Nʼonaka (Nishiazabu) / Schöpfer jenseitiger Köstlichkeiten

2023.01.28

Das im Herbst eröffnete Bistro N'onaka serviert klassische französische Küche. Yasuyuki Nonaka, der in renommierten Restaurants im In- und Ausland gelernt hat, verwöhnt Sie mit Gerichten, die ganz auf Ihre Wünsche abgestimmt sind.

Interview und Text von Yui Togawa
Fotos von Yu Mitamura
[Artikel erschienen in der Septemberausgabe 2023 von Kronos Japan]

Grüne Ente mit Salamisauce

Grüne Ente mit Salamisauce
Dieses Wildgericht mit Grünenten, die per Luftfracht aus Frankreich importiert werden, erinnert an den nahenden Winter. Nach dem Filetieren wird die Ente in der Pfanne angebraten, um die Aromen von Thymian und Lorbeerblättern aufzunehmen. Für die Sauce werden Weißwein und Cognac zu den Innereien gegeben, und Leber wird hinzugefügt, um die Sauce anzudicken. Anschließend werden zerstoßene Knochen untergerührt und das Gericht durch ein Sieb passiert. Es handelt sich um ein klassisches französisches Rezept, bei dem alle Zutaten verwertet werden. Eine halbe Ente kostet ab 6500 Yen.


Eine menschenzentrierte Küche, die aus dem Dialog entsteht

Yasuyuki Nonaka

Yasuyuki Nonaka
Geboren 1987 in Yame, Präfektur Fukuoka. Nach seinem Abschluss an einer Berufsschule absolvierte er eine Ausbildung im Restaurant PACHON in Daikanyama, wo er zum Souschef aufstieg. Anschließend reiste er nach Frankreich und verfeinerte seine Fähigkeiten bei Michel Guérard und Paul Bocuse. Nach seiner Rückkehr nach Japan war er Küchenchef im LE COMPTOIR OCCITAN in Daikanyama, bevor er 2022 sein eigenes Restaurant N'onaka eröffnete.

 Wenn man „klassisch französisch“ hört, denkt man vielleicht an ein formelles Restaurant, aber N'onaka ist ein Ort, der Freiheit verkörpert.

„Wir hoffen, dass unser Restaurant so einladend und gemütlich wie ein Bistro ist und Sie hier eine schöne Zeit verbringen können“, sagt Inhaber und Küchenchef Yasuyuki Nonaka. Im N'onaka wird das Menü neben der À-la-carte-Karte auch im Gespräch mit den Gästen zusammengestellt. Zuerst werden Zutaten wie Fleisch und Fisch ausgewählt, dann Zubereitungsart und Sauce kombiniert. Die Gäste können ihre Stimmung und Vorlieben für den Tag mitteilen, das Gericht mit dem passenden Wein abstimmen und die Portionsgröße entsprechend ihrem Appetit besprechen.

 Wenn Sie sich beispielsweise an etwas erinnern, das Sie in der Region XX in Frankreich gegessen haben, kann es Ihnen je nach den Zutaten des Tages gebracht werden.

 Wenn Sie die Aromen der Saison genießen möchten, wie wäre es mit der „Grünente mit Salmisauce“? Wenn Sie an der Theke sitzen, können Sie die Zubereitung der Ente live miterleben, und der Duft, der Ihnen in die Nase steigt, macht Lust auf ein Glas Wein. Beim ersten Bissen werden Sie nicht nur von der Zubereitung der Zutaten, sondern auch von der Exzellenz der Sauce begeistert sein. Sie ist wahrhaft mild. Mild heißt aber keineswegs fad; sie hat einen vollen, nahrhaften Geschmack, der sie zu einem idealen Begleiter für Weinliebhaber macht. „Ich trinke selbst gern Wein“, sagt Nonaka lachend. Seine Persönlichkeit ist genauso einnehmend wie seine Küche.

„Menschliche Beziehungen sind das Wichtigste. Im Gespräch lernt man die Persönlichkeit eines Menschen kennen und erfährt mehr über seine Essensvorlieben.“ Diese Philosophie prägt den Küchenchef, sodass man sich selbst beim ersten Besuch erstaunlich wohlfühlt und das Gefühl hat, schon oft im Restaurant gewesen zu sein. Nonaka legt mehr Wert auf die Gäste als auf das Essen. Und seine Gefühle spiegeln sich in jedem Gericht wider.

 Heutzutage bieten viele Restaurants in Tokio ausschließlich Omakase-Menüs mit festen Startzeiten an. Natürlich ist auch dies eine wunderbare Art, Essen zu genießen. Wir sollten jedoch nicht die Freiheit vergessen, selbst zu bestellen, was wir möchten, und die Freude an Beziehungen, in denen auch Wünsche, die nicht auf der Karte stehen, erfüllt werden können. Diese „egoistische“ Art zu essen treibt Köche wie Gäste gleichermaßen an, immer wieder nach neuen kulinarischen Genüssen zu suchen.


Nʼonaka

Nʼonaka

Das Interieur des Restaurants ist dem ländlichen Städtchen Riquewihr im Elsass nachempfunden, einem Lieblingsort von Yasuyuki Nonaka. Neben Sitzplätzen an der Theke gibt es auch separate Räume, wodurch sich das Restaurant ideal für die Bewirtung von Gästen oder Familien mit kleinen Kindern eignet.

2-8-11 Nishiazabu, Minato-ku, Tokio
Nishiazabu Gebäude, 1. OG, Tel. 03-6421-0825
Unregelmäßige Feiertage 16:00-23:00 Uhr (letzter Unterrichtsschluss 22:00 Uhr)
Vorspeisen ab 1200 Yen, Suppen ab 1000 Yen, Fischgerichte ab 2000 Yen, Fleischgerichte ab 2100 Yen (inkl. Bedienungsgeld)
Sitzplatzgebühr: 1000 Yen pro Person (Mineralwasser inklusive)


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