Laurent Ferriers „Klassischer Mond“-Ästhetik: Warum nur Mond und Sterne leuchten

2026.02.12

Auf den ersten Blick mag die Laurent Ferrier Classic Moon wie eine gewöhnliche Dreifachkalenderuhr wirken. Doch sie ist durchdrungen von Ferriers einzigartiger Ästhetik. So ist beispielsweise die Mondphasenanzeige mit einem leuchtenden Mond und Sternen aus Aventuringlas verziert. Überraschenderweise ist dies der einzige leuchtende Teil der Uhr. Neben der hohen Verarbeitungsqualität offenbart sich bei genauerem Hinsehen Ferriers unverwechselbarer Sinn für Verspieltheit – ist das nicht schlichtweg „stiller Luxus“?

Ursprünglich veröffentlicht watchtime.com
Text von Martin Green
© WatchTime
Ursprünglich veröffentlicht in WatchTime
Nachdruck mit freundlicher Genehmigung.
[Artikel veröffentlicht am 12. Januar 2026]

Ein Gipfel stillen Luxus

 Laurent Ferrier hat sich über die Jahre als feste Größe und Maßstab im Luxusuhrenmarkt etabliert. Seine Designs verkörpern „stillen Luxus“ durch die Kombination klarer Linien mit akribischer Detailgenauigkeit und außergewöhnlicher Handwerkskunst sowie erstklassiger Verarbeitung.

Hält man die Classic Moon tatsächlich in den Händen, wird die Philosophie dahinter sofort deutlich. Die Marke Laurent Ferrier selbst ist noch relativ jung, sie wurde erst 2009 gegründet. Ferrier selbst blickt jedoch auf eine herausragende Karriere in der Uhrenindustrie zurück und war 37 Jahre lang bei Patek Philippe tätig.

 Das Unternehmen pflegte die Tradition, nur die beiden besten Absolventen der Uhrmacherschule einzustellen, und Ferrier war 1968 einer von ihnen. Er erlebte alles von der Quarzkrise bis zur Renaissance der mechanischen Uhren und stieg stetig in den Rängen auf.

 Seine langjährige und tiefe Hingabe an eine Sache spiegelt sich auch in seiner Leidenschaft für den Rennsport wider. Wie schon in der Uhrmacherei zeigte Herr Ferrier auch als Rennfahrer früh Talent und hegte eine besondere Vorliebe für Langstreckenrennen. Er nahm mehrmals an den 24 Stunden von Le Mans teil und erreichte 1979 mit einem von Kremer getunten Porsche 935 den bemerkenswerten dritten Platz in der Gesamtwertung.

Eine einzigartige Vision, die auf Tradition aufbaut

 Es erfordert großen Mut, mit 63 Jahren eine eigene Marke zu gründen – in einem Alter, in dem man sich einen komfortablen Ruhestand hätte leisten können. Doch Ferrier hatte eine klare Vision. Das erste Modell der Marke, die Galet Classic Tourbillon Double Spiral, gewann auf Anhieb die Kategorie Herrenuhr beim Grand Prix d'Horlogerie de Genève (GPHG) 2010.

Laurent Ferrier „Klassischer Mond“

Laurent Ferrier „Classic Moon“ Ref.LCF039.R5.G3N
Handaufzug (Kal. LF126.02). 25 Steine. 21.600 Halbschwingungen pro Stunde. Gangreserve ca. 80 Stunden. Gehäuse aus 18-karätigem Gold (Durchmesser 40 mm, Dicke 12.9 mm). Wasserdicht bis 3 ATM. Modell mit Dornschließe: 16.060.000 Yen (inkl. MwSt.).

 Man erkennt sofort, dass diese Classic Moon ein direkter Nachkomme des Originals ist. Sie teilen nicht nur das gleiche Gehäuse- und Kronendesign, sondern auch die Uhrwerkskonstruktion, das Zifferblattdesign und die Zeigerform vermitteln ein unverkennbares „Familiengefühl“.

 Laurent Ferrier ist tief in der Tradition verwurzelt, besitzt aber die Stärke, sich nicht von der Last des „Erbes“ einengen zu lassen. Obwohl er sich an Designkonventionen hält und keinerlei Kompromisse bei Qualität oder Verarbeitung eingeht, beweist dieses Stück auch, dass Ferrier ein Gespür für „Verspieltheit“ hat.

 Am deutlichsten wird dies bei der ersten Mondphasenanzeige der Marke, in die Ferrier all seine Energie investierte und die die Mondphasen sowohl der Nord- als auch der Südhalbkugel anzeigt.

 Während sich viele Marken mit einer Standardscheibe zufriedengeben würden, wählte Ferrier einen anderen Ansatz: Er verwendete einen geformten Sockel aus Aventuringlas, der mit den Formen von Mond und Sternen graviert war, füllte ihn dann mit Super-LumiNova, das anschließend gehärtet und mit feinen Details graviert wurde, die erst im Dunkeln richtig zur Geltung kamen.

Laurent Ferrier „Klassischer Mond“

Der rote Sekundenzeiger passt perfekt zum exquisit gefärbten Zifferblatt.

 Interessanterweise ist der Rest des Zifferblatts vollständig leuchtend, was bedeutet, dass im Dunkeln nur Mond und Sterne durchscheinen und es unmöglich ist, die Uhrzeit abzulesen – eine poetische Hommage an die Tage, als Mondlicht die einzige Lichtquelle in der Nacht war.

Eine subtile Aussage im Detail

 Um die Uhr abzurunden, traf Ferrier eine weitere aufregende Entscheidung: Anstelle des in Luxusuhren üblicherweise verwendeten Alligatorlederarmbands entschied er sich für ein leicht gealtertes braunes Kalbslederarmband.

 Dies unterstreicht das insgesamt dezente Erscheinungsbild der Uhr. Traditionsgemäß ist das Armband handgenäht und für zusätzlichen Tragekomfort mit Alcantara gefüttert. Erfreulich ist auch die Wahl einer eleganten goldenen Dornschließe anstelle einer auffälligeren Faltschließe.

 Weil Qualität für sich spricht, ist die Schließe nicht mit dem Markennamen graviert. Tatsächlich findet sich das Markenlogo an dieser Uhr nur an zwei Stellen: auf der Vorder- und Rückseite. Eine erfrischende Entscheidung in einer Zeit, in der Logos und Markennamen oft das Produkt selbst in den Schatten stellen.

 Der Gehäuseboden offenbart eine harmonische Kombination aus rhodiniertem Silber und Goldtönen, akzentuiert durch rote Rubine. Ferrier verzichtet auf übermäßige Verzierungen und sogar auf gebläute Schrauben. Stattdessen wählte er sorgfältig ausgewählte Dekorationstechniken und führte sie mit höchster Präzision aus. Das Ergebnis ist eine zeitlose, visuelle Harmonie.

Laurent Ferrier „Klassischer Mond“

Brücken, die mit kunstvollen Genfer Streifen verziert sind.

 Dies wird durch die Konstruktion der Brücken unterstützt: Die Brücken, die das Uhrwerk und den größten Teil des Räderwerks tragen, sind relativ groß und weisen breite, aufwendig gearbeitete Genfer Streifen auf.

 Die Brücke, die die Hemmung trägt, wirkt hingegen klassischer mit ihren kleinen, eleganten Rundungen. Hier fallen die handgefassten Kanten ins Auge, die das Markenzeichen von Laurent Ferrier sind. Nicht nur die Brücke, sondern auch die Schraubenköpfe sind handpoliert.

Komfort und die Freude an der Berührung

 Die Classic Moon hat einen Durchmesser von 40 mm und eine Dicke von 12.90 mm. Sie liegt angenehm schwer in der Hand und ihre Gehäuseform sorgt für eine markante Präsenz am Handgelenk. Der warme Glanz des Rotgolds harmoniert perfekt mit dem satinierten, sandsilbernen Zifferblatt.

Laurent Ferrier „Klassischer Mond“

Ich habe tatsächlich die Classic Moon Silver getragen. Ihr Durchmesser von 40 mm verleiht ihr genau die richtige Präsenz.

 Die Textur dieses Zifferblatts lässt sich in Fotos oder Videos nur äußerst schwer einfangen. Je nach Lichteinfall verändert es sein Erscheinungsbild und wirkt dabei lebendig. Es ist ein Schauspiel, das nur der Besitzer ganz für sich genießen kann, und doch vermittelt es seinen Mitmenschen auf subtile Weise die hohe Qualität seines Designs.

 Die Tages- und Monatsfenster auf dem Zifferblatt sind vertieft, was den Lichtkontrast verstärkt, während das Datum durch einen dünnen roten Zeiger angezeigt wird. Das Blau der Datumsziffern und der Eisenbahnminuterie trägt zusätzlich zur ansprechenden Optik des Zifferblatts bei. Die speerförmigen Zeiger und die schlanken römischen Ziffern lassen das Zifferblatt größer und offener wirken, als es tatsächlich ist.

 Die Liebe zum Detail zeigt sich auch in den Spalten zwischen den Brücken: Zwischen der Brücke, die das Uhrwerk trägt, und der Brücke für das darunterliegende Getriebe wurde bewusst eine Spalte geschaffen, die einen Blick ins Innere ermöglicht.

 Die kreisförmige Körnung erstreckt sich bis unter die Unruh und zeigt damit, dass die Verzierung nicht nur die sichtbaren Teile, sondern das gesamte Uhrwerk umfasst. Auch die Gestaltung des Federhauses, das leicht aus der Brücke hervortritt, trägt zum Gesamtbild des Uhrwerks bei. Die Gangreserveanzeige ist ebenfalls in das Uhrwerk integriert und gewährleistet so optimale Ablesbarkeit, ohne das Design zu beeinträchtigen.

 Das Kaliber LF126.02 mit 31.60 mm Durchmesser füllt das 40-mm-Gehäuse perfekt aus. Dies trägt wesentlich zum Tragekomfort der Uhr bei. Ein weiteres wichtiges Element ist die Krone. Da es sich um eine Jahreskalenderuhr handelt, ist keine häufige Nachjustierung erforderlich. Da sie jedoch über ein Handaufzugswerk verfügt, werden Sie die Krone intensiv nutzen.

Laurent Ferrier Classic Moon

Laurent Ferrier „Classic Moon“ Ref.LCF039.AC.C1WC
Handaufzug (Kal. LF126.02). 25 Steine. 21.600 Halbschwingungen pro Stunde. Gangreserve ca. 80 Stunden. Edelstahlgehäuse (Durchmesser 40 mm, Dicke 12.9 mm). Wasserdicht bis 3 bar. Modell mit Faltschließe: 14.245.000 Yen (inkl. MwSt.).

 Bei einer Gangreserve von rund 80 Stunden ist das nichts, was man jeden Tag tun muss, aber es hat etwas ungemein Befriedigendes, die zwiebelförmige Krone mit den Fingerspitzen zu drehen und das sanfte Gefühl des Aufziehens der Zugfeder zu genießen.


Kontaktinformationen: Swiss Prime Brands Tel. 03-6226-4650


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