Sehen Sie sich den hilfreichen Chat des Journalisten Yasuhito Shibuya über die Uhrenindustrie an
Am 10. Juli 2020 kündigte die MCH Group, Muttergesellschaft der Messe Basel, dem Veranstalter der Baselworld, bedeutende Umstrukturierungen an. Diese wurden zuerst vom in Singapur ansässigen Uhrenmagazin SJX Watches berichtet. Auch in diesem Artikel wird darüber berichtet.

Die MCH-Gruppe befand sich in einer Krise.
Die Muttergesellschaft der Messe Basel ist die MCH-Gruppe, ein halbstaatliches Unternehmen, das von vier Gebietskörperschaften, allen voran den Kantonen Basel-Stadt und Zürich, finanziert wird. Das Unternehmen veranstaltet Messen in Basel, Zürich, Lausanne und anderen Städten und kann auf große Erfolge bei der Ausrichtung und Durchführung von Messen verschiedenster Art zurückblicken.

https://www.mch-group.com/en/news/
Zu den wichtigsten Veranstaltungen des Unternehmens zählen die Baselworld, die weltweit größte Uhren- und Schmuckmesse, und die Art Basel, die wegweisende Kunstmesse, die weltweit führend unter den Kunstmessen ist. Diese beiden Messen bilden das Rückgrat des Unternehmensgeschäfts.

https://www.artbasel.com/
Wie bereits in dieser Kolumne berichtet, hat sich jedoch seit 2010 bei der Baselworld die Unzufriedenheit unter Ausstellern und Besuchern aufgrund extrem hoher Ausstellungsgebühren, veralteter und den Zeitgeist ignorierender Managementpraktiken sowie explodierender Unterkunftskosten während der Veranstaltung immer weiter gesteigert, was dazu geführt hat, dass sich eine Reihe von Uhren- und Schmuckmarken von der Messe zurückgezogen haben.
Seit 2018, als die Swatch Group ihren Rückzug ankündigte, hat die MCH Group ihren Geschäftsführer ausgetauscht und Reformen zur Wiederherstellung ihrer Fairness umgesetzt.
Die einseitige Verschiebung der Messe aufgrund der COVID-19-Krise und die damit verbundenen Unstimmigkeiten bezüglich der Rückerstattung der Ausstellungsgebühren führten jedoch zu einem Konflikt zwischen dem Messesekretariat und dem Ausstellerverband. Bedeutende Aussteller, darunter Rolex, der Vorsitzende des Verbandes, kündigten ebenfalls ihren Rückzug an. Somit war die Fortsetzung der Messe faktisch unmöglich.
Die Aktien des Konzerns sind stark gefallen, von einem Höchststand von 80 Schweizer Franken im Jahr 2017 auf unter 20 Schweizer Franken in den letzten Tagen. Im Fokus standen nun die Rettungsmaßnahmen, die die Großaktionäre, darunter auch die aus den Kantonen Basel-Stadt und Zürich, ergreifen würden.

