Auch wenn sie weder auf dem Mond gelandet ist noch am Handgelenk von James Bond getippt hat, ist die Omega Railmaster eine praktische und bürotaugliche Uhr. Hier nehmen wir die Railmaster Master Chronometer aus dem Jahr 2017 genauer unter die Lupe.
Text von Martina Richter
Herausgegeben von Yuzo Takeishi

Railmaster Master Chronometer
Automatikwerk (Kal. OMEGA 8806). 35 Steine. 25.200 Halbschwingungen pro Stunde. Gangreserve ca. 55 Stunden. Edelstahl (Durchmesser 40 mm). Wasserdicht bis 15 bar. Preis: 520.000 Yen (zzgl. MwSt.).
Während die ursprüngliche Railmaster ursprünglich für Elektriker konzipiert wurde, ist die aktuelle Railmaster Master Chronometer eine moderne Interpretation dieser stilorientierten Uhr und verfügt über die Master Chronometer-Zertifizierung des Eidgenössischen Instituts für Metrologie (METAS).
Die Indizes und die stabförmigen Stunden- und Minutenzeiger sind mit Super-LumiNova beschichtet. Tagsüber ändert sich die Farbe, doch mit Einbruch der Dunkelheit leuchten sie in einem schönen Blau und geben einen hellen Punkt frei, der mühelos zwischen den Stundenmarkierungen gleitet. Der lollipopförmige Sekundenzeiger erinnert an die Bahnhofsuhren in der Schweiz und unterstreicht so die Verbindung der Railmaster zur Eisenbahn.
Die Railmaster, die 1957 auf den Markt kam, symbolisierte Omegas langjährige Verbindung zur Eisenbahn. Bereits 1895 lieferte Omega Taschenuhren an Eisenbahnunternehmen. Knapp 60 Jahre später wurde die Railmaster speziell für Eisenbahner, Wissenschaftler, Elektriker und andere Berufsgruppen entwickelt, die in Bereichen mit starken elektromagnetischen Feldern arbeiteten. Ihr doppelwandiges Gehäuse schützte das Uhrwerk vor Magnetfeldern von über 1000 Gauß.

Dieses klassische Modell wurde 2003 überarbeitet, war aber bereits Ende der 1990er-Jahre mit einem modernen Co-Axial-Uhrwerk ausgestattet. Diese Version wurde jedoch bald eingestellt. Die Railmaster wurde 2017 als Teil der limitierten Omega 1957 Trilogy Jubiläumskollektion neu aufgelegt. Sie greift das Originaldesign von 1957 originalgetreu auf und verfügt über das hauseigene Automatikwerk Kaliber 8806. Dieses vereint Vintage-Ästhetik mit moderner Master-Chronometer-Technologie und zeichnet sich durch eine hohe Magnetfeldresistenz von über 15.000 Gauß aus. So kann die Railmaster ihre über 120-jährige Geschichte fortsetzen.
Anders als beim Originalmodell und den Jubiläumsmodellen weist das Zifferblatt der in diesem Test verwendeten Railmaster Master Chronometer vertikale Haarlinien auf, die der Uhr ein modernes Aussehen verleihen. Die Indizes bei 3, 6, 9 und 12 Uhr verwenden eine andere Schriftart als beim Original. Die Minuteneinteilung im Eisenbahnstil erzeugt eine nostalgische Atmosphäre und bildet einen dezenten Kontrast zum Zifferblatt.

Das Fadenkreuz in der Mitte des Zifferblatts signalisiert, dass die hohe Präzision der aktuellen Railmaster durch das Master Chronometer Kaliber 8806 erreicht wird. Ein COSC-Zertifikat bestätigt die Einhaltung der Chronometernormen, und ein METAS-Zertifikat (Eidgenössisches Institut für Metrologie) belegt, dass die Railmaster die Qualitätsstandards der COSC übertrifft und als geprüfter Master Chronometer Magnetfeldern von über 15.000 Gauß standhält. Zudem bietet diese Railmaster eine vierjährige Garantie.
Wie andere aktuelle Uhrwerke von Omega zeichnet sich auch das Kaliber 8806 durch höchste Präzision und Magnetfeldresistenz nach heutigen Maßstäben aus. Obwohl es nicht ganz so perfekt läuft wie das von uns bereits getestete Master Chronometer (das Kaliber 8900 in der Seamaster Planet Ocean), hält es die Zeit dennoch mit ausreichender Genauigkeit. Das Messgerät zeigte zwar in einigen Lagen Abweichungen an, doch schneidet dieses Modell im Tragetest besser ab als bei Messungen mit dem Messgerät.

Seit 2017 ist das Kaliber 8806 das Standard-Dreizeigerwerk für Omegas Master Chronometer-Modelle. Obwohl seine Grundstruktur der des 2016 eingeführten Kalibers 8800 entspricht, verfügt das Kaliber 8806 über keine Datumsanzeige. Dieses wunderschöne Werk mit Genfer Streifen im Arabesken-Stil ist in einem Stahlgehäuseboden verborgen, der mit einem Seepferdchen-Motiv geprägt ist. Seepferdchen und Inschrift auf dem Gehäuseboden werden durch das neue, patentierte Naiad-Lock-System sicher fixiert. Dieses Naiad-Lock-System ähnelt einem Bajonettverschluss, und Omega hat bei nachfolgenden Modellen schrittweise vom traditionellen verschraubten Gehäuseboden abgerückt.
Das Gehäuse hat einen Durchmesser von 40 mm und ist bis 150 m (15 bar) wasserdicht. Das Naiad-Lock-System hält den Gehäuseboden sicher an seinem Platz und trägt zur ansprechenden Optik bei. Das Leder an der Unterseite des Armbands sorgt für hohen Tragekomfort, während das Fischgrätmuster des Textils und die Metallösen an den kleinen Löchern an hochwertige Arbeitskleidung erinnern.

Die Railmaster Master Chronometer ist zweifellos ein zuverlässiger Begleiter. Ihr Design mag zwar nicht besonders raffiniert oder innovativ wirken, ihre Ganggenauigkeit hat sich jedoch bewährt. Sie ist eine lässig-elegante und vielseitige Uhr, die sich nicht nur im Beruf, sondern auch in der Freizeit als idealer Begleiter erweist.
