Jaeger-LeCoultre entstand 1833 durch die Zusammenarbeit von LeCoultre, der von Antoine LeCoultre gegründeten Uhrenmanufaktur, und Jaeger unter der Leitung des Uhrmachers Edmond Jaeger. Mit einer langen Tradition als Zulieferer von Uhrwerken für namhafte Marken wie Patek Philippe und Vacheron Constantin verfügt Jaeger-LeCoultre aktuell über mehr als 1000 selbst entwickelte Uhrwerke. In diesem Artikel stellen wir Ihnen drei Kollektionen vor, die die technische Kompetenz dieser talentierten Marke beispielhaft veranschaulichen.

Text von Alexander Krupp
Artikel veröffentlicht am 16. Juli 2022
Die Reverso mit wendbarem Gehäuse

Handaufzug (Kal. 822/2). 19 Steine. 21.600 Halbschwingungen pro Stunde. Gangreserve ca. 42 Stunden. Edelstahlgehäuse (45.6 mm x 27.4 mm, 8.5 mm dick). Wasserdicht bis 3 bar. Preis: 994.400 Yen (inkl. MwSt.).
Die Reverso, eine Armbanduhr mit rechteckigem, wendbarem Gehäuse, wurde auf Anregung des Uhrenhändlers César de Trey, einem Geschäftspartner von LeCoultre, für britische Offiziere entwickelt, die in Indien Polo spielten. Die Idee, das Edelstahlgehäuse umzudrehen, entstand, um die damals bruchgefährdeteren Armbanduhrengläser zu schützen.
Die Reverso wurde anfangs nicht nur von LeCoultre, sondern auch von anderen renommierten Uhrenmarken wie Patek Philippe, Cartier, Movado und Favre-Leuba vertrieben. Nachdem die Produktion in den 1940er-Jahren eingestellt worden war, brachte Jaeger-LeCoultre die Reverso 72 exklusiv neu auf den Markt. Mit dem Wiederaufleben der mechanischen Uhren in den 80er-Jahren ist die Reverso bis heute ein ikonischer Bestandteil der Markenidentität von Jaeger-LeCoultre geblieben.
Wie schon in den Anfängen bietet der Gehäuseboden weiterhin Raum für individuelle Gestaltung, beispielsweise durch Gravuren oder Emaillierungen. Immer mehr moderne Reverso-Modelle verfügen jedoch über eine Zeitanzeige auf beiden Seiten. Dies liegt daran, dass das Glas durch kratzfestes Saphirglas ersetzt wurde, wodurch das Bruchrisiko minimiert wird. Heute wird die Reverso eher als elegante Luxusuhr denn für intensive Sportarten wie Polo geschätzt.
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Meisterhaft und elegant

Automatischer Aufzug (Kal. 983). 28.800 Halbschwingungen pro Stunde. Gangreserve ca. 45 Stunden. Gehäuse aus 18-karätigem Gold-Pellets (Durchmesser 41.5 mm, Dicke 12.1 mm). Wasserdicht bis 5 bar. Preis: 10.296.000 Yen (inkl. MwSt.).
Im Gegensatz zur Reverso konzentriert sich die Master-Kollektion auf klassische runde Uhren. Sie vereint elegante Ästhetik mit einer breiten Palette an Komplikationen – von schlichten Zweizeigermodellen bis hin zu Tourbillons mit ewigem Kalender und drehbaren Sternenkarten. Nicht umsonst tragen sie den Namen „Master“.
Ein Beispiel dafür ist die Master Ultra Thin Tourbillon Moon, die ein Tourbillon mit einer Mondphasenanzeige kombiniert. Die Mondphasenanzeige zeigt die Mondphase der Nordhalbkugel an, während der umgebende Ring links die Mondphase der Südhalbkugel und rechts das Mondalter anzeigt. Die äußere Datumsanzeige nutzt den für Jaeger-LeCoultre typischen springenden Datumsmechanismus. Um zu verhindern, dass der Datumszeiger das Tourbillon verdeckt, springt er beim Wechsel vom 15. zum 16. eines jeden Monats um etwa 90 Grad.
Der Gehäuseboden ist transparent, sodass man das Uhrwerk sehen kann, und die Uhr ist bis 50 bar wasserdicht.
"Memobox" mit Alarmfunktion

Automatikwerk (Kal. 956). 24 Steine. 36.000 Halbschwingungen pro Stunde. Gangreserve ca. 44 Stunden. Edelstahlgehäuse (Durchmesser 42 mm, Dicke 15.63 mm). Wasserdicht bis 30 bar. Preis: 2.882.000 Yen (inkl. MwSt.).
Jaeger-LeCoultre präsentierte 1950 die Memovox, die erste Armbanduhr mit Alarmfunktion. Die Memovox Deepsea von 1959 war die erste wasserdichte Uhr mit akustischem Alarm. 1965 erschien die Memovox Polaris mit integrierter Tauchskala. Drei Jahre später folgte ein Nachfolgemodell mit kleineren Änderungen und sportlicheren Elementen.
Die Polaris Mariner Memovox ist eine Neuauflage dieses Modells von 68. Das Edelstahlgehäuse ist bis 30 bar wasserdicht. Neben der traditionellen Krone bei 3 Uhr, die zum Aufziehen und Einstellen von Zeit und Datum dient, verfügt sie über zwei weitere Kronen ober- und unterhalb dieser Position.
Die Krone bei 2 Uhr richtet die innere Taucherlünette auf den Minutenzeiger aus, die Krone bei 4 Uhr dreht das zentrale innere Zifferblatt zum Einstellen der Alarmzeit. Das hauseigene Automatikwerk Kaliber 956 mit einer Gangreserve von ca. 45 Stunden wurde 2008 fertiggestellt. Beim Auslösen des Alarms schlägt ein kleiner Hammer kräftig auf eine Bronzeglocke.
Kontaktinformationen: Jaeger-LeCoultre Tel. 0120-79-1833

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