Die J12 X-RAY demonstriert Chanels wahre Stärke in der Uhrmacherkunst.

FEATURE Andere
2023.06.05

Man sagt, mit 20 Jahren wird alles gefestigt. Vor allem man selbst. Das gilt auch für die J12 X-RAY, die im Jahr 2000 auf den Markt kam und zu einer der ikonischen Uhren des frühen 21. Jahrhunderts avancierte. Wir nehmen dieses besondere Jubiläumsmodell, das zum 20-jährigen Bestehen der J12 erschien, genauer unter die Lupe und beleuchten die Stärken des Uhrenherstellers, insbesondere Aspekte wie die Saphirglas-Technologie und das Uhrwerkdesign.

J12 Röntgen

Chanel "J12 X-RAY"
Handaufzug (Kal. 3.1). 21 Steine. 28.800 Halbschwingungen pro Stunde. Gangreserve ca. 55 Stunden. Saphirglasgehäuse (38 mm Durchmesser). Wasserdicht bis 30 m. Weltweit auf 12 Stück limitiert. Preis: 80.960.000 Yen (inkl. MwSt.). Erschienen 2020.
Ursprünglich veröffentlicht auf EUROPA STAR
Text von Pierre Maillard
Artikel veröffentlicht am 10. Juli 2022


完全な透明性

 Mit 20 hat man nichts zu verbergen und geht gerne Risiken ein. Man kann endlich sein, wer man will. Man kann mit der Welt völlig transparent interagieren, genau wie die wunderschöne J12 X-RAY.

 Eine filigrane Minuteneinteilung im Stil einer Eisenbahnlinie ist in den geometrischen Mittelkreis eingeprägt, und Diamanten im Baguetteschliff scheinen als Stundenindizes über dem Zentrum der Uhr zu schweben. Das zentrale Uhrwerk ist vollständig transparent und im leeren Raum untergebracht. Das Saphirgehäuse und die Lünette, besetzt mit 46 Diamanten im Baguetteschliff, sind mit einem ebenfalls aus transparentem Saphir gefertigten Armband verbunden – eine Premiere in der Uhrenindustrie.


Kaliber 3.1

 2018 präsentierte Chanel mit der Boyfriend Skeleton das Handaufzugswerk Caliber 3 und gewann damit im selben Jahr den Grand Prix de la Watchmaking de Genève (GPHG) in der Kategorie Damenuhren. Entworfen vom Watchmaking Creation Studio von Chanel und entwickelt von der Haute Horlogerie, die auch eigene Uhrwerke fertigt, sorgte das Caliber 3 für Furore, indem es eines der wichtigsten Prinzipien der Uhrenindustrie auf den Kopf stellte. Hier ist Stil kein technisches Gebot, und die Form folgt nicht der Funktion; vielmehr ist es umgekehrt. Der Stil steht an erster Stelle. Er bestimmt die Form des Uhrwerks, und die technischen Aspekte folgen erst später Form und Stil. Das Caliber 3 vereint auf einzigartige Weise Ästhetik, Technologie, Form und Funktion und lässt die Grenzen zwischen ihnen verschwimmen.

Das Handaufzugskaliber 3.1 der J12 X-RAY folgt derselben Philosophie. Es ist direkt mit dem Kaliber 3 verwandt, und während die Ursprünge des Räderwerks und des Reguliermechanismus klar erkennbar sind, wurde seine Struktur komplett neu gestaltet. Die Hälfte seiner 158 Komponenten ist neu. Ganz im Sinne der Vision des Creation Studios, ein scheinbar schwebendes Uhrwerk zu schaffen, erreicht das Kaliber 3.1 nicht nur die Leichtigkeit seiner neuen, runden Form und Anordnung, sondern verwendet auch neue Materialien, um die Transparenz seiner wichtigsten Komponenten zu gewährleisten. Die Hauptplatine (d. h. der Gehäuseboden, auf dem das Uhrwerk montiert ist) und die Brücke des Räderwerks sind beide aus Saphir gefertigt.

J12 Röntgen

Das hauseigene Handaufzugskaliber 3.1 verfügt über eine Saphirglas-Grundplatine und -Brücken, eine Räderwerksbrücke, stoßfeste Lager und einen Regler mit Exzenterschraube zur Justierung. Das Uhrwerk hat einen Durchmesser von 29.35 mm und eine Dicke von 6.77 mm.


Die Saphir-Herausforderung

 Synthetischer Saphir entsteht durch das Schmelzen von Aluminiumpulver bei hohen Temperaturen und anschließendes Abkühlen. Er beginnt als karottenförmiger Klumpen. Das Material muss dickflüssig, aber vollkommen transparent und frei von Blasen, Rissen und Einschlüssen sein. Bemerkenswert ist, dass synthetischer Saphir mit einer Härte von 9 auf der Mohs-Skala nach dem härtesten Material der Welt, Diamant (10), die zweithöchste Härte aufweist. Gleichzeitig ist er unglaublich leicht und wiegt nur zwei Drittel von Keramik und ein Viertel von Weißgold.

 Der Block wird anschließend mit einer Diamanttrennscheibe bearbeitet, um die gewünschte Form auszuschneiden. Dies ist ein langwieriger Prozess, da pro Arbeitsgang nur 0.05–0.06 mm abgetragen werden können. Die so entstandene hochpräzise geometrische Form wird dann mit einer Diamantsuspension, einer ölhaltigen Paste mit winzigen Diamantpartikeln, poliert, um eine höchstmögliche Transparenz zu erzielen.

 Dieser Vorgang erfordert größte Sorgfalt, da einige der Bauteile extrem dünn sind und nur 0.5 bis 1 mm messen. Auch die anschließende Montage durch die Uhrmacher ist anspruchsvoll und verlangt unglaubliche Geduld und Geschicklichkeit. Nicht einmal Spuren von Öl oder Staub dürfen zurückbleiben, da dies die perfekte Transparenz und kristallklare Reinheit beeinträchtigen würde. Besonders schwierig ist das Einsetzen der Rubinlager in das Saphirglas, was ein hohes Maß an Können erfordert. Aus diesen Gründen dauert die Montage eines Uhrwerks eine Woche.

J12 Röntgen

Die J12 X-RAY besticht durch strahlende Brillanz. Die Lünette aus 18-karätigem Weißgold ist mit 46 Diamanten im Baguetteschliff (ca. 5.46 Karat) besetzt, die Krone aus 18-karätigem Weißgold mit einem Brillanten (ca. 0.17 Karat), das Saphirglaszifferblatt mit 12 Diamanten im Baguetteschliff (ca. 0.38 Karat) und die Zeiger aus 18-karätigem Weißgold. Das Saphirarmband mit 12 Gliedern und Faltschließe ist ebenfalls mit 34 Diamanten im Baguetteschliff (ca. 1.96 Karat) verziert.


Das weltweit erste Saphirgehäuse und -armband

 Das Gehäuse der J12 X-RAY besteht aus einem einzigen Saphirblock, der bearbeitet, poliert und gebohrt wurde, und verfügt über eine Lünette aus 18-karätigem Weißgold, die mit 46 Diamanten im Baguetteschliff (ca. 5.46 Karat) besetzt ist. Während andere Uhrenhersteller bereits Uhren mit Saphirgehäusen – entweder als einteiliges oder mehrteiliges Material – gefertigt haben, kombiniert Chanel als erste Marke das Gehäuse mit einem Armband, das vollständig aus Saphir besteht.

 Dieses wunderschön geschmeidige dreireihige Armband verfügt über 12 Saphirglieder, die jeweils durch eine polierte 18-karätige Weißgoldnadel gesichert sind, welche mit 34 Diamanten im Baguetteschliff (1.96 Karat) besetzt ist und mit einer Faltschließe versehen ist.


Leicht und robust

 Das transparente Armband ist leicht und flexibel, aber dennoch so robust, dass es nur von Diamanten zerkratzt werden kann. Es harmoniert perfekt mit dem transparenten Gehäuse. Die mit einem Brillanten besetzte Krone, die schwebenden Stundenmarkierungen aus Baguette-Diamanten und die Minuteneinteilung laufen alle im Zentrum der Uhr zusammen, wo das Herzstück dezent bei 6 Uhr schlägt.


Definition von „Symbol“

Der Begriff „Ikone“ wird in der Uhrenindustrie oft inflationär verwendet, doch im Fall der J12 ist er unbestreitbar. Die J12 X-RAY ist etwas völlig Neues und dennoch dem Original absolut treu. An dieser Stelle möchte ich Jacques Helleus Genie im Originaldesign der J12 erneut loben. Diese Uhr hat seit ihrer Markteinführung weit mehr als nur den Status einer Ikone erhalten. Die J12 besitzt die Fähigkeit, sich komplett zu verändern und dabei doch derselbe zu bleiben – ein Meilenstein der Haute Horlogerie. Das ist wohl die Definition von Authentizität schlechthin.



Kontaktinformationen: Chanel (Kundenservice) Tel. 0120-525-519


Chanels zeitlose Kreationen

http://www.webchronos.net/features/70508/
Der Geist hinter Chanel-Uhren: Ein Blick auf ihre Geschichte und beliebte Modelle

http://www.webchronos.net/features/37036/
Zusammenfassung der Chanel-Neuheiten für 2022

http://www.webchronos.net/features/78305/