[Interview] Romain Marietta, Direktor für Produktentwicklung und Kulturerbe bei Zenith

2021.05.14

Zeniths neue Chronomaster Sport wurde im Januar dieses Jahres vorgestellt und sorgte sofort für großes Aufsehen. Wir sprachen mit Romain Marietta, der die Entwicklung der Uhr leitete, um mehr über die Hintergründe zu erfahren.

Interview und Text von Yukiya Suzuki (Chronos-Japan)
[Artikel erschienen in der März-2021-Ausgabe von Khronos Japan]


Die geheime Geschichte hinter der Entwicklung des „orthodoxen Chronomaster“, der die DNA von Zenith in sich trägt

Roman Marietta

Roman Marietta
Geboren 1982 in Neuchâtel, Schweiz, trat er im Oktober 2006 in die Marketingabteilung von Zenith ein. Nach seiner Tätigkeit als Produktmanager leitete er ab 2009 die Produktentwicklung. Von 2011 bis Juli 2020 war er Leiter des Produktmanagements und konzentrierte sich auf die Optimierung der Zenith-Kollektionen sowie die Sicherstellung der Übereinstimmung zwischen den ästhetischen Codes jeder Kollektion und der Gesamt-DNA von Zenith. Im Juli 2020 wurde er zum Direktor für Produktentwicklung und Heritage ernannt und reduzierte die Anzahl der Zenith-Kollektionen von ehemals zwölf auf aktuell vier.

„Die Chronomaster Sports misst Zehntelsekunden, deshalb haben wir uns besonders darum bemüht, die Zehntelsekunden noch besser sichtbar zu machen. Wir haben den Zehntelsekundenindex auf der äußersten Keramiklünette platziert und nach der Lasergravur der Keramik eine Lackierung aufgetragen.“

 Wann begann die Entwicklung des neuen El Primero überhaupt?

„Die Entwicklung dieses Uhrwerks begann 2017. Wir begannen die Arbeit an diesem Projekt unmittelbar nach der Fertigstellung des El Primero 21, der auf eine Hundertstelsekunde genau messen kann. Die Serienproduktion dieses Modells startete Ende 2019 mit der Veröffentlichung des Chronomaster 2, einer limitierten Edition zum 50-jährigen Jubiläum des El Primero. Somit vergingen von 2017 an volle zwei Jahre.“

 Ich erinnere mich noch daran, über die Chronomaster II mit dem damals neuen El Primero-Uhrwerk berichtet zu haben, als sie Ende 2019 in Japan auf den Markt kam. Hat sie sich seitdem weiterentwickelt?

„Im Vergleich zum Chronomaster II sind die Anzeige einer Zehntelsekunde und das integrierte Design neu für uns. Da wir jedoch seit vielen Jahren an Hochfrequenzwerken arbeiten, ist dies keine Entwicklung, die erst vor drei Jahren begann, sondern das Ergebnis von rund 50 Jahren Erfahrung. Wir haben die Anzeige der Zehntelsekunde nun optimiert. Ein weiterer wichtiger Fortschritt ist das Patent für die Hemmung, das wir 2020 erhalten haben. Um diese Zehntelsekunde anzuzeigen, haben wir ein Patent für die Struktur erhalten, die die Energie von der Hemmung (dem Ankerrad) bezieht und diese antreibt.“

 Wann entstand die Idee, die Energie vom Ankerrad anstatt vom vierten Rad wie bei einem typischen Chronographen zu beziehen?

„Wenn man logisch darüber nachdenkt, macht es Sinn. Woher kommt die Energie? Und wenn man darüber nachdenkt, was sie antreibt, kommt sie von dem oszillierenden Teil, dem sogenannten ‚Herzschlag‘, der jede Zehntelsekunde tickt. In diesem Sinne war es ein ganz natürlicher und logischer Schritt, die Energie von der Hemmung zu nehmen und sie auf die Chronographenzeiger zu übertragen.“

 Während der Entwicklung tauchte das Team tief in die 50-jährige Geschichte des El Primero ein und betrachtete die Geschichte des Chronographen aus der Perspektive dessen, was ein sportliches Chronographen-Design ausmacht. So entstand der „klassische Chronomaster“, der die DNA von Zenith in sich trägt und zu seinen Wurzeln zurückgekehrt ist.

Chronomaster Sport

Zenith Chronomaster Sport
Für den schnell rotierenden zentralen Zehntelsekundenzeiger wird leichtes Aluminium verwendet. Die Energie für den Zehntelsekundenzeiger stammt vom Ankerrad, die Energie für den 60-Minuten-Zähler bei 6 Uhr hingegen vom Federhaus, wie bei früheren El Primero-Modellen. Eine Kupplung stoppt den 60-Minuten-Zähler, sobald der Chronograph angehalten wird. Der 60-Sekunden-Zähler befindet sich bei 3 Uhr, die kleine Sekunde bei 9 Uhr. Automatikaufzug (Kal. El Primero 3600). 35 Steine. 36.000 Halbschwingungen pro Stunde. Gangreserve ca. 60 Stunden. Edelstahl (Durchmesser 41 mm, Dicke 13.6 mm). Wasserdicht bis 10 bar. Preis: 1.166.000 Yen (inkl. MwSt.).



Kontaktinformationen: Zenith Boutique Ginza Tel. 03-3575-5861


Die neuen Uhren von Zenith für 2021

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Die Zenith Chronomaster Revival A385 ist eine originalgetreue Reproduktion des Farbverlaufszifferblatts.

http://www.webchronos.net/features/59252/
Das letzte Kapitel des „El Primero Revival“, entstanden aus der „Attic Legend“ / Zenith „Chronomaster Revival Manufacture Edition“

http://www.webchronos.net/features/47302/