Rückblick auf die Hong Kong Watch & Clock Fair 2018, die größte der Welt!

2018.12.27

Uhrenmessen, darunter die Baselworld, unterliegen Höhen und Tiefen. Eine Messe, die besonders hervorsticht, ist die Hong Kong Watch & Clock Fair in Hongkong. Ursprünglich eine kleine Ausstellung für OEMs, ist sie jedes Jahr gewachsen. 2018 avancierte sie zur weltweit größten Uhrenmesse mit rund 830 Ausstellern.

Die Hong Kong Uhren- und Uhrenmesse ist mittlerweile die weltweit größte

 Hongkong ist der größte Uhrenmarkt der Welt, und die Region um Hongkong und Shenzhen zählt zu den weltweit führenden Uhrenproduktionszentren. Im Zentrum der Hongkonger Uhrenindustrie steht die Hong Kong Watch & Clock Fair. Die 37. Ausgabe der Messe fand vom 4. bis 8. September 2018 im Hong Kong Convention and Exhibition Centre statt. Laut Veranstalterangaben besuchten 21.000 Einkäufer die Messe, ein Plus von 2 % gegenüber dem Vorjahr. Obwohl die Besucherzahl nur etwa ein Fünftel der Baselworld betrug, handelte es sich überwiegend um Einkäufer, was den Messecharakter noch verstärkte.

Der Eingang zur Hong Kong Watch & Clock Fair im Hong Kong Convention and Exhibition Centre. Gemessen an der Anzahl der Aussteller hat sie die Baselworld überholt und ist nun die größte Uhrenmesse der Welt.

 Besonders interessant war die Zusammensetzung der Teilnehmerliste. Neben einer breiten Palette von Herstellern aus Hongkong und China nahmen auch verschiedene europäische Hersteller teil, die ihre Absatzmärkte erweitern wollten. Zudem waren zahlreiche Hersteller von Zubehör für Uhren wie Verpackungen, Schachteln und Armbänder sowie OEM-Hersteller aus Hongkong und China vertreten. Darüber hinaus veranstaltete das Sekretariat im Rahmen der Veranstaltung mehrere Konferenzen für Medienvertreter und andere Interessierte. Hervorzuheben war die proaktive Herangehensweise des Sekretariats, die Entwicklung nicht den Herstellern zu überlassen, sondern gemeinsam mit ihnen den Markt zu beleben.

An die Reporter wurden Presseausweise verteilt. Journalisten waren nicht nur aus Asien, sondern auch aus Europa und dem Nahen Osten eingetroffen.


Es gibt mehr als nur Uhrmacher

 Die Hong Kong Watch & Clock Fair erstreckt sich über mehrere Etagen des Hong Kong Convention and Exhibition Centre. Die Hauptetage ist der Salon de TE, der vorwiegend Uhrenherstellern aus Hongkong und China gewidmet ist. Memorgin, mittlerweile eine der führenden Uhrenmarken Asiens und nicht nur Hongkongs, und Seagull, ein führender chinesischer Hersteller, ragen über dem Eingang empor. Die Produkte dieser beiden Unternehmen galten einst als preiswert, doch das hat sich grundlegend geändert. Symbolisch dafür präsentierte Seagull an seinem Stand sogar ein Rohwerk für eine Minutenrepetition. Soweit ich das beurteilen konnte, war die Verarbeitungsqualität durchaus ansprechend.

Der Salon de TE im Erdgeschoss ist eine Ecke, die den Fokus der Hong Kong Watch & Clock Fair auf Luxus symbolisiert, in der sich 150 Markenhersteller versammelt haben.

 Übrigens haben im Erdgeschoss führende Schweizer Marken Stände auf der sogenannten „Worldwide Brand Piazza“ aufgebaut. Dabei handelt es sich jedoch um lokale Händler, die nicht offiziell vertreten sind. Dennoch ist deutlich erkennbar, dass die Organisatoren die Veranstaltung luxuriöser gestalten wollen. Offenbar gibt es Pläne, den Salon de TE ab dem nächsten Jahr von der Hong Kong Watch & Clock Fair abzutrennen und als eigenständige Veranstaltung zu etablieren. Sollte dies gelingen, könnte er sich zu einer der führenden Luxusmessen Asiens entwickeln.

Am Eingang präsentierten sich die Stände zweier großer asiatischer Marken, Memorigin und Seagull. Wie von beiden Unternehmen zu erwarten, herrschte während der Veranstaltung reger Besucherandrang.


Im Zentrum des Salon de TE befand sich ein Veranstaltungsbereich, in dem verschiedene Unternehmen ihre Events abhielten. Das Foto zeigt eine Veranstaltung von Memorigin. Gast war Herr Hu Siu Kwang, ein bekannter Bowlingspieler aus Hongkong.


 Auf einer anderen Etage war der Salon de TE ähnlich gut besucht von asiatischen Uhrenmarken und -zulieferern. Neben Herstellern aus Hongkong und China waren auch japanische Unternehmen wie Epson und Seiko Instruments sowie koreanische Hersteller mit Ständen vertreten. Besonders interessant war der hintere Teil der Halle: Dort reihten sich kleine Läden für Armbänder und Werkzeuge aneinander und verliehen dem Ganzen das Flair einer Hongkonger Messe. Ein Werkzeughändler, der seit über 20 Jahren ausstellt, hatte seinen Stand direkt hinter einem aufstrebenden Hersteller – ein Anblick, den man auf der Baselworld oder dem SIHH nie zu sehen bekäme.


Die Halle war voll mit asiatischen Marken, darunter Seiko Instruments-Tochter TMI, der Rohmaschinenhersteller Ronda und Seiko Epson. Die japanischen Hersteller stellten jedoch alle über ihre lokalen Tochtergesellschaften aus.


Im hinteren Teil des Standes befand sich ein Eisenwarenladen namens „Watch Me International“. Dort gab es ausschließlich Lupen. Außerdem war eine riesige Auswahl an anderen Werkzeugen und Accessoires zu finden. Falls Sie in Japan jemals keine Inspiration für eine Uhr haben, ist dieser Laden ein absolutes Muss.


 Auf der Etage für Uhrenteile und Erstausrüster wurde alles rund um Uhren verkauft, von Papiertüten und Schachteln bis hin zu den Uhren selbst. Fotografieren war dort übrigens verboten. Auf meine Frage nach dem Grund antwortete der Papiertütenverkäufer: „Weil die Gefahr besteht, dass andere Firmen sie kopieren.“ Vielleicht liegt es auch daran, dass die Hersteller der Lieferanten nicht bekannt werden sollen. Aussteller und Besucher verhielten sich jedoch vorbildlich, und niemand fotografierte ohne Erlaubnis.

Es handelt sich nicht um Bovet, sondern um Juvet. Juvet ist ein Schweizer Hersteller, der 1842 gegründet wurde. Das Unternehmen wurde 2010 wiederbelebt und vertreibt seine Produkte nun in Hongkong, Macau, Singapur und Taiwan. Die Preise liegen im Durchschnitt zwischen 30 und 50 Yen.

A-tek ist eine aufstrebende Marke aus Hongkong. Neben ihren erschwinglichen Preisen besticht sie durch ihren für Hongkonger Marken typischen Pop-Stil. Sie gehört zu den Marken, auf deren Markteinführung in Japan mit Spannung gewartet wird.