Neu gestaltet! Das neue Jaeger-LeCoultre Master Control System für 2020

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2020.04.29

Nach vielen Umwegen präsentieren wir Ihnen endlich die neuen Modelle für 2020. Wir möchten Ihnen daher einige bemerkenswerte Neuheiten der Watches & Wonders (W&W) Messe vom April vorstellen. Das zweite Modell unserer Reihe ist die Jaeger-LeCoultre Master Control Date.

Jaeger-LeCoultre Master Control

Jaeger-LeCoultre Master Control Datum
Die neueste Version eines Klassikers. Sie besticht durch ein Äußeres im Retro-Stil und das komplett überarbeitete Kaliber 899. Den Fotos zufolge wurden auch Details wie die Datumsanzeige verbessert. Automatik (Kal. 899AC). 32 Steine. 28.880 Halbschwingungen pro Stunde. Gangreserve von ca. 70 Stunden. Edelstahl (Durchmesser 40 mm, Höhe 8.78 mm). Wasserdicht bis 5 bar. Unverbindliche Preisempfehlung: 796.000 Yen (inkl. MwSt.).
Text von Masayuki Hirota (Chronos-Japan)


Die Master Control 2020 ist innen anders.

 Die Master Control von Jaeger-LeCoultre, obwohl unscheinbar, galt lange als Favorit unter Kennern. Doch möglicherweise war sich das Unternehmen unsicher, denn neue Master Control-Modelle beschränkten sich auf geringfügige Verbesserungen, lediglich eine Größenänderung. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Das Kaliber 899 der Master Control war zwar im Grunddesign überlegen, setzte aber beim Einstellen der Zeit sofort die Zeiger aus und bot nur eine Gangreserve von etwa 43 Stunden. Das Unternehmen besaß mit der 970er-Serie ein weiteres Meisterwerk unter den Automatikwerken, das zwar unübertroffen in seiner Langlebigkeit war, aber zu groß und dick, um als Kernwerk zu dienen. Ein Insider von Jaeger-LeCoultre gab später zu: „Das Design war gut, aber es fehlte an Vielseitigkeit.“ So sah sich die renommierte Marke aus Le Sentier gezwungen, mit einem unterlegenen Automatikwerk gegen die Konkurrenz anzutreten.

 Im Jahr 2019 verbesserte Jaeger-LeCoultre die 899er-Serie grundlegend und verlängerte die Gangreserve erfolgreich auf rund 70 Stunden. Zudem wurde das Überspringen der Zeiger, eine Schwäche der 899er-Serie und ihres Vorgängers, der 889er-Serie (deren Grunddesign aus dem Jahr 1967 stammt!), vollständig beseitigt. Wie genau diese Verbesserungen vorgenommen wurden, beschreibt Jaeger-LeCoultre in einer Pressemitteilung wie folgt:


Das Meisterwerk Kal. 899, das seine Schwächen endlich überwindet

Kal.899

Die 2020er-Edition (tatsächlich 2019 erschienen) des Kalibers 899AC ist die perfektionierte Version des erstmals 05 vorgestellten Automatikwerks. Es zeichnet sich durch eine deutlich längere Gangreserve, verbesserte antimagnetische Eigenschaften und die Beseitigung des zuvor problematischen Zeigersprungs aus. Es hat einen Durchmesser von 26 mm und eine Dicke von 3.7 mm. Es verfügt über eine freischwingende Unruh und eine Siliziumhemmung. Der Aufzug ist zwar unidirektional, aber dennoch stoßfest.

Laut Pressemitteilung ergeben sich folgende wesentliche Änderungen:

- Die Hemmung besteht aus Silizium und hat eine etwas andere Form, um den Energieverbrauch zu reduzieren.
Das zweite Rad verwendet ein Federmaterial. Laut einem Interview aus dem Jahr 2019 besteht es aus elastischem LIGA. Der Grund dafür ist vermutlich, dass die Nadel nicht springen soll.
Die Edelstahlschrauben, mit denen die oszillierenden Zahnräder befestigt waren, wurden durch extrem haltbare Titanschrauben ersetzt, vermutlich um die antimagnetischen Eigenschaften zu verbessern, obwohl der Grund dafür unklar bleibt.
- Neues Öl verwendet.
Verbesserungen am Federhaus ermöglichen den Einsatz einer stärkeren und längeren Zugfeder. Dies ist ein relativ neuer Trend und eine Technik, die von Marken wie Breguet bevorzugt wird. Jaeger-LeCoultre betont jedoch, dass sich ihr Ansatz von dem Breguets unterscheidet.

 Dank einer umfassenden Überarbeitung behielt die 05 erschienene 899 jedenfalls ihre schlanke und kompakte Bauweise und erreichte gleichzeitig eine Leistung, die mit den neuesten Automatikuhren vergleichbar war. Es lag daher nahe, dass Jaeger-LeCoultre, die nun endlich über ein exzellentes Uhrwerk verfügten, auch die Master Control weiterentwickeln wollte.

 Der Reiz der neuen Master Control liegt, wie der Name schon sagt, in der neuen 899er-Serie. Ich hatte das diesjährige Modell noch nicht in der Hand, werde es aber so beschreiben, als wäre es identisch mit dem letztjährigen Modell. Das Einstellen der Zeiger ist, wie von Jaeger-LeCoultre gewohnt, präzise, ​​und das Problem des Zeigerspringens wurde vollständig behoben. Obwohl es sich um eine Uhr mit einseitigem Aufzug handelt, ist der Rotor klein und flach, sodass er nicht so auffällig wirkt wie beim ETA 7750 – ein schönes Detail. Sie ist vielleicht das perfekte Beispiel für eine flache Automatikuhr. Man kann mit Sicherheit sagen, dass der Marktwert einer Master Control mit diesem Uhrwerk im Vergleich zu Vorgängermodellen deutlich gestiegen ist. Für einen Uhrwerk-Liebhaber ist sie allein deshalb schon eine lohnende Anschaffung.

Das Kaliber 899 ist durch den Gehäuseboden sichtbar. Obwohl das Erscheinungsbild unverändert geblieben ist, wurde die Leistung deutlich verbessert. Den Fotos zufolge ist die Verarbeitung des Gehäuses, einschließlich der Gravur, merklich hochwertiger geworden.

 Es gibt jedoch einige wenige Schwächen. Eine davon ist das Rotorgeräusch. Um den Rotor sicher zu fixieren, hat Jaeger-LeCoultre das Rotorlager durch ein Keramiklager ersetzt. Dies bietet den Vorteil von Verschleißfreiheit und geringem Widerstand, führt aber gleichzeitig zu einem lauteren Rotorgeräusch. Es entspricht in etwa dem des ETA 2892A2, könnte aber von manchen als störend empfunden werden. Eine weitere Schwäche ist die unverändert schlichte Oberfläche. Einige Schrauben wurden zwar brüniert, die Fasen sind jedoch weiterhin matt. Ein einfacher Austausch der Fasen gegen Diamantschliff würde die Optik vermutlich deutlich verbessern. Positiv anzumerken ist jedoch, dass Jaeger-LeCoultre lieber in sichtbare als in unsichtbare Bereiche investiert. Dies wird deutlich, wenn man sich die Form der Lagersteine ​​ansieht.


Die Herangehensweise von Jaeger-LeCoultre, wie sie sich in ihrem kleinen Logo zeigt.

Das Design betont den Retro-Charme. Das dunkle Gehäuse hebt die Hochglanzpolitur hervor. Das Zifferblatt hat ein silbernes Sonnenschliff-Finish. Dem Foto nach zu urteilen, wirkt der Lack matt. Mir persönlich gefällt das kleinere Logo. Ein großes Logo passt nicht zu einem Unternehmen wie Jaeger-LeCoultre.

 Das neue Design ist eindeutig von Uhren der 1940er- und 50er-Jahre inspiriert. Arabische Ziffern, strichförmige Indizes und Leuchtpunkte sind charakteristische Details dieser Ära, und die Betonung des gewölbten Zifferblatts sowie die schmalere Lünette verstärken den antiken Charakter. Die zylindrische Krone (vorher konisch) ist ein weiteres Retro-Detail.

Was sofort ins Auge fällt, ist das dreidimensional geformte Datumsfenster. Der Rahmen ist deutlicher sichtbar als zuvor und zudem fein gearbeitet. In Wirklichkeit ist es nicht ganz eindeutig, aber dem Foto nach zu urteilen, ist das Zifferblatt mit einem markanten Bombe-Riff versehen. Auch die Krone mit ihrer zylindrischen Spitze wirkt altmodisch.

 Was diese Uhr jedoch noch bemerkenswerter macht, sind die für Jaeger-LeCoultre ungewöhnlichen, aufwendigen Details. Nehmen wir beispielsweise das Datumsfenster. Der Rahmen ist nun präzise geformt, und der umgebende Zierrahmen ist schmaler. Da das Unternehmen der Gestaltung von Datumsfenstern bisher wenig Beachtung schenkte, ist dies eine deutliche Verbesserung. Auch das „JAEGER-LECOUTRE“-Logo wurde verkleinert, was seine Eleganz zusätzlich unterstreicht. Während andere Unternehmen ihre Logos einfach vergrößern, ist Jaeger-LeCoultres Entscheidung für den gegenteiligen Weg bewundernswert.

Gehäuseseite. Dank des 3.3 mm dicken Uhrwerks beträgt die Gehäusedicke 8.78 mm. Beachten Sie die feine Körnung an der Gehäuseseite. Obwohl keine Details bekannt gegeben wurden, lässt das Foto vermuten, dass das Novonappa-Kalbslederarmband ein leicht austauschbares Abie-Armband ist.

 Mit einem Durchmesser von 40 mm und einer Dicke von 8.78 mm sind die Proportionen für eine moderne Businessuhr nahezu ideal. Wenn ich es so sagen müsste, wäre sie vielleicht etwas zu dünn, aber das mag der Grund dafür sein, dass einige Schrauben des Uhrwerks durch nichtmagnetisches Titan ersetzt wurden. Den Fotos nach zu urteilen, macht die Gehäuseverarbeitung einen guten Eindruck, und die Breite des Schwungrads, die beim Vorgängermodell der Master ein Kritikpunkt war, scheint hier gut gelöst worden zu sein.

 Ich habe diese Uhr bisher nur auf Fotos gesehen, aber mein aktueller Eindruck ist eindeutig: „Exzellent“. Jaeger-LeCoultre (und, wenn ich mich entscheiden müsste, Omega) sind derzeit wohl die einzigen Hersteller, die Uhren mit solch flacher Bauweise und gleichzeitig hoher Robustheit fertigen können. Daher freue ich mich, dass das Unternehmen zu diesem Stil zurückkehrt. Der Preis ist angesichts der Leistung zudem angemessen. Ich werde meine Eindrücke nach einer persönlichen Besichtigung entweder auf der Website oder in diesem Magazin teilen.

Nach einem Kommentar einer bestimmten Person ist mir etwas wieder aufgefallen. Das Armband dieser Uhr hat eine Verarbeitung im Stil der 1940er-Jahre, mit den Nähten auf der Innenseite. Ich glaube nicht, dass Jaeger-LeCoultre früher so viel Wert auf Details gelegt hat.