Die Vacheron Constantin „Overseas“-Kollektion, die seit ihrer Einführung 1996 ihr 30-jähriges Jubiläum feiert und sich dem Thema Reisen widmet, erfreut sich aufgrund ihrer hohen Funktionalität und ihres sportlichen Designs großer Beliebtheit. Sie gilt heute nicht nur als Meisterwerk des Hauses, sondern auch als Inbegriff der „Luxus-Sportuhren“. Dieser Artikel stellt drei Hauptgründe für die Einzigartigkeit der Overseas vor und erläutert die Entstehungsgeschichte der Kollektion.

Fotografien von Yoshienori Eto
Text von Mitsuru Shibata
Text von Mitsuru Shibata
[Artikel veröffentlicht am 30. Januar 2026]
Die drei Achsen, aus denen sich die Übersee-Abteilung zusammensetzt
Seit ihrer Markteinführung 1996 feiert die „Overseas“ dieses Jahr ihr 30-jähriges Jubiläum. Ihre Ursprünge reichen bis zur „222“ von 1977 zurück, und ihr integriertes Armbanddesign wird dem Segment „Luxus-Sport“ zugeordnet. Doch mit Blick auf große Reisen und die sich erweiternde Welt hat die Kollektion ihren ganz eigenen, einzigartigen sportlich-eleganten Stil entwickelt.
Der Name selbst verkörpert die Sehnsucht nach der Welt jenseits der Meere, und das sportliche Design mit Armband vermittelt Dynamik. Diese Kollektion spiegelt den Forschergeist und die Denkweise von François Constantin wider, einem der Gründer des Hauses. François' Entdeckergeist, der ihn auf Weltreisen zur Erweiterung der Vertriebskanäle führte, zeigt sich in den praktischen Funktionen für Reisende, wie Wasser- und Magnetfeldresistenz, und sein Forscherdrang prägt die kontinuierliche Weiterentwicklung der Kollektion.
Die Pillar-Kollektion des Hauses umfasst mittlerweile eine breite Modellpalette, darunter Tourbillons, ewige Kalender, Uhren mit Dualzeitanzeige und Chronographen. Lassen Sie uns ihre Faszination aus drei Perspektiven beleuchten.
1. Eine Vielzahl farbiger Zifferblätter

Das Zifferblatt besticht durch einen satinierten Sonnenschliff, der mit Gold- und Marineblaulack überzogen und anschließend mit Klarlack versiegelt wurde. Die Zähler, in der gleichen Farbe wie das Zifferblatt, weisen eine guillochierte Oberfläche auf, die einen reizvollen Kontrast erzeugt. Automatikwerk (Kal. 1120 QP). 36 Steine. 19.800 Halbschwingungen/Stunde. Gangreserve von ca. 40 Stunden. Gehäuse aus 18-karätigem Gelbgold (41.5 mm Durchmesser, 8.1 mm Höhe). Wasserdicht bis 5 ATM. 20.592.000 Yen (inkl. MwSt.).
Eines der prägenden Merkmale der Kollektion ist die Vielfalt der Zifferblattfarben. Farbige Zifferblätter verleihen den Uhren eine neue Persönlichkeit und ein modernes Flair. Selbst klassische, traditionelle Modelle wirken dadurch frischer, und das gilt ganz besonders für sportlich-elegante Kollektionen wie die Overseas.
Neben den klassischen Farben Silber und Schwarz umfasst die Kollektion eine Vielzahl von Farben, die die Faszination des Reisens wecken, darunter ein an Himmel und Meer erinnerndes Blau, Champagnergold, Burgunderrot und Grün. Die zarte Sonnenstrahlenoptik breitet sich von der Mitte nach außen aus, und durch das Auftragen mehrerer Lackschichten tritt das darunterliegende Sonnenmuster hervor. Dies erzeugt einen Eindruck von Tiefe und einen reichen Ausdruck, der sich mit dem Lichteinfall verändert.

Die Farbauswahl umfasst nicht nur die Überprüfung der Farbe anhand von Pantone-Farbtabellen und Farbkalibrierungsmonitoren, sondern auch die Erstellung mehrerer Prototyp-Zifferblätter und die Verfeinerung des endgültigen Farbtons unter Berücksichtigung seiner Harmonie mit dem Gehäusematerial. Selbst ein und derselbe Blauton kann je nach Modell unterschiedliche Nuancen aufweisen, und die Entwicklung kann mitunter mehrere Jahre dauern.
Ein Kommentar von Masayuki Hirota, Chefredakteur von Chronos Japan.
Vacheron Constantin, gegründet 1755, erlangte seinen weltweiten Ruhm nicht allein durch die Herstellung außergewöhnlich hochwertiger Uhren. Was diese traditionsreiche Marke zu mehr als nur einem historischen Hersteller gemacht hat, ist ihr innovativer Umgang mit Uhrengehäusen. Seit den 1930er-Jahren integrierte das Unternehmen verschiedene Designs in seine Gehäuse – eine Praxis, die auch nach dem Beginn der Massenproduktion in den 1960er-Jahren fortgeführt wurde. Nun präsentiert Vacheron Constantin ein neues Designkonzept für Zifferblätter. Mit farbenfrohen, lackierten Zifferblättern verleiht das Unternehmen seinem sportlich-eleganten Modell „Overseas“ eine frische Note. Die Farbwahl ist exquisit. Kräftige Farben lassen eine Uhr zwar hervorstechen, wirken aber oft wenig luxuriös. Dezente Farben sind zwar luxuriös, aber nicht besonders originell. Vacheron Constantin hingegen hat die perfekte Balance gefunden und seiner klassischen Sportuhr eine neue Persönlichkeit verliehen. Der Einsatz von Farbe ist neuartig, aber nie übertrieben. Dies wurde durch die langjährige Erfahrung einer traditionsreichen Marke ermöglicht.
2. Selbst komplexe Modelle können in einem dünnen Gehäuse verarbeitet werden.
Ein weiteres Merkmal der Overseas ist ihr schlankes Gehäuse. Trotz ihres sportlichen Designs bietet sie dank ihres flachen Profils die Eleganz und den Tragekomfort einer eleganten Dresswatch. Dies wird durch das hauseigene, flache Uhrwerk und die Gehäusekonstruktion ermöglicht.

Die aktuelle Kollektion, die 2016 vorgestellt wurde, verfügt über das Manufakturkaliber 5100 mit zentralem Sekundenzeiger. Durch die Konzentration des Räderwerks in der Mitte wird Platz für zusätzliche Funktionen geschaffen, während die Bauhöhe reduziert wird. Darauf aufbauend wurden das Dualzeitkaliber 5110DT und der Chronograph 5200 entwickelt.
Trotz komplexer Mechanismen behält die Uhr ihr schlankes Profil. Die „Overseas Extra-Flat Perpetual Calendar“ integriert einen ewigen Kalender als Modul in das bewährte, ultraflache Kaliber 1120 und beherbergt das ultraflache Automatikwerk Kaliber 2160, dessen peripherer Rotor die Gesamthöhe des Tourbillons reduziert.

Zusätzlich zu diesem flachen Uhrwerk wurden die Gesamthöhe der Lünette und das Seitenprofil des Mittelgehäuses verringert sowie die Dicke der gebogenen Bandanstöße und des Gehäusebodens reduziert, um ein schlankes Erscheinungsbild und einen angenehmen Tragekomfort zu erzielen.
Ein Kommentar von Yukiya Suzuki, stellvertretender Chefredakteur der japanischen Ausgabe von Chronos.
Wenn es um die flachen Modelle von Vacheron Constantin geht, ist die Kaliber-1120-Serie, die das Haus seit vielen Jahren verwendet, beispielhaft. Mit diesem ultraflachen Automatikwerk, das auf Tradition und bewährter Leistung basiert, ist es gelungen, die Dicke selbst von ewigen Kalendern auf nur etwas über 4 mm zu beschränken. Diese Designphilosophie findet sich auch in den aktuellen, im eigenen Haus entwickelten Werken wieder. Die geringe Dicke wird durch die effiziente Integration komplexer Mechanismen in einer geschichteten Struktur und die kompakte Anordnung des Räderwerks erreicht. Bei Automatikwerken wird die Dicke zudem durch den Einsatz peripherer Rotoren in einigen Modellen reduziert. Auch äußerlich wird die Dicke selbst bei sportlichen Modellen durch die hochsteife Konstruktion der Lünettenbefestigung und des integrierten Armbands ohne unnötige Elemente minimiert. Die optische Schlankheit wird auch durch das Layout und die Verarbeitung des Zifferblatts betont und sorgt so für eine durchgängige Eleganz von Dresswatches bis hin zu Overseas-Modellen. Für Vacheron Constantin zählt „Schlankheit“ zu den wichtigsten Kompetenzen bei Komplikationen.
Einfacher und dennoch langlebiger Riemenwechsel

Der austauschbare Armbandmechanismus, der ein einfaches Abnehmen und Anbringen ohne Spezialwerkzeug ermöglicht, hat sich in den letzten Jahren zu einem beliebten Ausstattungsmerkmal entwickelt. Die Overseas, deren Markenzeichen das integrierte Armband ist, hat diese Funktion frühzeitig in ihre aktuelle Kollektion aufgenommen, vor allem wegen ihrer praktischen Vorteile auf Reisen.

Durch den Wechsel von einem Metallarmband zu einem Leder- oder Kautschukarmband bietet die Uhr nicht nur Komfort auf Reisen, sondern auch die Flexibilität, sie für geschäftliche Anlässe, Freizeitaktivitäten und verschiedene Gelegenheiten am Reiseziel zu nutzen. Eine Reiseuhr sollte mehr bieten als nur spezielle Zeitmessfunktionen wie GMT oder Weltzeituhr. Gemäß der Ästhetik des Hauses ist dieser Mechanismus ideal für den modernen Reisenden und ermöglicht ihm, unterschiedliche Reisesituationen komfortabler zu genießen.
Ein Kommentar von Yuto Hosoda, Redakteur von Chronos Japan.
Der Mechanismus zum Armbandwechsel wird mittlerweile von immer mehr Marken eingesetzt. Er erfordert jedoch zwei scheinbar widersprüchliche Bedingungen: einfaches Abnehmen ohne Werkzeug und sicheren Halt des Armbands. Tatsächlich gelingt es nur wenigen Marken, beides zu vereinen: Benutzerfreundlichkeit und Zuverlässigkeit. Der Mechanismus der Overseas, der über einen Druckknopf auf der Gehäuserückseite des Armbands bedient wird, ermöglicht eine intuitive Handhabung und zeichnet sich, wie von einer sportlichen Uhr zu erwarten, durch hohe Stabilität aus. Das ist eine Seltenheit. Zwar beschränkt der Wechselmechanismus die Auswahl an Ersatzarmbändern auf Original-Overseas-Armbänder, doch die Vielfalt der verfügbaren Armbänder für die Overseas ist so groß, dass dies nicht als Nachteil empfunden wird.
Die Geschichte der „Übersee“-Linie von „222“ nachzeichnen
In den 1970er-Jahren entstand in der Welt der Luxusuhren eine neue Kategorie: die „Luxus-Sportuhren“. Die 1977 lancierte 222 war eine einzigartige Interpretation dieses Trends. Ihr Name leitet sich vom 222. Jahrestag der Markengründung ab. Sie symbolisiert den ungebrochenen Pioniergeist des Hauses – einen Geist, der später vom Modell Overseas weitergeführt wurde.

Die 1996 vorgestellte Overseas wandelte die geriffelte Lünette, ein Symbol der 222, in ein achtblättriges Design um, das an das ikonische Malteserkreuz des Hauses erinnerte. Auch das integrierte Armband erhielt eine markantere, geradlinigere und kantigere Form. 2004 wurde sie in ihre zweite Generation weiterentwickelt.
Das Zifferblatt wirkt sportlicher, und die Indizes und Zeiger sind massiver geworden. Das markanteste Merkmal ist jedoch das Armband, das vom Malteserkreuz inspiriert ist. Trotz seines kühnen Designs und seiner Robustheit sorgen die kürzeren Bandanstöße und Endstücke für einen höheren Tragekomfort.

Aufbauend auf dieser Tradition entstand 2016 die dritte Generation. Die Lünette wurde von acht auf sechs Lamellen reduziert, was ihr ein schlankeres Aussehen verleiht. Auch die Abschrägung des Mittelgehäuses wurde verbreitert, wodurch die elegante Dreidimensionalität betont und die Integration in das Armband verbessert wird.

Das blaue Zifferblatt, das an den weiten Himmel und das Meer erinnert, lädt zu einer Reise ein und harmoniert perfekt mit dem wunderschönen Gehäuse aus 18-karätigem Roségold. Dreißig Jahre nach der Gründung der Kollektion wurde ihr raffinierter Charme weiter verfeinert. Automatikwerk (Kal. 5100). 37 Steine. 28.800 Halbschwingungen/Stunde. Gangreserve von ca. 60 Stunden. Gehäuse aus 18-karätigem Roségold (41 mm Durchmesser, 10.69 mm Höhe). Wasserdicht bis 15 ATM. 10.208.000 Yen (inkl. MwSt.).
Das raffinierte Design sorgt dafür, dass die Kollektion auch mit einer Vielzahl farbiger Zifferblätter und komplexer Mechanismen ihre starke Präsenz behält.



