Sehen Sie sich den hilfreichen Chat des Journalisten Yasuhito Shibuya über die Uhrenindustrie an

Seit den weltweiten Lockdowns und Ausgangssperren, die im März 2020 begannen, sind bereits sechs Monate vergangen. Obwohl die Lage weiterhin ernst ist, haben Unternehmen der Uhrenindustrie alle möglichen Gegenmaßnahmen ergriffen. Dadurch werden die durch COVID-3 hervorgerufenen Veränderungen und Lehren für die Uhrenindustrie immer deutlicher. In diesem Artikel möchten wir die wichtigsten Veränderungen und Erkenntnisse aus dieser Zeit vorstellen.

EPHJ

Die COVID-19-Krise ist noch nicht vorbei, und es ist unklar, wann sie enden wird. Nach der Uhrenmesse im März und April 2020 wurde die EPHJ, eine wichtige Technologiemesse der Uhrenindustrie, die auf September im Palexpo in Genf verschoben worden war, nun abgesagt. Grund dafür ist die Verlängerung des Verbots von Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen durch die Schweizer Bundesregierung bis zum 1. Oktober. Die Absage der Messe wurde am 13. August auf der offiziellen EPHJ-Website bekannt gegeben. Mit Blick auf die Veranstaltung im nächsten Jahr hieß es dort: „Wir sehen uns vom 8. bis 11. Juni 2021.“
Text und Fotos von Yasuhito Shibuya


Die Einführung von Online-Verkäufen ist jetzt unerlässlich.

 Die größte Veränderung in der Uhrenindustrie hat sich während der beispiellosen COVID-19-Krise ergeben. Es handelt sich um die Virtualisierung und Online-Abwicklung sämtlicher Prozesse – von Produktpräsentationen auf Uhrenmessen über den Kundenservice bis hin zur Zahlungsabwicklung. Die bedeutendste Veränderung ist die aktive Nutzung des E-Commerce für Luxusuhren, also der Online-Verkauf über offizielle Websites.

Breitling

Die offizielle Breitling-Website hat in diesem Frühjahr den Online-Verkauf gestartet. Zu den Vorteilen gehören kostenloser Versand und kostenlose Rücksendungen.

 Während einige Uhrenmarken ihre Produkte bereits seit Längerem über ihre offiziellen Websites online verkaufen, hat sich die Zahl dieser Verkäufe seit diesem Frühjahr drastisch erhöht. Online-Verkäufe über offizielle Websites spielten während der Lockdowns und der Maßnahmen zur Selbstbeschränkung eine wichtige Rolle, und einige Top-Marken trugen maßgeblich dazu bei. Angesichts der aktuellen Lage wäre dies undenkbar gewesen, doch einige Uhrenmarken gaben in Online-Pressekonferenzen bekannt, dass sie Umsätze erzielt haben, die sich dem Vorjahreszeitraum annähern.

 Darüber hinaus haben einige ausländische Uhrenfachhändler berichtet, dass Online-Uhrenshops beispiellose Umsätze erzielt haben, wobei einige in den letzten sechs Monaten sogar Umsätze erzielten, die mit den Zahlen des Vorjahres gleichzogen oder diese sogar übertrafen.

 Die Swatch Group, der weltweit größte Uhrenhersteller, verzeichnete im ersten Halbjahr 2020 einen Rückgang des weltweiten Nettoumsatzes um 43.3 % und damit ihren ersten Halbjahresverlust. Der Online-Umsatz in den USA entwickelte sich jedoch positiv, und das Unternehmen kündigte an, in den USA künftig eine „Digital-First“-Vertriebsstrategie zu verfolgen.

 Darüber hinaus haben uns einige japanische Vertriebspartner unabhängiger, aufstrebender Marken mitgeteilt, die zwar keine Top-Marken sind, aber über besondere Mechanismen oder Designs verfügen, dass sie durch Online-Kundenservice und -Vertrieb beispiellose Umsätze erzielen konnten.

 Unter Berücksichtigung all dieser Informationen aus Japan und dem Ausland wird deutlich, dass der Online-Handel während der COVID-19-Krise einen beispiellosen Erfolg erzielt hat. Darüber hinaus wird es zweifellos Jahre dauern, bis die COVID-19-Krise beendet ist. Künftig dürfte der Online-Handel für Uhrenmarken noch wichtiger werden.

 Aus Verbrauchersicht waren Online-Käufe während des Lockdowns und der Zeit der Selbstbeschränkung die einzige sichere Möglichkeit, Luxusuhren zu erwerben. Obwohl die Maßnahmen zur Selbstbeschränkung aufgehoben wurden, zögern viele Menschen weiterhin, Geschäfte aufzusuchen. Künftig dürfte der Online-Kauf von Luxusuhren für Verbraucher noch üblicher werden.