[Interview] Jasmine Audemars, Vorsitzende des Verwaltungsrats von Audemars Piguet

2019.12.29
Foto von Yu Mitamura
Interview und Text von Yukiya Suzuki (Chronos-Japan)

Moderner „Regelverstoß“-Code 11.59

 Im Herbst dieses Jahres veranstaltete Audemars Piguet die Ausstellung „Mehr als Uhren“ im Tokyo Midtown. Wir sprachen mit Jasmine Audemars, der Präsidentin des Unternehmens, die extra aus der Schweiz zur Eröffnung angereist war, über „Mehr als Uhren“.

Jasmine Audemars

Jasmine Audemars
Geboren 1941 in Lausanne, Schweiz. Urenkel von Jules-Louis Audemars, einem der Gründer von Audemars Piguet. Eines der wenigen traditionsreichen Modehäuser, in denen die Gründerfamilie noch heute in der Geschäftsführung aktiv ist. Mit 16 Jahren verließ er Le Brassus, um in Lausanne und später in Genf Wirtschaftswissenschaften und Wirtschaftsgeschichte zu studieren. Anschließend begann er seine journalistische Laufbahn. 70 wurde er stellvertretender Chefredakteur der Tageszeitung, aus der Le Temps hervorging, und 80 Chefredakteur. 87 trat er dem Verwaltungsrat von Audemars Piguet bei und folgte 92 seinem Vater als Verwaltungsratsvorsitzender nach.

„Die Uhrmacherkunst von Audemars Piguet basiert auf außergewöhnlicher Handwerkskunst. Wir glauben, dass Handwerkskunst und Kunst eng miteinander verbunden sind. Deshalb haben wir die Idee einer Partnerschaft mit der Art Basel sehr ernst genommen.“

 Seit 2013 ist das Unternehmen globaler Partner der Art Basel. Besonders hervorzuheben ist sein Engagement für junge Künstler. Diese unterstützen die Künstler nicht nur, sondern verstehen auch die kulturellen und geografischen Wurzeln von Audemars Piguet und arbeiten gemeinsam an der Schaffung von Kunstwerken und Ausstellungsräumen.

„Um mit Künstlern zusammenzuarbeiten, laden wir sie zunächst in unseren Hauptsitz in Le Brassus ein. Im Laufe einiger Tage entdecken sie die umliegenden Berge, Täler und Wälder und sehen und interpretieren Audemars Piguet durch ihre eigene Linse.“

 Für ein Unternehmen, dessen Philosophie es ist, „die Regeln zu brechen“, bieten Entdeckungen in der Kunst eine Inspiration, die in der Uhrenindustrie nicht zu finden ist. Was meint sie mit „Regeln“? Sie erklärt, dass „Regeln“ Philosophien, Richtlinien für die Suche nach dem eigenen Weg und zugleich ein unabhängiger Geist sind. „Die Royal Oak, die 1972 auf den Markt kam, war die erste Uhr, die damals mit den Regeln brach.“ Ganz nach dem Motto des Unternehmens: „Die Regeln brechen, ohne sich anzupassen.“ In einer Zeit, in der goldene Dresswatches Standard waren, verkörperte die großkalibrige Royal Oak aus Edelstahl den Inbegriff des Regelbruchs. Doch die durch die Handwerkskunst des Vallée de Joux veredelte Oberfläche und das Uhrwerk verliehen ihr einen Glanz, der kaum vermuten ließ, dass sie aus Stahl gefertigt war.

„In diesem Sinne kann man die 2019 erschienene CODE11 59 als modernes ‚Regelbrechen‘ bezeichnen“, erklärt sie. „Es gab schon immer eine gewisse Anzahl von Kunden, die sich für klassische runde Uhren interessierten. Gleichzeitig besteht stets eine Nachfrage nach zeitgenössischem Design. Die CODE11 59 vereint diese beiden Elemente.“

„Wir haben die außergewöhnlichen Techniken für Haarschnitte und Polierarbeiten, die wir für die Royal Oak entwickelt haben, auch auf diese Uhr angewendet. Genau wie die Royal Oak einst ‚unkonventionell‘ war, ist dies eine faszinierende und wunderbare Herausforderung.“

Audemars Piguet CODE 11.59 von Audemars Piguet Flying Tourbillon
Dieses moderne Design besticht durch ein achteckiges Mittelgehäuse und eine schmale, runde Lünette, kombiniert mit den polierten und gebürsteten Oberflächen der Royal Oak. Die Uhr verfügt über ein automatisches fliegendes Tourbillon und ein rauchblaues Emaille-Zifferblatt. Automatikwerk (Kal. 2950). 27 Steine. 21.600 Halbschwingungen pro Stunde. Gangreserve: ca. 65 Stunden. 18 Karat Gold (Durchmesser 41 mm, Höhe 11.8 mm). Wasserdicht bis 30 m. Aktueller Marktpreis.


Kontaktinformationen: Audemars Piguet Japan ☎03-6830-0000