Deloitte hat die Ergebnisse seiner Studie zur Schweizer Uhrenindustrie 2022 veröffentlicht. Die Studie beleuchtet den aktuellen Stand des Uhrenmarktes, einschließlich des stetig wachsenden Gebrauchtmarktes und der unterschiedlichen Nachfrage nach Uhren je nach Region, Generation und Geschlecht, und gibt einen Ausblick auf die Zukunft des Marktes. Im Folgenden finden Sie einige der Ergebnisse zu Gebrauchtmarkt, E-Commerce, Investitionen und mehr.

Artikel veröffentlicht am 12. Juli 2023
Deloitte veröffentlicht die Ausgabe 2022 seiner Studie zur Schweizer Uhrenindustrie.
In ihrer neunten jährlichen Studie zur Schweizer Uhrenindustrie stellt Deloitte fest: „Die Schweizer Uhrenindustrie baut und pflegt ein komplexes Ökosystem, dessen Zukunft davon abhängt, Traditionen zu respektieren und neue Chancen zu nutzen. Mit ihrer langen Geschichte, ihrem Innovationsgeist und ihrer Leidenschaft verfügt sie über alle notwendigen Voraussetzungen, um ihre Zukunftspläne zu verwirklichen.“
Die Ergebnisse der Umfrage basieren auf einem Online-Fragebogen an 70 Führungskräfte, Interviews mit Branchenexperten und einer Online-Umfrage unter 5579 Verbrauchern in der Schweiz und den wichtigsten Exportmärkten für Schweizer Uhren: China, Frankreich, Deutschland, Hongkong, Italien, Japan, Singapur, Schweiz, Vereinigte Arabische Emirate, Großbritannien und USA.
Ein wachsender Sekundärmarkt
Laut dem Bericht schätzt Deloitte, dass der Sekundärmarkt für zertifizierte Gebrauchtwagen (Certified Pre-Owned, CPO) bis 2030 einen Wert von rund 3500 Milliarden Schweizer Franken haben wird, mehr als die Hälfte des Primärmarktes.
Dieses Wachstum wird durch Markenangebote, den Ausbau bestehender Vertriebsnetze und die Nachfrage der Verbraucher nach Auslaufmodellen oder reduzierten Uhren angetrieben. In den letzten Jahren wird der Gebrauchtmarkt für Uhren zunehmend direkt von großen Akteuren der Uhrenindustrie betrieben, sowohl von Marken als auch von Einzelhändlern.
Die Bedeutung des E-Commerce
Der Anteil der online gekauften Uhren könnte von derzeit rund 15 % bis 2030 auf 30 % steigen.
Fast zwei Drittel (63 %) der Branchenkenner gehen davon aus, dass der stationäre Handel auch in den nächsten fünf Jahren dominieren wird, aber der Online-Handel wird weiter wachsen. Rund die Hälfte der Millennials und der Generation Z gibt an, lieber online als im Geschäft einzukaufen.
Dies bedeutet, dass Luxusuhrengeschäfte, die keine Online-Verkaufsplattform haben, in Zukunft wahrscheinlich mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben werden.
Potenzial in Amerika
Die Vereinigten Staaten sind der wichtigste Markt für die Schweizer Uhrenindustrie und machen zum zweiten Mal in Folge den größten Anteil der Uhrenexporte aus.
Laut Deloitte wird dieses Wachstum durch die starke Nachfrage nach E-Commerce, den Ausbau des Online- und stationären Handels sowie die wachsende Vorliebe für Luxusuhren angetrieben.
Unterschiedliche Kaufkriterien für unterschiedliche Generationen
Was ist Konsumenten bei der Wahl einer Uhr wichtiger: Markenimage oder Langlebigkeit? Auf diese Frage antworteten rund ein Drittel der Befragten (32 %), dass ihnen Langlebigkeit wichtiger sei als Markenimage, während nur 21 % das Gegenteil behaupteten. Jeder Dritte gab hingegen an, dem Design mehr Bedeutung beizumessen.
Überraschenderweise legen die Generationen Y und Z Wert auf Langlebigkeit. Sie scheinen zu verstehen, dass mechanische Uhren im Grunde „sehr langlebig“ sind, da sie repariert und wiederverwendet werden können, selbst wenn sie kaputtgehen.
Prozentsatz spekulativer Investitionen
23 % der Käufer, also etwa ein Viertel aller Uhren, erwerben diese als Wertanlage oder zum Weiterverkauf. Insbesondere asiatische Konsumenten sind sich des potenziellen Gewinns von Uhren bewusst und lassen sich von der Idee anlocken, sie mit Gewinn weiterzuverkaufen oder ihre Sammlungen zu erweitern. Für sie ist der Besitz einer Uhr zu Spekulationszwecken wichtiger als die Weitergabe innerhalb der Familie.
Interesse am virtuellen Raum
Eine Mehrheit der Marken (57 %) gab an, dass sie planen, NFTs im Jahr 2023 für die Authentifizierung im Metaverse und für Wearables einzuführen.
Die Umfrage ergab außerdem, dass rund 40 % der Verbraucher an NFTs als Anlageoption interessiert sind, während 31 % diese virtuellen Vermögenswerte noch nicht verstehen. Tatsächlich ist dieser Bereich für Endnutzer weniger interessant, sondern vielmehr für Marken als Kommunikationsinstrument attraktiv.
Eine Damenuhr mit Entwicklungspotenzial
Die Wahl einer Uhr sollte auf persönlichen Vorlieben und nicht auf dem Geschlecht basieren, und es ist gut zu sehen, dass sich dieser Trend durchsetzt.
Die Umfrage ergab jedoch auch, dass 44 % der Frauen aufgrund ihres Designs immer noch Damenuhren bevorzugen, während nur ein Viertel (26 %) Unisex-Modelle bevorzugt. Dies unterstreicht einmal mehr die Diskrepanz zwischen der Wahrnehmung von Experten und dem tatsächlichen Markt.
Da fast die Hälfte der Marken ihr Angebot an Damenmodellen erweitert und rund ein Drittel weiterhin Uhrengrößen erforscht, die besser für Frauen geeignet sind, sieht es in diesem Bereich sicherlich vielversprechend aus.
Der Uhrentrend setzt sich fort
Der Besitz einer Uhr gewinnt für rund ein Drittel der Millennials und der Generation Z zunehmend an Bedeutung – und das gilt nicht nur für Smartwatches und vernetzte Uhren. Dieser Trend ist seit einigen Jahren erkennbar und beruhigt Uhrenmarken, die befürchteten, dass jüngere Generationen das Interesse an mechanischen Zeitmessern verlieren könnten.
Jüngere Konsumenten bevorzugen jedoch den Online-Kauf und greifen aufgrund des Preises und der Langlebigkeit zunehmend auf Gebrauchtwaren zurück.
Die Studie ergab, dass die globalen Marktwachstumsprognosen regional stark variieren. In Hongkong, einem der größten Märkte der Welt bis vor wenigen Jahren, wird mit einer weiteren Verlangsamung oder Stagnation gerechnet. Auch in China gehen die Prognosen weit auseinander: 57 % erwarten Wachstum, 31 % hingegen Stagnation.
Die Aussichten für das übrige Asien und den Nahen Osten sind solide, während in Europa mit Stagnation zu rechnen ist. Inflation und der Krieg in der Ukraine dürften Herausforderungen darstellen.
Die Aussichten für Nordamerika sind optimistisch: 26 % der Befragten rechnen mit einem starken Wachstum und 51 % erwarten ein mittleres Wachstum.

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