Dieser Testbericht befasst sich mit Breitlings neuer Superocean Automatic 42. Diese bis 300 m wasserdichte Taucheruhr greift das Design der Superocean Slow Motion aus den 1960er-Jahren auf. Trotz ihres einzigartigen Designs ist diese Uhr solide und authentisch verarbeitet – ein tiefgründiges Meisterwerk, das die neue Breitling-Philosophie verkörpert.
Text und Fotos von Tsubasa Nojima
Artikel veröffentlicht am 4. Juli 2022
Breitlings neue Organisation modernisiert weiterhin ihre Kollektionen.
Breitling hat 2017 seine Managementstruktur überarbeitet und den ehemaligen IWC-CEO Georges Kern an die Spitze des Unternehmens berufen. Seitdem hat das Unternehmen seine Produktkategorien neu strukturiert und seine Kollektion entsprechend erweitert.

Die Kollektion war in drei Kategorien unterteilt: Sky, Sea, Land und Professional. Das jeweilige Konzept war klar definiert. Jede Kategorie bot eine Vielzahl von Modellen, von eleganten Uhren bis hin zu vollwertigen Sportuhren.
2018 brachten sie rasch die Navitimer 8 auf den Markt, die auf den Rechenschieber verzichtete, sowie die Navitimer mit drei Zeigern und die neue Premier-Kollektion. 2020 folgte die klassische Chronomat, die an das Modell von 1984 erinnerte. Auch die Aktualisierung der Standard-Navitimer mit Chronographenfunktion im Jahr 2022 ist uns noch gut in Erinnerung.
Dies sind nur einige Beispiele, aber eines haben viele der neuen Kollektionen gemeinsam: Sie sind von Archivstücken inspiriert, die sich durch die lange Geschichte von Breitling ziehen, und die Superocean Automatic 42, die wir heute vorstellen werden, ist keine Ausnahme.
Die neue Superocean übernimmt das Design aus den 1960er Jahren.
Breitlings Superocean-Taucheruhrenkollektion gehört zur Kategorie „Ozean“. Die aktuelle Superocean-Serie ist umfangreich: Die Superocean Automatic verfügt über eine geformte Kautschuklünette und ist bis 500 m wasserdicht. Die zweite neue Superocean Automatic aus dem Jahr 22 stellen wir Ihnen hier vor. Darüber hinaus umfasst die Kollektion die klassische Superocean Heritage und die Superocean Heritage '57 mit nicht verschraubter Krone und beidseitig drehbarer Lünette.
Darüber hinaus gibt es jede Uhr in verschiedenen Größen, Farben, Materialien usw., aber wenn man sie so aufreiht, wird deutlich, dass die gleiche Kategorie alles abdeckt, von vollwertigen Taucheruhren für den professionellen Einsatz bis hin zu eleganten Modellen im Taucherstil.

Automatikwerk (Kal. B17). 26 Steine. 28.800 Halbschwingungen pro Stunde. Gangreserve ca. 38 Stunden. Edelstahl (Durchmesser 42 mm, Dicke 12.5 mm). Wasserdicht bis 300 m. Preis: 572.000 Yen (inkl. MwSt.).
Gegenstand dieses Testberichts, die Superocean Automatic 42, orientiert sich im Design an der Superocean Slow Motion aus den 1960er-Jahren. Das Original war eine Taucheruhr mit Chronograph und zentralem 60-Minuten-Zähler. Zu ihren wichtigsten Designmerkmalen gehören ein großer, quadratischer Zeiger am Minutenzähler und eine Minutenskala mit schwarzer Schrift auf weißem Grund.
Sie war nicht nur mit einem Chronographen ausgestattet, einer für Taucheruhren unerlässlichen Funktion zur Zeitmessung, sondern verfügte auch über einen zentralen Minutenzähler zur besseren Ablesbarkeit unter Wasser. Viele Chronographen besitzen ein Hilfszifferblatt für den 30-Minuten-Zähler, wodurch es schwierig ist, auf Anhieb zu erkennen, ob die angezeigte Zeit 15 oder 45 Minuten beträgt. Besonders hervorzuheben sind die kleinen Zeiger und Skalen, die in das Zifferblatt integriert sind. Der Begriff „Slow Motion“ (Zeitlupe) entstand vermutlich, weil sich der Minutenzeiger über 60 Minuten hinweg langsam um die Uhr dreht – ein damals einzigartiges Merkmal.
Das aktuelle Modell, die Superocean Automatic 42, ist jedoch eine Dreizeigeruhr ohne Chronographenfunktion. Daher dient der markante quadratische Minutenzeiger zur Zeitanzeige. Auch die breite Minutenskala wurde vom Originaldesign übernommen. Das schlanke Gehäuse mit Keramiklünette und Kronenschutz verleiht ihr einen modernen Eindruck, doch ihre Details bewahren die DNA der Breitling-Tradition.
Luxuriöse Details kommen im kompakten Äußeren voll zur Geltung.
Kommen wir nun zum Testbericht. Als ich die Uhr in die Hand nahm, fiel mir sofort auf, dass sie sich kleiner anfühlte als ihr Gehäusedurchmesser von 42 mm vermuten lässt. Ein Grund dafür dürfte die relativ kurze Länge von 47.7 mm zwischen den Bandanstößen (die vertikale Gehäuselänge) sein.
Zum Vergleich: Die bereits seit einiger Zeit erhältliche, bis 500 m wasserdichte „Superocean Automatic 42“ hat eine Länge von 50.6 mm – ein Unterschied von etwa 3 mm. Der breite Flansch, der gleichzeitig als Minutenskala dient, lässt das Zifferblatt zudem kleiner wirken, was vermutlich zu seinem kompakten Erscheinungsbild beiträgt. Sportuhren sind generell so konstruiert, dass ein ausreichender Abstand zwischen den Zeigern besteht, um ein Blockieren und damit ein Funktionsausfall bei einem Aufprall zu verhindern. Der markante, kegelförmige Flansch trägt ebenfalls dazu bei, diesen Abstand optisch zu verringern und die Uhr kompakter wirken zu lassen.

Auch von der Seite betrachtet wirkt die Uhr kompakt. Durch die gleichmäßige Volumenverteilung zwischen Lünette und Mittelgehäuse ist das Design dezent. Angesichts der Tatsache, dass es sich um eine bis 300 m wasserdichte Taucheruhr handelt, ist die Gehäusedicke von 12.5 mm jedoch nicht besonders hoch.
Das Gehäuse ist satiniert und mit polierten Kanten versehen – eine Technik, die häufig verwendet wird, um praktischen Uhren eine dreidimensionale Optik zu verleihen. Die Art und Weise, wie die Fase in den Kronenschutz übergeht, sorgt in Kombination mit den schlanken Bandanstößen für eine elegante Anmutung.
Das Zifferblatt ist glänzend schwarz und von zwölf quadratischen Indizes umgeben, die großzügig mit Super-LumiNova beschichtet sind. Die Indizes bei 3, 6 und 9 Uhr sind etwas länger, und der Index bei 12 Uhr ist trapezförmig, sodass die Uhrzeit auch im Dunkeln problemlos ablesbar ist.
Dieses Modell verfügt auch über eine Datumsanzeige ohne Datumsanzeige. Die Vorlieben bezüglich der Datumsanzeige sind zwar sehr unterschiedlich, doch das symmetrische Design und die einfache Bedienung, selbst im Stand durch einfaches Einstellen der Zeit, machen diese Uhr attraktiv. Das Kaliber B 17 bietet eine Gangreserve von ca. 38 Stunden. Während dies vor einigen Jahren noch als Standard galt, ist die Gangreserve angesichts des Trends zu langen Gangreserven, der sich mittlerweile auch im günstigeren Preissegment durchsetzt, relativ kurz. Für den täglichen Gebrauch ist dies kein Problem, doch für Sammler, die mehrere Uhren besitzen, ist die Datumsanzeige ohne Datumsanzeige, die den Einstieg erleichtert, ein willkommener Vorteil.
Die einseitig drehbare Lünette ist mit einem Keramikeinsatz versehen. Die Ziffern und Markierungen auf der Lünette sind tief eingraviert. Dies verleiht ihr eine dreidimensionale Optik und unterstreicht ihren luxuriösen Charakter. Die hervorragende Kratz- und Witterungsbeständigkeit des Materials bietet zudem praktische Vorteile. Die Lünette lässt sich mit 120 Klicks pro Umdrehung präzise einstellen. Sie ist sehr leichtgängig und ermöglicht so eine exakte Positionierung.
Das Armband besteht aus Gummi. Es weist beidseitig ein stoffähnliches Muster auf und ist an den Bandanstößen 22 mm breit, wobei es sich zum Verschluss hin auf 18 mm verjüngt, was ihm ein klares Design verleiht. Es ist mit einer Faltschließe ausgestattet und wird individuell auf das Handgelenk zugeschnitten und anschließend an der Schließe befestigt. Der abgeschnittene Teil kann zwar nicht wiederhergestellt werden, der Schließmechanismus ermöglicht jedoch eine Feinjustierung der Länge nach dem Kürzen.

Die Schließe ist eine dreifach gefaltete Faltschließe mit Ein-Druck-Funktion. Viele Sportuhren verfügen über einen doppelten Sicherheitsverschluss, dieses Modell jedoch nicht. Bei einer Schnappschließe kann sich die Schließe durch Abnutzung im Laufe der Zeit beim Beugen des Handgelenks öffnen, während dies bei einer Druckknopfschließe unwahrscheinlich ist. Offenbar wurde bei diesem Modell der Fokus eher auf dem einfachen An- und Ablegen der Uhr als auf der Sicherheit eines doppelten Verschlusses gelegt.
Der Feinjustierungsmechanismus befindet sich im Inneren der Schließe. Durch Drücken des geriffelten Hebels und Ziehen oder Schieben des Armbands lässt sich die Länge um bis zu 15 mm anpassen. Dank dieses großen Verstellbereichs können Sie das Armband mit hoher Wahrscheinlichkeit auch dann noch anpassen, wenn sich Ihre Körperform oder Ihr Gesundheitszustand ändert oder Sie es versehentlich etwas zu kurz abgeschnitten haben. Zum Kürzen des Armbands sollten Sie jedoch am besten einen Fachmann in Ihrem Fachgeschäft vor Ort um Hilfe bitten.
Ein weiteres Detail, das beim Betrachten des Armbands auffällt, ist der verringerte Spalt zwischen Armband und Gehäuse. Genauer gesagt, weist das Mittelgehäuse eine leichte Vertiefung auf, die dem Armband optimale Bewegungsfreiheit ermöglicht. Es ist ein kleines, aber wichtiges Detail, das die Spannung der Uhr spürbar erhöht. Trotz des geringen Spalts gleitet das Armband geschmeidig, was vermutlich auf die hohe Präzision im Herstellungsprozess zurückzuführen ist.

