F: Welche Frequenz hat eine mechanische Uhr?
Der Begriff „Frequenz“ taucht häufig in Artikeln über mechanische Uhren auf. Welche Rolle spielt er und was bedeutet er?

A: Wert, der die Anzahl der Amplituden der Waage angibt.
Dieser Wert gibt die Anzahl der Schwingungen der Unruh an, dem Herzstück der Uhr. Theoretisch gilt: Je höher die Schwingungsfrequenz, desto genauer ist eine mechanische Uhr, allerdings sinkt dadurch die Gangreserve und der Verschleiß der Teile nimmt zu. Umgekehrt gilt: Je niedriger die Schwingungsfrequenz, desto länger die Gangreserve und desto geringer der Verschleiß, allerdings leidet die Ganggenauigkeit dann eher.
Derzeit sind 28.800 Vibrationen pro Stunde (= 8 Vibrationen pro Sekunde, 4 Hz pro Sekunde) der gängige Wert.
Ältere mechanische Uhren hatten oft eine Frequenz von 18.000 Halbschwingungen pro Stunde, was bedeutet, dass die Unruh 18.000 Mal pro Stunde schwingt. Umgerechnet in Sekunden sind das 5 Halbschwingungen pro Sekunde. Die Umrechnung in Hertz (Hz), die die Amplitude der Seitwärtsbewegung angibt, ergibt die Hälfte davon, also 2.5 Hz pro Sekunde.
Aktuell liegt die Frequenz der meisten Armbanduhren bei 28.800 Halbschwingungen pro Stunde (entspricht 8 Halbschwingungen pro Stunde bzw. 4 Hz). Unter Berücksichtigung von Ganggenauigkeit, langer Gangreserve und Langlebigkeit der Komponenten gilt diese Frequenz derzeit als optimal für in Serie gefertigte Armbanduhren. Einige erfahrene Hersteller produzieren jedoch auch Modelle mit höheren Frequenzen, beispielsweise 36.000 oder 72.000 Halbschwingungen pro Stunde.

Fortschritte bei Werkstoffen und der Fertigungspräzision haben die Verschleißanfälligkeit von Bauteilen im Vergleich zu früher verringert. Da die Herstellungskosten jedoch gestiegen sind, sind Modelle mit hohen Frequenzen in der Regel teurer. Zu den aktuellen Hochfrequenzmodellen gehören unter anderem:
Hauptmodelle mit hohen Vibrationen
36.000 Schwingungen/Stunde (=36 Schwingungen/Sekunde, 18 Hz/Sekunde)
Zenith „DeFi-Erfinder“
36.000 Schwingungen/Stunde (=20 Schwingungen/Sekunde, 10 Hz/Sekunde)
Breguet „Classique Chronométrie 7727“, Breguet „Type XXII 3880“
36.000 Schwingungen/Stunde (=16 Schwingungen/Sekunde, 8 Hz/Sekunde)
Chopard "LUC 8HF Leistungsregler"
36.000 Schwingungen/Stunde (=10 Schwingungen/Sekunde, 5 Hz/Sekunde)
Grand Seiko-Modelle mit „Cal. 9S85“ und „Cal. 9S86“, Zenith-Modelle mit „El Primero“, Parmigiani Fleurier „Tonda Chronor Anniversaire“, Vacheron Constantin „Traditionnelle Twin Beat Perpetual Calendar“ (im Normalmodus) und einige De Bethune-Tourbillons.

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