Ich glaube, der Reiz von Richard Mille liegt eher im Äußeren als im Uhrwerk. Die leichten, extrem präzise gefertigten Gehäuse verleihen den Uhren von Richard Mille einen Charme, der bei Uhren anderer Hersteller vergeblich ist. Das beste Beispiel dafür ist die RM 25-01 Tourbillon Adventure Sylvester Stallone, die in Zusammenarbeit mit Sylvester Stallone entstanden ist. Diese Uhr mit Kompass ist nicht nur ein praktisches Zeitmessgerät, sondern ein zeitgenössisches Kunstwerk mit einer außergewöhnlichen Ausstrahlung.
Interview und Text von Masayuki Hirota (Chronos-Japan)
Ein einzigartiges Äußeres, erzielt durch Präzisionsbearbeitung im Mikrometerbereich
2018 brachte Richard Mille das limitierte Sondermodell „RM25-01 Tourbillon Adventure Sylvester Stallone“ heraus. Der Preis lag bei 110,6 Millionen Yen. Ich kannte zwar die Umrisse dieser kostspieligen Outdoor-Uhr, hatte sie aber nie persönlich gesehen. Ich erwartete neben der Zusammenarbeit mit Sylvester Stallone noch weitere Verkaufsargumente, doch die RM25-01, die ich schließlich sah, übertraf meine Erwartungen. Vereinfacht gesagt ist die RM25-01 eine sogenannte Kompassuhr mit einer austauschbaren Kompasslünette. Zweifellos ist sie, wie Richard Mille in der Dokumentation verkündet, „eine Uhr, die John Rambos Handgelenk würdig ist“.
Wie von Richard Mille gewohnt, ist der Lieferumfang umfangreich. Die Ersatzlünetten sind in zwei Ausführungen erhältlich: eine mit Kompass und eine beidseitig drehbare Lünette mit 360°-Skala, vier Himmelsrichtungen und 24-Stunden-Skala. Das Gehäuse verfügt außerdem über eine Wasserwaage bei 2 Uhr und ein wasserdichtes Pillenfach bei 2 Uhr, in dem Wasserreinigungstabletten aufbewahrt werden können. Der abnehmbare Kompass lässt sich zur weiteren Verwendung auch am mitgelieferten Lineal befestigen.

Der Grund, warum ich die RM25-01 als „unvorstellbar“ bezeichnet habe, liegt jedoch nicht in ihrer Funktionsvielfalt. Andere Hersteller können Uhren mit diesem Funktionsumfang wahrscheinlich ebenfalls fertigen, mit Ausnahme der herausragenden Tourbillon-Chronographen. Als ich das fotografierte Modell in den Händen hielt, war ich von der Präzision seiner Verarbeitung überwältigt. Ich habe schon viele verschiedene Uhren in der Hand gehabt, aber noch nie eine, die sich so meisterhaft anfühlte. Wie wir in diesem Magazin schon oft geschrieben haben, werden die Gehäuse von Richard Mille mit der gleichen Präzision gefertigt wie ihre Uhrwerke. Anders ausgedrückt: auf den Mikrometer genau, nicht auf 10 Mikrometer. Dies ist einer der Gründe, warum Richard Mille Uhren so überraschend teuer sind und warum die gesamte Uhr so harmonisch wirkt.
Richard Mille hat seine Fertigungstechnologie nun eingesetzt, um die hochfunktionale RM25-01 zu kreieren. Die erhöhte Anzahl an äußeren Komponenten unterstreicht die für Richard Mille charakteristische Raffinesse, und die vielen beweglichen Teile machen die Uhr zu einem wahren Genuss für die Sinne. Die RM25-01 ist einzigartig, da man die hohe Präzision der Verarbeitung förmlich spüren kann.
Die hohe Verarbeitungsqualität zeigt sich an der Carbon-TPT®- und Titan-Linealplatte, die den Kompass sichert. Die Befestigung erfolgt über denselben Bajonettverschluss wie bei einem Kameraobjektiv. Zum Fixieren wird der Kompass eingeschraubt, zum Lösen drückt man einen großen Knopf. Das Bajonett ist aus Titan gefertigt. Um Verschleiß zu vermeiden, ist jedoch nur der Teil, der mit dem Kompass in Eingriff kommt, DLC-beschichtet. Zusätzlich sorgt ein federbelastetes Lager im Bajonettfuß für spielfreien Halt des Kompasses.

Die Verarbeitung des Bajonetts ist ebenfalls interessant. Normalerweise poliert Richard Mille alle sichtbaren Teile. Auch die Innenseite des Bajonetts bildet da keine Ausnahme, allerdings wurden die Schnittflächen bewusst so belassen. Vermutlich wollte Richard Mille sie nicht polieren und dünner machen, da dies die perfekte Passform beeinträchtigt hätte. Das Anbringen und Abnehmen des Kompasses fühlt sich exquisit an, und es würde mich nicht wundern, wenn jemand allein für dieses Erlebnis 1 Millionen Yen zahlen würde. Da es sich um eine Luxusuhr handelt, lässt sich das Bajonett selbstverständlich vollständig zerlegen.
Der am Lineal befestigte Kompass ist ebenfalls von erstaunlicher Präzision gefertigt. Eine Kompassnadel, die von einem Rubinlager (!) getragen wird, ist mittig im Saphirglas eingelassen. Das Lager ist eingelassen, um die reibungslose Bewegung der Nadel zu gewährleisten und die Demontage zu ermöglichen. Die Innenseite des Kompassdeckels ist, wie bei anderen Kompassuhren auch, hochglanzpoliert. Obwohl üblicherweise Glas verwendet wird, besteht dieser Deckel vermutlich aus aufgedampftem Metall. Die Oberfläche ist vollkommen glatt, und ich habe noch nie eine derart spiegelglatte Oberfläche gesehen.
Die RM25-01 ist für eine Outdoor-Uhr erstaunlich präzise. Ehrlich gesagt habe ich noch nie eine Uhr gesehen, die in puncto Verarbeitung mit ihr mithalten kann, und ich bezweifle, dass es jemals eine geben wird.

Eine aufwendige Uhr mit austauschbarer, drehbarer Lünette und Kompass, wasserdichtem Gehäuse und Wasserwaage. Ihre Konstruktion entspricht zwar der von Outdoor-Uhren, doch die Verarbeitungsqualität ist herausragend, selbst im Vergleich zu früheren Richard Mille Modellen. Sie ist mit einem Wettkampfwerk ausgestattet, das durch Gewichtsreduzierung an den Hebeln deutlich stoßfester gemacht wurde. Handaufzug (Kal. RM25-01). 35 Steine. 21.600 Halbschwingungen pro Stunde. Gehäuse aus Carbon TPT® und Titan Grad 5 (Durchmesser 50.85 mm, Dicke 23.65 mm). Wasserdicht bis 100 m. Weltweit auf 20 Stück limitiert. 110,6 Millionen Yen.
