Welche Uhren tragen Topstars? „Celebrity Watch Hunting“ ist eine Kolumne, die Prominente aus aller Welt vorstellt und Einblicke in ihren Alltag gewährt. Diesmal werfen wir einen Blick auf die Uhren von Hayao Miyazaki vom Studio Ghibli, einem Meister des Animationsfilms, sowie auf eine riesige mechanische Uhr, die von Miyazaki selbst entworfen wurde!
Miyazaki Hayao

Hayao Miyazaki gilt als Meister des japanischen Animationsfilms. 1978, im Alter von 37 Jahren, führte er Regie bei „Future Boy Conan“, dem ersten vollständig von NHK produzierten japanischen Animationsfilm. Sein Regiedebüt gab er im darauffolgenden Jahr mit „Lupin III: Das Schloss des Cagliostro“. Seitdem hat er eine Reihe von Klassikern geschaffen, darunter „Nausicaä aus dem Tal der Winde“ (1984), „Das Schloss im Himmel“ (1986), „Mein Nachbar Totoro“ (1988), „Kikis kleiner Lieferservice“ (1989) und „Porco Rosso“ (1992). Sein Film „Prinzessin Mononoke“ (1997) war damals der erfolgreichste japanische Film aller Zeiten, und diesen Rekord übertraf er mit „Chihiros Reise ins Zauberland“ (2001) noch einmal – ein Meilenstein in der Welt des Animationsfilms.
Darüber hinaus hat sich ihre Popularität und Anerkennung weltweit verbreitet. Die Anzahl der Auszeichnungen, die sie im Ausland erhalten hat, ist unzählig. Die Uhr, die wir heute vorstellen, spiegelt eine ihrer Errungenschaften wider.
Es gibt ein Foto von Hayao Miyazaki, auf dem er vor seinem Atelier in der Nähe von Studio Ghibli in Koganei, Tokio, lächelt. Es entstand in der wunderschönen Jahreszeit, kurz vor der Veröffentlichung von „Wie der Wind sich hebt“ im Jahr 2013. Er trägt eine Schürze, die an einen Arbeiter erinnert, und an seinem linken Handgelenk eine große, rechteckige Uhr. Vermutlich handelt es sich um eine Jaeger-LeCoultre Big Reverso.

Die Internationalen Filmfestspiele von Venedig zählen zu den renommiertesten Filmfestivals der Welt. Jaeger-LeCoultre, ein Uhrenhersteller, unterstützt das Festival seit 15 Jahren. Die Partnerschaft begann 2005. Im selben Jahr wurde Hayao Miyazaki für seine bedeutenden Verdienste um die Filmindustrie mit dem Ehrengoldenen Löwen des Festivals ausgezeichnet. Zu diesem Anlass überreichte Jaeger-LeCoultre Miyazaki diese Uhr.
Jaeger-LeCoultre ist ein traditionsreicher Uhrenhersteller, der 1833 im Vallée de Joux am südlichen Rand des Schweizer Jura gegründet wurde. Heute arbeiten in der Manufaktur rund 180 Kunsthandwerker mit unterschiedlichen Fachkenntnissen, die gemeinsam Uhren fertigen. Eines der bekanntesten Meisterwerke des Unternehmens ist die Reverso, die 1931 auf den Markt kam. Es handelt sich um eine quadratische Armbanduhr mit einem im Art-déco-Stil gestalteten, nach unten gewölbten Gehäuse, das den Goldenen Schnitt aufgreift. Die Uhr, die Hayao Miyazaki in den Händen hielt, war die Big Reverso, die etwas größer als das klassische Modell ist und über eine kleine Sekunde verfügt.
Jaeger-LeCoultre "Große Reverso"

Das verwendete Uhrwerk ist das handaufgezogene, quadratische Kaliber 822. Es ist mit nur 2.94 mm Dicke besonders flach und verfügt über ein klassisches Räderwerk. Das vierte Rad, das den Sekundenzeiger antreibt, befindet sich bei 6 Uhr, während Unruh und Federhaus leicht diagonal gegenüber dem zentralen Sekundenrad angeordnet sind. Das Kaliber 822 gilt als Meisterwerk, nicht zuletzt aufgrund seiner vielseitigen Konstruktion. Dies beweist die Tatsache, dass es auch in vielen anderen bedeutenden Luxusuhren, nicht nur von Jaeger-LeCoultre, Verwendung fand. So ergänzte beispielsweise A. Lange & Söhne das Kaliber 822 um ein Räderwerk und veränderte die Position der kleinen Sekunde deutlich. Daraus entstand die ursprüngliche „Lange 1“, eine der ersten Kollektionen der Marke nach ihrer Wiederbelebung.
Jaeger-LeCoultre schenkte Hayao Miyazaki dieses ikonische Modell, das einen wichtigen Teil der Firmengeschichte darstellt. Seitdem wurde Miyazaki häufig mit dieser Uhr gesehen. Wahrscheinlich schätzte er die einfache Handhabung, beispielsweise das schlanke Gehäuse, das ihn bei der Arbeit nicht behinderte, und das Zifferblatt mit seinen schlichten, gut lesbaren Anzeigen.

"NTV Big Clock", entworfen von Hayao Miyazaki
Etwa zur gleichen Zeit, als er die Reverso erwarb, arbeitete Hayao Miyazaki auch an einem Projekt außerhalb des Filmbereichs: einer gigantischen mechanischen Uhr an der Wand des Nippon Television Tower im Tokioter Stadtbezirk Minato. Mit Außenmaßen von ca. 12 Metern Höhe, 18 Metern Breite und 3 Metern Tiefe bedeckt sie eine Fläche, die etwa 332 Tatami-Matten entspricht. Nippon Television beauftragte Studio Ghibli mit dem Entwurf dieser Uhr anlässlich des Baus seines neuen Hauptsitzes. Die Fertigstellung dauerte sechs Jahre und erfolgte 2006 (die Konstruktion wurde von Nomura Co., Ltd., einem auf mechanische Uhren spezialisierten Unternehmen, durchgeführt). Miyazaki entwarf die Uhr aus insgesamt 1228 Kupferplatten, die einzeln gehämmert wurden. Sein Konzept: „Eine Maschine, die zugleich etwas Lebendiges ist.“ In Miyazakis Werk werden selbst Maschinen und Werkzeuge mitunter so dargestellt, als wären sie zum Leben erweckt worden. Dieses geheimnisvolle Design evoziert genau dies. Möglicherweise liegt es daran, dass die Planungsphase dieses Films mit der Produktion von „Das wandelnde Schloss“ (2004) zusammenfiel, dass sich einige Parallelen erkennen lassen. Die mechanischen Puppen, die jeden Tag zu einer bestimmten Zeit zum Leben erwachen, sind mittig auf einem Zifferblatt angeordnet, mit der „Schmiedfamilie“ rechts und der „Glockenspielerfamilie“ links. Die Art und Weise, wie sie den Zuschauer augenblicklich in die Welt von Studio Ghibli entführen, ist wirklich beeindruckend.



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