Die Redaktion des Uhrenmagazins Chronos Japan berichtete über die Watches & Wonders 2025, die Fachmesse für neue Uhren. Dieser Artikel, ursprünglich im Magazin unter dem Titel „Neue Uhren, die in Genf glänzten: Die Schlüsselwörter waren ‚Farbe‘ und ‚kleiner Durchmesser‘“, erschienen, ist nun auf webChronos erneut veröffentlicht. Er stellt die herausragenden neuen Uhrwerke von Rolex, Grand Seiko, Bulgari und anderen Herstellern vor.
Text von Masayuki Hirota (Chronos-Japan)
Herausgegeben von Yuto Hosoda (Chronos-Japan)
[Artikel erschienen in der Septemberausgabe 2025 von Kronos Japan]
Von hochkomplizierten Uhren bis hin zu kompakten Modellen – das neue Uhrwerk 2025
Auf den ersten Blick mag die diesjährige Watches & Wonders Geneva 2025 unspektakulär wirken, doch bei genauerem Hinsehen offenbaren sich einige exzellente Uhrwerke. Angeführt wird das Feld von Rolex' Kaliber 7135 mit Dynapulse-Hemmung und Grand Seikos Kaliber 9RB2, das eine Ganggenauigkeit von ±20 Sekunden pro Jahr erreicht. Wir stellen Ihnen diese ambitionierten neuen Modelle genauer vor.

Dieses neue Uhrwerk verfügt über eine lange Gangreserve von ca. 66 Stunden und eine hohe Frequenz von 36.000 Halbschwingungen pro Stunde. Die Konstruktion, die den Durchmesser vergrößert und das Uhrwerk flacher gestaltet, unterscheidet sich grundlegend von der 32er-Serie. Daher verwendet es die platzraubende, aber hocheffiziente Dynapulse-Hemmung und eine Syloxi-Spirale anstelle einer Aufzugsunruh.
Seit den 2000er-Jahren hat die Innovation bei Uhrwerken einen enormen Aufschwung erlebt. Dieses Jahr markiert den Höhepunkt dieser Entwicklung. Symbolische Beispiele hierfür sind das Rolex-Kaliber 7135 mit Dynapulse-Hemmung und das Grand Seiko-Kaliber 9RB2 mit einer Ganggenauigkeit von ±20 Sekunden pro Jahr. Diese beiden Uhrwerke weisen theoretisch eine herausragende Präzision für in Serie gefertigte Automatikwerke auf. Zudem verfügen beide über eine lange Gangreserve von rund drei Tagen. Von nun an werden die Hersteller zweifellos ihre Uhrwerksentwicklung vorantreiben, um diesem neuen Standard gerecht zu werden.


Das Basiswerk wurde ebenfalls verbessert. Das von TAG Heuer verwendete Kaliber TH31-02 wurde in Zusammenarbeit mit AMT entwickelt. Es bietet eine lange Gangreserve von ca. 80 Stunden und erreicht theoretisch die gleiche hohe Präzision wie ein COSC-zertifizierter Chronometer. Aufgrund seiner Größe wird es voraussichtlich nur in einer begrenzten Anzahl von Modellen verbaut werden können, doch dieses Uhrwerk wird die Attraktivität der TAG Heuer-Produkte zweifellos steigern. Breitling, im selben Preissegment angesiedelt, verwendet das neu entwickelte Kaliber 31 ebenfalls in seinem Basismodell Top Time B31. Durch die gemeinsame Nutzung einiger Komponenten mit dem Kaliber B19 wird eine hohe Leistung bei gleichzeitig niedrigen Kosten erzielt. Die Kombination aus einer Gangreserve von ca. 78 Stunden und einer freischwingenden Unruh ist durchaus bemerkenswert.

Die Les Cabinotiers Solaria Ultra Grande Complication – La Première von Vacheron Constantin besticht durch eine beispiellose Komplikation. Das auf drei Platinen verteilte Uhrwerk umfasst 1521 Komponenten, darunter 41 Komplikationen, fünf astronomische Funktionen und eine Westminster-Repetition. Vacheron Constantins raffinierte Designphilosophie, die Funktionen auf die einzelnen Platinen zu verteilen, wurde hier in einem Meisterwerk im Armbanduhrformat verwirklicht.

Dieses Jahr präsentierte Patek Philippe die „Complex Desk Clock 27000M“ als ihr Hauptmodell. Sie wird selbstverständlich von einem neu entwickelten Uhrwerk angetrieben. Regler und Räderwerk stammen aus einer bestehenden Taschenuhr und werden von einer 5 Meter langen Zugfeder in drei Federhäusern angetrieben. Die Gangreserve beträgt etwa 31 Tage. In Kombination mit einem Konstantkraftmechanismus erreicht sie eine Ganggenauigkeit von nur ±1 Sekunde pro Tag. Sie verfügt außerdem über einen ewigen Kalender mit Wochenanzeige. Ein wahres Meisterwerk.
Auch die Auswahl an automatischen Damenuhren hat sich verbessert. Nach Chopards Einführung der 09er-Serie mit kleinem Durchmesser präsentierte Bulgari sein hauseigenes Kaliber BVS 100 Lady Solotempo. Dieses robuste Automatikwerk bietet eine Gangreserve von ca. 50 Stunden und eine deutlich größere Unruh. Berichten zufolge soll dasselbe Kaliber zukünftig auch in anderen LVMH-Tochtergesellschaften zum Einsatz kommen, was eine deutliche Weiterentwicklung der Damenmodelle des Konzerns erwarten lässt. Auch Louis Vuitton hat ein Automatikwerk mit kleinem Durchmesser angekündigt. Obwohl es derzeit noch auf bestimmte Herrenmodelle beschränkt ist, richtet sich seine Größe eindeutig an Frauen. Diese Uhr zeichnet sich ebenfalls durch eine lange Gangreserve und eine freischwingende Unruh aus.

Dies ist ein ambitioniertes Modell von Louis Vuitton. Seine kompakte Größe zielt eindeutig auf Damenuhren ab. Es besticht durch eine hochwertige Verarbeitung, eine lange Gangreserve von ca. 50 Stunden für ein Uhrwerk mit kleinem Durchmesser und eine freischwingende Unruh ohne Regler. Das dezente Rotorgeräusch und die sanfte Zeigerverstellung sind mit denen etablierter Luxusuhren vergleichbar. Dieses Kaliber wird mit Sicherheit zukünftige Innovationen einleiten.
Zwei der bekanntesten Beispiele für komplexe Uhrwerke sind das Patek Philippe-Uhrwerk für Tischuhren und das Kaliber 3655 der Vacheron Constantin Solaria. Die gekonnte Verbindung von klassischer Konstruktion und Multifunktionalität gelingt nur einem traditionsreichen Unternehmen mit langjähriger Erfahrung in der Entwicklung komplexer Mechanismen.
Das Uhrwerk verfügt über ein fliegendes Tourbillon bei 6 Uhr. Dank eines Stoßdämpfers aus BMG-Glas am äußeren Rand, eines gelenkigen Kronenaufzugskerns und eines extrem dicken O-Rings um die Krone bietet es eine Stoßfestigkeit von mindestens 1 G/ms. Es ist ein einfacher, aber durchdachter Mechanismus, typisch für IWC. Da er jedoch viel Platz benötigt, wäre er für andere Anwendungen nur schwer geeignet.
Dies ist eine neu entwickelte automatische Damenuhr von Bulgari. Bei der Entwicklung stand die lange Gangreserve im Vordergrund. Durch die raffinierte Formgebung des Rotors wirkt das Uhrwerk flacher. Die im Verhältnis zur Größe große Unruh soll der Uhr theoretisch eine hervorragende Tragbarkeit verleihen.



