Wir testen die Carl F. Bucherer Manero Flyback Chronographenuhr. Diese moderne Neuinterpretation eines klassischen Designs ist eine Uhr, die den einzigartigen ästhetischen Sinn der Marke unterstreicht, die die Schweizer Uhrenindustrie seit vielen Jahren prägt.

Die Manero Flyback besticht durch klassische Designelemente. Das Zifferblatt ist harmonisch gestaltet und bildet einen modernen Klassiker, der perfekt mit dem großen Gehäuse harmoniert. Automatikwerk (Kal. CFB1970). 25 Steine. 28.800 Halbschwingungen pro Stunde. Gangreserve von ca. 42 Stunden. Edelstahlgehäuse (Durchmesser 43 mm, Höhe 14.45 mm). Wasserdicht bis 3 bar. Preis: 1.078.000 Yen (inkl. MwSt.).
Text und Fotos von Tsubasa Nojima
Artikel veröffentlicht am 25. Juli 2022
Carl F. Bucherer, mit Wurzeln in einem alteingesessenen Uhren- und Schmuckgeschäft
Das Modell, das wir heute vorstellen, ist der klassische Chronograph Manero Flyback von Carl F. Bucherer. Obwohl Carl F. Bucherer selbst eine relativ junge Marke ist (gegründet 2001), reichen ihre Wurzeln bis zum Uhren- und Juweliergeschäft Bucherer zurück, das 1888 in Luzern, Schweiz, eröffnet wurde.
Das Unternehmen begann 1919 mit der Produktion eigener Uhren und hat seither eine breite Palette an Zeitmessern auf den Markt gebracht, darunter Damenarmbanduhren, Chronographen und Weltzeituhren. 2001 wurde die Marke als Carl F. Bucherer neu eingeführt, und das Unternehmen begann später mit der Entwicklung eigener Uhrwerke. Heute umfasst das Sortiment eine große Auswahl an komplizierten Uhren, darunter Modelle mit peripheren Rotoren, Minutenrepetitionen und Tourbillons.
Die Uhren des Unternehmens vereinen Tradition und Innovation. Dahinter stehen über 100 Jahre Erfahrung in der Schweizer Uhrenindustrie, die durch die enge Zusammenarbeit mit dem Endkunden als Händler und die über Jahre verfeinerte Uhrmacherkunst ermöglicht wurde. Das Sortiment umfasst viele klassische Designmodelle, doch jedes einzelne ist nicht nur nostalgisch, sondern besitzt einen einzigartigen Charakter, der es sofort als Carl F. Bucherer Uhr erkennbar macht – eine Leistung, die durch die Fähigkeit zur ständigen Neuerfindung und die langjährige Erfahrung ermöglicht wird.
Flyback-Chronograph mit Zusatzmodul
Die Manero Flyback ist ein Modell, das 2016 auf den Markt kam. Es handelt sich um einen Zweizähler-Chronographen mit einem 43-mm-Gehäuse und Flyback-Funktion. Sie gehört zur Manero-Kollektion, deren Name sich vom lateinischen Wort „manuria“ (handbetrieben) ableitet. Die Kollektion zeichnet sich durch ein elegantes, auf modernen Klassikern basierendes Design aus. Seit ihrer Einführung wurde die Modellreihe stetig erweitert und umfasst nun auch Modelle mit blauen und grünen Zifferblättern sowie Gehäusen aus Edelmetall.

Das Uhrwerk basiert auf dem Sellita-Kaliber SW500, einer generischen Version des ETA 7750, ergänzt durch ein Flyback-Chronographenmodul von La Joux-Perret. Obwohl die Gangreserve mit rund 42 Stunden etwas kurz ist, ist das zuverlässige Basiswerk ein beruhigender Faktor für diese Uhr mit ihrem komplexen Mechanismus.
Ein klassisches Design, neu interpretiert für moderne Größen
Nun zum Testbericht. Die Manero Flyback ist wohl das Ergebnis des Versuchs, einem klassischen Chronographen moderne Spezifikationen und Abmessungen zu verleihen. Das 43-mm-Gehäuse ist durchaus beeindruckend. Obwohl es für ein Chronographenmodell nicht besonders groß ist, lässt die schlichte Lünette das Zifferblatt größer wirken, was vermutlich der Grund dafür ist.
Das Design ist durchweg klassisch. Seine Details erinnern an die vielen hochwertigen Chronographen aus der Blütezeit der mechanischen Uhren. Allerdings lag der Gehäusedurchmesser der meisten Chronographen jener Zeit bei etwa 35 bis 38 mm. Die Uhr in ein größeres Gehäuse einzubauen, ohne ihr Erscheinungsbild wesentlich zu beeinträchtigen, erforderte daher außergewöhnliche Anpassungen.

Betrachten wir zunächst das Zifferblatt. Es ist eher taupefarben als schwarz und hat einen Sonnenschliff, der ihm eine elegante Note verleiht. Die Hilfszifferblätter umfassen einen 30-Minuten-Zähler bei 3 Uhr und eine kleine Sekunde bei 9 Uhr. Beide sind silberfarben und mit schallplattenartigen Rillen versehen, die das Licht streuen und so die Ablesbarkeit verbessern. Das Datum wird in einem kleinen Fenster bei 6 Uhr angezeigt. Dies ist die gängigste Position für einen horizontalen Chronographen mit zwei Zählern, und die symmetrische Anordnung sorgt für eine optisch harmonische Balance.
Die applizierten Indizes sind klassisch keilförmig. Zwei Indizes bei 12 Uhr erleichtern das Ablesen der Zeit. Die Dauphine-förmigen Stunden- und Minutenzeiger haben eine Aussparung in der Mitte, und weder die Indizes noch die Zeiger sind mit Leuchtmasse versehen. Der Verzicht auf Leuchtfarbe, die die Ablesbarkeit im Dunkeln deutlich verbessern würde, unterstreicht vermutlich die Positionierung dieses Modells als elegante Uhr. Der zentrale Chronographensekundenzeiger ist tiefrot. Der Kreis um den Tachymeter am äußeren Rand des Zifferblatts und der Schriftzug „FLYBACK“ bei 6 Uhr sind ebenfalls in dieser Farbe gehalten und passen somit zu Funktion und Anzeige. Es ist ein kleines Detail, aber mir gefällt, dass die Farbgebung nicht nur der Gestaltung dient, sondern auch eine Bedeutung hat. Selbstverständlich sind Indizes, Zeiger und Aufdrucke präzise verarbeitet.
Das Zifferblatt ist mit einem gewölbten Saphirglas geschützt. Gewölbte Saphirgläser, die den Charme der Kunststoffgläser antiker Uhren bewahren und eine hohe Kratzfestigkeit bieten, finden zunehmend Verwendung, insbesondere bei modernen Modellen im Retro-Stil. Im Gegensatz zu Kunststoffgläsern, die durch ihre Rundung verstärkt werden, gibt es jedoch keinen praktischen Grund, Saphirglas aufwendig zu wölben. Zudem erfordert die Wölbung eine mehrachsige CNC-Bearbeitung, was sie teurer macht als flaches Saphirglas. Dennoch war das gewölbte Saphirglas dieser Uhr zweifellos unerlässlich, da es als stiller Star die Ausstrahlung des klassischen Zifferblatts unterstreicht. Ein weiterer Vorteil ist, dass die gewölbten Kanten des Glases Zifferblatt und Glas optisch einander annähern.
Das Gehäuse zeichnet sich durch weiche Linien aus, die das Zifferblatt umschließen und sich zu den Bandanstößen hin verjüngen. Die 22 mm breiten Bandanstöße wirken schlank, die satinierte Oberfläche verhindert jedoch, dass sie zerbrechlich erscheinen. Trotz des klaren Designs strahlt die Uhr eine Robustheit aus, die dem großen Gehäuse gerecht wird.
Die Gehäuseseiten sind auf Hochglanz poliert. Die Gesamtdicke beträgt 14.45 mm. Während Lünette und gewölbtes Saphirglas etwas dicker sind, ist der Gehäuseboden recht dünn, wobei die Dicke hauptsächlich auf das Mittelteil konzentriert ist. Dadurch wird der Blick unweigerlich von der spiegelnden Oberfläche angezogen. Als ich versuchte, eine Zeitschrift auf das Gehäuse zu projizieren, spiegelte sich der Text gestochen scharf. Ich bin der Ansicht, dass eines der Merkmale, die eine Luxusuhr (nicht nur eine teure Uhr) wirklich luxuriös machen, nicht nur praktische Aspekte wie präzise Zeitmessung sind, sondern auch eine ansprechende Ästhetik, die sie zu einem Schmuckstück macht. In diesem Sinne ist diese Uhr zweifellos eine Luxusuhr.

An der großen Krone sind die Chronographendrücker angebracht. Es handelt sich um sogenannte Pumpdrücker, bestehend aus einem dünnen Schaft und einem Kopf. Auch dies ist ein klassisches Designelement. Der Kopf hat abgerundete Ecken und liegt dadurch gut in der Hand. Dieser Chronograph verfügt über eine Flyback-Funktion. Mit dem Drücker bei 2 Uhr lässt sich das Uhrwerk starten und stoppen, während der Drücker bei 4 Uhr zum Zurücksetzen und zur Aktivierung der Flyback-Funktion dient.
Das Uhrwerk lässt sich durch den transparenten Gehäuseboden betrachten. Da es auf einem Universalwerk basiert, verfügt es nicht über den für Carl F. Bucherer typischen peripheren Rotor. Dafür sind der zentrale Rotor und die Brücken mit Genfer Streifenschliff sowie das blaue Säulenrad sichtbar. Die geometrische Brückenform, die man von den Manufakturwerken kennt, findet sich auch in diesem Modell wieder. Die Uhr ist bis 3 bar wasserdicht, der verschraubte Gehäuseboden ist ein praktisches Detail.
Das Armband ist aus seltenem Kuduleder gefertigt. Kudu ist ein in Afrika beheimatetes Rind. Dieses robuste, geschmeidige Leder mit Vintage-Charakter wird für eine Vielzahl von Lederwaren verwendet. Die ungleichmäßige Farbe, die natürlichen Kratzer und Falten unterstreichen den klassischen Look der Uhr, während die Perforation ihr eine dezente, individuelle Note verleiht. An der dicksten Stelle misst es ca. 6 mm und verleiht ihr damit ein Volumen, das dem Gehäuse in nichts nachsteht.
Die Uhr ist mit einer doppelt zu öffnenden Faltschließe ausgestattet, die das Leder beim Öffnen und Schließen schont und das Risiko des Ablösens verringert. Die Schließe verfügt über einen Drücker, ähnlich einer herkömmlichen Schließe, sodass sie im geschlossenen Zustand fast wie eine solche aussieht und sich harmonisch in das Gesamtdesign einfügt. Zum Öffnen drücken Sie zuerst den Drücker auf der 12-Uhr-Seite und ziehen dann den Verriegelungsmechanismus auf der 6-Uhr-Seite nach oben. Im Verriegelungsmechanismus befindet sich eine Keramikkugel, die ein leichtgängiges Öffnen und Schließen ermöglicht und besonders langlebig ist.
Niedriger Schwerpunkt für hervorragenden Tragekomfort
Jetzt probiere ich sie mal an. Mein Handgelenkumfang beträgt etwa 16.5 cm, was nicht besonders groß ist, aber sie passt trotzdem gut. Zum Vergleich: Die Gehäuselänge beträgt etwa 53 mm, was recht groß ist. Trotzdem trägt sie sich angenehm, und die Uhr verrutscht nicht, wenn ich mein Handgelenk bewege. Dafür gibt es mehrere Gründe.
Zunächst sind die Bandanstöße so geformt, dass sie sich dem Arm anpassen. Dadurch wird der Abstand zwischen den Bandanstößen und dem Arm verkürzt, was die Stabilität erhöht. Der dünne Gehäuseboden senkt den Schwerpunkt, was ebenfalls zur Stabilität beiträgt. Das dicke, breite Armband schmiegt sich sicher um den Arm und bietet festen Halt. Die Schließe liegt eng am Handgelenk an, was den Sitz zusätzlich verbessert.

Bei Faltschließen ist die dreifach gefaltete Variante hinsichtlich des einfachen Öffnens und Schließens überlegen. Allerdings ist die Schließplatte lang und neigt dazu, zur Seite zu verrutschen. Um den Sitz zu verbessern, ist daher ein spezielles Armband mit einer extrem kurzen Seite erforderlich. Die zweifach gefaltete Variante hingegen ist etwas schwieriger zu öffnen und zu schließen, die Schließplatte liegt jedoch näher an der Mitte des Handgelenks an, was den Tragekomfort erhöht.
Die Ablesbarkeit ist überraschend gut. Die Kombination aus einem nuancierten Zifferblatt mit Sonnenschliff und Indizes ohne Leuchtmasse oder weiße Markierungen kann dazu führen, dass die Indizes je nach Lichteinfall im Zifferblatt versinken und die Ablesbarkeit beeinträchtigen. Bei diesem Modell jedoch fangen die facettierten, keilförmigen Indizes das Licht aus jedem Winkel ein und treten nicht hervor. Zusätzlich verbessern die Aussparungen in der Mitte der Stunden- und Minutenzeiger die Ablesbarkeit. Bemerkenswert ist, dass jeder Zeiger bis zu den Indizes reicht.

Die Chronographenfunktion ist ebenfalls hervorragend. Der Drücker bei 2 Uhr ist leichtgängig, und während sich das Basiswerk wie ein „Klick“ anfühlt, ist dies bei diesem Modell der Fall. Der Drücker bei 4 Uhr ist etwas schwergängig, vermutlich um ein versehentliches Auslösen zu verhindern, lässt sich aber exakt zum gewünschten Zeitpunkt stoppen.
Die Flyback-Funktion arbeitet ebenfalls zuverlässig. Bei einem herkömmlichen Chronographen ist diese Bedienung eher ungewöhnlich und mag daher zunächst etwas ungewohnt wirken. Drückt man jedoch während der Messung den Drücker bei 4 Uhr, springt der Chronographenzeiger auf Null zurück und beginnt sofort wieder zu messen. Besonders positiv fiel mir bei der Verwendung des Chronographen auf, wie gut sich das Hilfszifferblatt ablesen lässt. Da das Zifferblatt selbst groß ist, ist die Skala des Zählers mit ausreichend Platz gedruckt, sodass jede Minute problemlos erkennbar ist.
Durch Herausziehen der Krone um eine Raste wird das Datum verstellt, durch Herausziehen um zwei Rasten die Uhrzeit. Jede Bedienung war reibungslos und komfortabel. Einziger Kritikpunkt: Das Herausziehen der Krone gestaltet sich etwas schwierig. Die Krone verjüngt sich nicht zum Gehäuse hin, und der Abstand zwischen Gehäuse und Krone ist gering, sodass es etwas mühsam ist, sie mit dem Fingernagel herauszuziehen.
Die Gangreserve beträgt etwa 42 Stunden, was für ein aktuelles Modell nicht besonders lang ist. Wer mehrere Uhren trägt, wird die Krone daher häufig betätigen müssen. Eine griffigere Krone, beispielsweise in Form einer konischen oder zwiebelförmigen Krone oder mit Rändelung, wäre wünschenswert. Angesichts der harmonischen Gesamtgestaltung erscheint eine solche Anpassung jedoch schwierig.

Es ist auch ein neues 40-mm-Gehäuse erhältlich, wodurch es für jedermann besser geeignet ist.
Obwohl die Manero Flyback ein klassisches Design aufweist, handelt es sich nicht einfach um eine Reproduktion, sondern um ein modernes Modell, das auf einem klassischen Design basiert. Das große Gehäuse sorgt für optimale Ablesbarkeit der Chronographenanzeigen, die oft überladen wirken, und die polierte Spiegeloberfläche ist besonders ansprechend. Jedes Detail ist mit größter Sorgfalt gefertigt und entspricht damit einer Luxusuhr – ebenso wie die Haptik der Bedienelemente.
Dieses Modell ist jedoch nicht unbedingt für alle Altersgruppen und Geschlechter gleichermaßen geeignet. Insbesondere für Männer und Frauen mit schmaleren Handgelenken könnte die Größe ein Problem darstellen. Möglicherweise als Reaktion auf diese Bedenken brachte das Unternehmen dieses Jahr die kleinere Manero Flyback 40 mm auf den Markt. Das Design blieb nahezu unverändert, insbesondere das Zifferblatt wirkt einfach verkleinert. Sollten Sie sich für die Manero Flyback interessieren, aber Bedenken hinsichtlich der Größe haben, empfehlen wir Ihnen, auch das 40-mm-Modell in Betracht zu ziehen.

http://www.webchronos.net/specification/32696/

http://www.webchronos.net/news/50404/

http://www.webchronos.net/news/84462/
