(Rechts) Der Nachfolger der DW-5000C ist die DW-5600C-1. Sie erschien im Juni 1987. Der damalige Verkaufspreis betrug 9800 Yen (ohne Steuern). Ab diesem Modell wurde die Wasserdichtigkeitsanzeige für den japanischen Markt mit „20 BAR“ und für den internationalen Markt mit „200 M“ gekennzeichnet. Außerdem wurde eine Beleuchtung hinzugefügt, um die Uhrzeit auch im Dunkeln ablesen zu können.
Reproduktion fehlender Blenden mittels Fotovergusstechnologie
Im Rahmen eines Projekts zum 35-jährigen Jubiläum der stoßfesten Uhr „G-SHOCK“ bietet Casio Computer Co., Ltd. (im Folgenden Casio) für begrenzte Zeit einen Reparaturservice für die erste G-SHOCK, die „DW-5000C“, und ihren Nachfolger, die „DW-5600C“, an. Der Zeitraum läuft vom 1. November 2018, 9:00 Uhr, bis zum 31. Januar 2019. Die Kosten betragen 11.232 Yen (inkl. MwSt.), zuzüglich 9600 Yen Versandkosten. Ersetzt werden Lünette, Armband und Batterie. Das Angebot gilt nur für das schwarze Standardmodell. Anträge können über eine spezielle Website gestellt werden (https://casio.jp/support/repair/dw/) ist erledigt.
Die 1983 erschienene DW-5000C und die 87 eingeführte DW-5600C sind seit über 30 Jahren nicht mehr mit Ersatzteilen für Reparaturen erhältlich. Zwar gibt es Teile auf dem Gebrauchtmarkt, doch die Preise sind aufgrund der steigenden Beliebtheit recht hoch. Casio hat nun mit einer neuen Fotoformtechnologie die Lünetten nachgebildet. Dadurch ist es möglich, die Lünetten der DW-5000C und DW-5600C auszutauschen – etwas, das lange Zeit nicht möglich war. Die Lünetten werden von Casio Business Service gefertigt, Reparaturen, einschließlich des Teileaustauschs, werden von Casio Techno durchgeführt.
Besonders interessant ist die detailgetreue Nachbildung der Originalteile. Durch präzise Bearbeitung der Spritzgussformen hat Casio die in G-SHOCK- und Pro Trek-Uhren verwendeten Harzteile optimiert. Dadurch weisen selbst die Einsteigermodelle der G-SHOCK nun kaum sichtbare Formnähte und scharfe Kanten auf. Allerdings sind die Formen teuer in der Herstellung und Instandhaltung und daher für die Kleinserienfertigung ungeeignet.
Bei der Entwicklung neuer Reparaturlünetten setzt Casio daher auf das sogenannte Fotoformverfahren, bei dem anstelle einer Metallform eine Silikonform verwendet wird. Dieses Verfahren eignet sich zwar nicht für die Massenproduktion, ist aber ideal für die Kleinserienfertigung von Kunststoffteilen. Im Gegensatz zu 3D-gedruckten Teilen weisen diese keine Schichtstruktur auf und können daher direkt verwendet werden. Da keine Formen benötigt werden, bleiben die Herstellungskosten niedrig. Dank der Formgebung mit weichem Silikon lässt sich die Originalform zudem exakt reproduzieren. Zwar erwägen bereits einige Hersteller die Einführung des Fotoformverfahrens, doch Casio dürfte der erste Hersteller sein, der es in der Uhrenindustrie einsetzt.
Das für die Silikonform gewählte Material ist transparent und lichtdurchlässig. Granulierte Harzpellets werden zwischen die geformte Silikonform gelegt und mit Licht bestrahlt, um die Lünette zu formen. Laut Casio konnten sie selbst bei Reparaturanfragen für ältere Modelle keine Außenteile liefern, da ihnen die Originalformen fehlten. Da sie jedoch nicht mit genügend Reparaturen rechneten, um die Anfertigung von Formen zu rechtfertigen, suchten sie nach anderen Möglichkeiten zur Restaurierung der Außenteile. Das Unternehmen hatte verschiedene Methoden untersucht und sich vor zwei Jahren auf eine neue „Lichtformtechnologie“ konzentriert, die für diesen Restaurierungsservice eingesetzt wird.
Da die Formen von der Originallünette und dem Originalarmband abgenommen werden, ist die Form bis ins kleinste Detail identisch. Auch die verwendeten Materialien entsprechen denen der Formteile. Da die Formteile jedoch Grate aufweisen, die manuell entfernt werden müssen, und die Justierung der Maschine Zeit in Anspruch nimmt, ist die Anzahl der durchführbaren Reparaturen auf wenige Dutzend pro Tag begrenzt.
Der Restaurierungsservice für die originale G-SHOCK wurde zunächst als reiner Kundenservice eingeführt. Eine Ausweitung auf weitere Modelle ist geplant, konkrete Pläne hierfür gibt es jedoch noch nicht. Produktrückgaben sind aktuell nur innerhalb Japans möglich; Rücksendungen aus dem Ausland werden nicht akzeptiert. Der Fortbestand des neuen Casio-Restaurierungsservices hängt vom Erfolg dieses Tests ab. Besitzern einer 5000-C oder 5600-C empfehlen wir die Nutzung dieses Services dringend. Angesichts des Aufwands ist der Preis angemessen.
Herstellungsprozess der Lünette
Kontaktinformationen: Casio Computer Kundendienstzentrum 03-5334-4869
