Corum gehörte lange Zeit zu einem Unternehmen mit Sitz in Hongkong, doch im April 2025 führte der damalige Vertriebsleiter Haso Mehmedovic mit Unterstützung schweizerischer Investoren einen Management-Buy-out (MBO) durch. Als neuer CEO widmet er sich nun dem Rebranding des Unternehmens.
Foto von Yu Mitamura
Interview und Text von Hosoda Yuto (diese Zeitschrift)
Text von Yuto Hosoda (Chronos-Japan)
Herausgegeben von Yukiya Suzuki (Chronos-Japan)
[Artikel erschienen in der Septemberausgabe 2026 von Kronos Japan]
Corum an seinen rechtmäßigen Platz zurückbringen

Geboren 1993, erwarb er seinen CFC-Abschluss an einer Berufsschule in Le Locle und trat 2011 als Uhrmacher in die Firma Corum ein. Er war als Manager in den Bereichen Qualitätskontrolle, Produktentwicklung und Vertrieb tätig, bevor er Markenmanager wurde. 25 arbeitete er mit zwei ihm bekannten Schweizer Investoren zusammen, um Corum von der City Champ Watch & Jewelry Group Limited zu erwerben, und wurde anschließend CEO und Vorstandsvorsitzender.
Was verfolgt der 32-jährige CEO, der ein „100% schweizerisches Governance-System“ für das Unternehmen angekündigt hat? Der Schlüssel dazu liegt in den Begriffen „Wiederaufbau“ und „Rückkehr“, die in den Pressemitteilungen zu seinem Amtsantritt häufig fielen.
„Corum befand sich in den letzten Jahren in einer sehr schwierigen Lage. Meine beiden Partnerinvestoren und ich teilten jedoch den starken Wunsch, Corum wiederzubeleben, und so beschlossen wir, den Management-Buy-out durchzuführen. Corum verfügt über eine wunderbare DNA und ein Erbe, das von seinem Gründer René Vanwald hinterlassen wurde. Wir wollen dies nutzen, um zu den Wurzeln der Schweizer Marke zurückzukehren und ihr ihren rechtmäßigen Platz in der Welt zurückzugeben.“
Seit dem Management-Buy-out hat Mehmedovic immer wieder seine „ursprüngliche Position“ betont. Auf welche Position bezieht er sich konkret?
„Für mich ist Corum eine mutige, kreative, einzigartige und hochwertige Marke. Zunächst müssen wir dieses Image zurückgewinnen. Indem wir es dann an die heutige Zeit anpassen, werden wir wieder an unseren angestammten Platz zurückkehren. Und langfristig – nicht in fünf oder zehn Jahren, sondern in 50 Jahren – möchte ich Corum zu einer der zehn Top-Marken der Uhrenindustrie machen.“

Dante Alighieri war ein Florentiner Dichter, bekannt für sein Epos „Die Göttliche Komödie“. Diese Münzuhr enthält eine Gedenkmünze aus Silber (500 Lire), die 1965 zum 700. Geburtstag des Dichters herausgegeben wurde. Das Gehäuse basiert auf dem Sellita SW300 und ist nur 7.55 mm dick. Automatikaufzug (Kal. CO 082). 25 Steine. 28.800 Halbschwingungen pro Stunde. Gangreserve: ca. 42 Stunden. Edelstahlgehäuse (36 mm Durchmesser, 7.55 mm dick). Wasserdicht bis 1 bar. Weltweit auf 700 Stück limitiert. 2.530.000 Yen (inkl. MwSt.).
Corum bietet aktuell High-End-Modelle wie die Golden Bridge an, hat aber auch eine Reihe von Produkten im mittleren Preissegment im Programm. Wird Letzteres reduziert, um das zuvor erwähnte Markenimage zu erreichen?
„Derzeit kann ich noch keine konkreten Details zur Optimierung bestehender oder zur Entwicklung neuer Kollektionen nennen. Es stimmt jedoch, dass die Preisspanne sehr groß ist – von Uhren um die 4000 Schweizer Franken bis hin zu Modellen über 100.000 Schweizer Franken. Ich bin überzeugt, dass eine gewisse Reduzierung der extrem hohen Anzahl an Kollektionen und Artikeln der richtige Weg ist. Darüber hinaus möchte ich in Produktqualität, Verarbeitung und Kundenerlebnis investieren und den Wert jeder einzelnen Uhr steigern.“
Seit seinem Eintritt bei Corum als Uhrmacher mit 18 Jahren war er in verschiedenen Bereichen als Manager tätig, darunter Qualitätskontrolle, Produktentwicklung und Vertrieb, und ist überzeugt, die Marke besser als jeder andere zu kennen. Sollte es einem solchen Talent gelingen, das Unternehmen langfristig wieder auf Erfolgskurs zu bringen, könnte Corum eines Tages im Mittelpunkt der Uhrenindustrie stehen.



