Selbst bei Uhren mit mehreren komplexen Mechanismen befinden sich die grundlegenden Zeitanzeigen (Stunden-, Minuten- und Sekundenzeiger) meist in der Mitte des Zifferblatts, wodurch ein symmetrisches Gesamtbild entsteht. Hier stellen wir fünf Meisterwerke mit dezentralen Zifferblättern vor, die durch ihre ungewöhnliche Anordnung einen einzigartigen Charakter besitzen.
Text von Mark Bernardo
Artikel veröffentlicht am 4. Juli 2021
A. Lange & Söhne "Lange 1"

Die Lange 1, 1994 von A. Lange & Söhne als modernes Flaggschiffmodell vorgestellt, ist ein unverzichtbares Modell für jede Diskussion über Uhren mit dezentralem Zifferblatt. Die ursprüngliche Lange 1 legte den Grundstein für eine Uhrenserie mit verschiedenen Komplikationen wie Mondphasenanzeige, Tourbillon und ewigem Kalender. Ihr Kernmodell ist seit über einem Vierteljahrhundert weitgehend unverändert geblieben. Sie zeigt Stunden und Minuten auf einem dezentralen Zifferblatt bei 9 Uhr, die Sekunden auf einem kleineren Hilfszifferblatt bei 4:4 Uhr, eine markante, übergroße Datumsanzeige in zwei Fenstern bei 2 Uhr und eine analoge Gangreserveanzeige (von „auf“ (voll) bis „ab“ (null)) bei 3 Uhr. Das schlichte 38.5-mm-Gehäuse aus Weißgold mit Sterlingsilber-Zifferblatt wird vom Manufakturkaliber L121.1 angetrieben, das über eine Gangreserve von ca. 72 Stunden verfügt.
Armin Strom „Pure Resonance Special Edition Sky Blue“

Armin Strom ist überzeugt: Je weniger Funktionen eine Uhr hat, desto präziser ist sie. Die Pure Resonance, 2018 lanciert und 2021 als Sonderedition in „Sky Blue“ neu aufgelegt, verkörpert diese Philosophie. Ihr Uhrwerk verfügt über zwei Unruhen, die harmonisch schwingen und so Energie liefern, während sie gleichzeitig Chronometer-Präzision erreichen. Stunden und Minuten werden auf einem dezentralen Zifferblatt mit römischen Ziffern angezeigt. Die Guillochierung stammt aus der Handarbeit des renommierten unabhängigen Uhrmachers Kari Voutilainen. Das kleine Sekunden-Hilfszifferblatt bei 7 Uhr präsentiert die ungewöhnlich linearen, mit Genfer Streifen verzierten Brücken des Manufakturkalibers ARF16. Angetrieben von zwei Federhäusern bietet das Uhrwerk eine Gangreserve von etwa zwei Tagen.
Breguet „Tradition Retrograde Date 7597“

Die 2005 lancierte Tradition-Kollektion von Breguet ist eine Hommage an die Subskriptions-Taschenuhr, die 1796 vom Gründer von Breguet erfunden wurde, und ihren Nachfolger, die Tact-Uhr. Die Hauptkomponenten des Uhrwerks befinden sich auf der Hauptplatine, das Hilfszifferblatt ist dezentraler angeordnet. Die Tradition Rétrograde Date 7597 verfügt zusätzlich über eine retrograde Datumsanzeige – eine der Komplikationen, die vom Namensgeber und Gründer von Breguet entwickelt wurden. Das 40-mm-Goldgehäuse beherbergt das Automatikwerk Kaliber 505Q mit Silizium-Spiralfeder. Der goldene Rotor erinnert an die Ära der Automatikuhren, die als „Perpetuals“ eingeführt wurden. Das dezentrale Zifferblatt ist mit einem Clous-de-Paris-Muster verziert und verfügt über eine retrograde Datumsanzeige am Rand zwischen 3 und 9 Uhr.
FP Journe "Automatischer Mond"

FP Journe präsentierte die ursprüngliche Octa Automatic Lune im Jahr 2007 und brachte diese ikonische Mondphasenuhr 2019 mit einem überarbeiteten Zifferblatt, einer neuen Krone und neuen Gehäusegrößen auf den Markt. Das Gehäuse ist in 40 mm und 42 mm erhältlich und wird aus Platin oder 18-karätigem Roségold gefertigt. Die Uhr verfügt über eine flache Krone mit einem markanten Seidenseilmotiv und ein silbernes oder havannabraunes Zifferblatt (siehe Abbildung). Das Zifferblatt ist mit einer Eisenbahnminuterie am Rand, blauen oder goldenen arabischen Ziffern und einem zentralen guillochierten Clous-de-Paris-Muster versehen. Eine Gangreserveanzeige mit 120 Stunden befindet sich bei 9 Uhr, eine kleine Sekunde bei 4 Uhr und eine markante Mondphasenanzeige mit Saphirglasscheibe bei 7 Uhr. Angetrieben wird die Uhr vom Manufakturkaliber 1300.3, dessen Hauptkomponenten aus 18-karätigem Gold gefertigt sind.
Jaquet Droz Grande Seconde Skeleton Plasma Ceramic

Jaquet Droz präsentierte 2018 seine erste Skelettuhr, zwei Jahre später folgte ein neues Modell aus Plasmakeramik. Dieses Material, eine weiße Keramik, die mit extrem heißen Gasen behandelt wird und dadurch einen glatten, anthrazitgrauen Schimmer erhält, ist zudem außergewöhnlich hart und kratzfest. Die Uhr wird mit einem grauen Textilarmband und einer Faltschließe aus demselben Material sowie einem Edelstahlgehäuse geliefert. Das Zifferblatt zeigt die ikonische Achterform von Jaquet Droz, wobei Stunden und Minuten bei 12 Uhr angezeigt werden. Es verfügt über grau behandelte Weißgoldzeiger und -indizes sowie eine große kleine Sekunde bei 6 Uhr.

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