MORITZ GROSSMANN “BENU 37/ATUM 37”
Das Kaliber 102.1 war das letzte Uhrwerk, das vom ehemaligen Chefdesigner Jens Schneider entworfen wurde, der einen soliden Designansatz bevorzugte.
Dieses kleine, flache Uhrwerk wurde als Nachfolger der Tefnut in zweiter Generation konzipiert, seine Ursprünge lagen aber eigentlich in einem „kleinen Moritz Grossmann“.
Dieses für eine Uhr mit kleinem Durchmesser ungewöhnlich robuste Uhrwerk wurde schließlich in der Benu und der Atum verbaut.
Interview und Text von Hiroyuki Suzuki
Dies ist die Atum 37 mit dem weltweit anerkannten „Lanzettenzeiger“. Dieser wurde zwar durch eine einzigartige römische Ziffer ersetzt, doch der Zeiger allein genügt, um den unverwechselbaren Charakter der Atum zu vermitteln. Handaufzug (Kal. 102.1). 22 Steine. 21.600 Halbschwingungen pro Stunde. Gangreserve von ca. 48 Stunden. 18 kW (Durchmesser 37.0 mm, Dicke 9.2 mm). Preis: 3,2 Millionen Yen.
(Rechts) Benu 37 [mit Skeletthänden]
Die Benu 37 ist eine exklusiv in Japan erhältliche Edition mit skelettierten Zeigern. Die arabischen Ziffern, deren Schriftart an Breguet-Ziffern erinnert, ergänzen den transparenten Stundenzeiger. Handaufzug (Kal. 102.1). 22 Steine. 21.600 Halbschwingungen pro Stunde. Gangreserve ca. 48 Stunden. 18KRG (Durchmesser 37.0 mm, Dicke 9.2 mm). Preis: 3,2 Millionen Yen.
Jens Schneider, der seit der Markteinführung die treibende Kraft hinter der Einzigartigkeit des neuen Moritz Grossmann-Uhrwerks war, machte sich Ende letzten Jahres selbstständig. Sein Nachfolger als Chefdesigner ist Jeroen Heise, geboren in Jena, Thüringen. Heise ist seit etwa anderthalb Jahren bei Moritz Grossmann tätig, wo er eng mit Schneider zusammenarbeitete und die Designphilosophie von Grossmann übernahm. Zuvor war er rund zehn Jahre bei Glashütte Original beschäftigt, wo er für die Entwicklung der Kaliber-58-Serie für den Senator Chronometer und der Kaliber-37-Serie für den Chronographen verantwortlich war.
Unterdessen wurde unter Schneiders Leitung das Kaliber 102.1 vorgestellt, eine vollständige Überarbeitung des Kalibers 102.0 der ursprünglichen Tefnut. Während der ursprüngliche Designer Norwied Windecker (derzeit bei A. Lange & Söhne) eine filigrane Ästhetik bevorzugte, entschied sich Schneider für einen robusteren Designansatz. Mit seinem größeren Federhaus, einem konventionelleren Räderwerk und einer robusten Dreifünftelplatine strahlte das Uhrwerk eine Solidität aus, die eher an eine Kleine Benu oder Kleine Atum erinnerte als an das Uhrwerk der zweiten Tefnut. Dies führte natürlich dazu, dass Uhrenliebhaber die kleineren Modelle Benu oder Atum wünschten. Die Benu 37 und Atum 37, die dieses Jahr auf der Baselworld offiziell vorgestellt wurden, sind neue Modelle, die als Antwort auf diese Nachfrage entwickelt wurden.
