur 3.2 mm flaches Automatikwerk mit umgekehrter Rotorführung. Der Rotor ist kaum hörbar. Das Werk wirkt dezent, besticht aber durch seine geriffelte und kreisförmige Körnung, die ihm eine angenehme Haptik verleiht. Die Regulierhemmung, ein Eigenbau des Uhrwerks, ist ein weiteres Highlight. Das nur 6.9 mm flache Gehäuse und die geraden, niedrig angesetzten Bandanstöße sorgen für hohen Tragekomfort.
Die Gangreserve beträgt allerdings nur etwa 43 Stunden, was im Vergleich zu neueren Modellen etwas kurz ist. Da die Uhr jedoch gut aufgezogen wird, sollte es bei täglichem Tragen keine Probleme geben. Dank ihres Designs eignet sie sich sowohl für den Dienst als auch für die Freizeit.
