Eines der beliebtesten Gesprächsthemen unter Uhrenliebhabern ist die Frage, was eine Breguet-Uhr so einzigartig macht. Ist es das Tourbillon, das automatische Perpétuelle-Uhrwerk oder das kunstvoll guillochierte Zifferblatt mit den Breguet-Zeigern? All das trifft zu, doch was viele übersehen, ist die Symmetrie des Designs und der beispiellose Einsatz von Farbe. Die von Breguet inspirierte Tradition-Kollektion wird nun um ein neues Modell erweitert, das die ebenfalls charakteristische Farbe Blau von Breguet in den Vordergrund stellt.

Fotografien von Eiichi Okuyama
Masamasa Hirota (dieses Magazin): Interview und Schreiben
Text von Masayuki Hirota (Chronos-Japan)
Herausgegeben von Yukiya Suzuki (Chronos-Japan)
[Artikel erschienen in der Septemberausgabe 2022 von Kronos Japan]
Design und Farbwahl: Der Breguet-Stil ist seit 200 Jahren unverändert geblieben.

Abraham-Louis Breguet revolutionierte die Uhrenwelt nicht nur in puncto Mechanik, sondern auch im Design. Neben der berühmten Erfindung des „Breguet-Zeigers“ trug er maßgeblich zur Popularisierung von Details wie geriffelten Rändern und guillochierten Zifferblättern in der Uhrenindustrie bei. Es ist daher nicht verwunderlich, dass seine Schüler Breguets Entwürfe nachahmten und die Worte „Erève de Breguet“ (Lehrling von Breguet) auf ihre Uhren gravierten.
Einer dieser „Schüler“ war Nicolas G. Hayek, der die Swatch Group leitete. Natürlich hatte er nicht direkt bei Breguet gelernt. Doch nach der Übernahme von Breguet erkannte Hayek Senior den Wert der Marke und beschloss, Breguets Geschichte nicht nur wiederzubeleben, sondern sie auch in der Moderne neu zu gestalten. Er versammelte Breguet-Experten, gründete ein Museum und beschloss, Uhren zu kreieren, die Breguet heute gefertigt hätte. Sein erster Versuch war die „Tradition“-Uhr mit einem sichtbaren Uhrwerk auf der Zifferblattseite.
Das symmetrische Uhrwerk, eine Designikone von Breguet, ist bewusst auf der Zifferblattseite sichtbar. Die Tradition, die von manchen (wie Hayek Senior) als „Auto ohne Motorhaube“ verspottet wurde, erntete dennoch breite Anerkennung. Dies lag weniger an den übernommenen Details früherer Modelle, sondern vielmehr daran, dass sie Breguets Tradition treu blieb, Uhren durch Design völlig neu zu erfinden. Das Unternehmen erweiterte diese Kollektion und vollendete 2007 die Tradition Tourbillon Fusée, die ein Kettenzug-Schneckenwerk mit einem Tourbillon kombinierte. Diese Uhr gehörte zu den Modellen, denen Hayek Senior die meiste Zeit widmete, und sie zählt bis heute zu Breguets ikonischsten Meisterwerken.
Die neueste Version dieses Modells ist die 22 Tradition Tourbillon Fusée. Obwohl die Grundstruktur gleich geblieben ist, wirkt sie völlig anders. Die Betonung der Symmetrie hebt den Tourbillonkäfig hervor, der eine Ebene tiefer als das Zifferblatt positioniert ist und so einen stärkeren Kontrast erzeugt. Die moderne Farbkombination aus Silber und Blau wirkt keineswegs deplatziert, auch weil diese Kombination Breguets Spezialität war. Man denke beispielsweise an die Taschenuhr Nr. 5 mit Mondphasenrepetition aus dem Jahr 1787. Ihre für die damalige Zeit unerhörte, riesige Mondphasenanzeige war in leuchtendem Blau mit blauer Drucktechnik ausgeführt. Zwar gab es bereits Beispiele für die Verwendung von Blau als Akzentfarbe, doch dies war wohl das erste Mal, dass Blau bewusst als Gestaltungselement eingesetzt wurde.
Die Breguet-Designphilosophie mit ihren markanten Formen und präzisen Details bleibt auch bei diesem Modell unverändert. Das Blau auf Zifferblatt und Tourbillonkäfig ist nicht plattiert oder lackiert, sondern mittels PVD-Beschichtung aufgebracht. Dieses Verfahren sorgt für eine stabilere Farbe als die Plattierung und ist weniger anfällig für Alterungserscheinungen. Zwar ist es dadurch schwieriger, leuchtende Farben zu erzielen, doch Breguets neuer CEO, Lionel A'Marca, verfügt über umfangreiche Erfahrung als Zifferblatthersteller.
Besonders interessant ist die Behandlung der Schneckenkette, die Federhaus und Kegelrolle verbindet. Wie Zifferblatt und Wagen ist sie brüniert, allerdings durch Oxidation, mit Ausnahme der Welle, die die Kettenglieder verbindet. Mit einer Beschichtungsdicke von nur 0.1 Mikrometern eignet sie sich perfekt für hochglanzpolierten Stahl. Typisch für Breguet ist, je nach Bauteil unterschiedliche Verfahren anzuwenden, anstatt PVD zu verwenden, das sich besser für dickere Materialien wie Zifferblatt und Wagen eignet. Ein weiterer Vorteil: Selbst wenn sich die Beschichtung ablöst, kann sie erneuert werden.
Es gehört zur Breguet-Tradition, dass die Uhr perfekt tragbar ist. Trotz Tourbillon und Aufzugskette ist das Gehäuse nur 16 mm dick. Um ein zu wuchtiges Tragegefühl am Handgelenk zu vermeiden, ist das Glas zudem besonders hochgezogen, während das Mittelgehäuse deutlich schmaler gestaltet ist.
Dieses Modell, das auf die Trendfarbe Blau setzt, ist Breguet-typischer denn je. Es verkörpert den sich stetig wandelnden und doch unveränderlichen Breguet-Stil.

Dies ist die neueste Version der Tradition Tourbillon Fusée, die erstmals 2007 vorgestellt wurde. Das symmetrische Design wird durch die blaue PVD-Beschichtung des großen Tourbillonkäfigs und des Zifferblatts zusätzlich betont. Auch die Qualität der matten Oberfläche und der Fasen des Uhrwerks wurde verbessert. Dieses Modell erinnert stark an Breguet. Handaufzug (Kal. 569). 43 Steine. 18.000 Halbschwingungen pro Stunde. Gangreserve von ca. 50 Stunden. 18 Karat Gold (Durchmesser 41 mm, Höhe 16 mm). Wasserdicht bis 3 bar. Preis: 23.276.000 Yen (inkl. MwSt.).

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