Die Redaktion des Uhrenmagazins Chronos Japan berichtete über die Watches & Wonders 2025, die Fachmesse für neue Uhren der Uhrenindustrie. Der ursprünglich im Magazin unter dem Titel „Neue Uhren glänzen in Genf: Die Schlüsselwörter sind ‚Farbe‘ und ‚Kleiner Durchmesser‘“ erschienene Artikel ist nun auf webChronos erneut veröffentlicht. Diesmal blicken wir auf diesen Trend zurück und konzentrieren uns dabei auf Gehäuse mit kleinem Durchmesser und farbenfrohe Zifferblätter, die auch den Titel dieses Beitrags bilden.
Fotografien von Ryotaro Horiuchi
Masamasa Hirota (dieses Magazin): Interview und Schreiben
Text von Masayuki Hirota (Chronos-Japan)
Herausgegeben von Yuto Hosoda (Chronos-Japan)
[Artikel erschienen in der Septemberausgabe 2025 von Kronos Japan]
Uhren unter 40 mm sind mittlerweile die Norm, und der Aufstieg kleiner Gehäuse
Kleinere Gehäuse erfreuen sich in den letzten Jahren zunehmender Beliebtheit. In diesem Jahr haben viele Hersteller begonnen, sich auf kleinere Durchmesser zu konzentrieren. Allen gemeinsam ist ein Design, das die Form beibehält. Anders ausgedrückt: Uhren, die einfach verkleinerte Versionen von Herrenuhren sind, sind mittlerweile weit verbreitet. Was hat diesen Wandel bewirkt?

Das Highlight der diesjährigen Kollektion ist die „1815“ mit 34 mm Durchmesser. Ihr kleines Gehäuse erinnert an das Original von 1815, das Uhrwerk wurde jedoch vom ursprünglichen Kaliber L941 (25.6 mm Durchmesser) auf 28.1 mm vergrößert. Dadurch verlängert sich die Gangreserve von 45 auf 72 Stunden. Trotz ihrer geringen Dicke von nur 6.4 mm besticht die Uhr durch eine raffinierte, dreidimensionale Optik, die durch die Bearbeitung der Gehäuseseite entsteht. Diese elegante Uhr der neuen Generation ist für Damen und Herren gleichermaßen geeignet.
Der sogenannte „Luxus-Sportuhren“-Trend hat die Uhrenindustrie seit 2017 im Sturm erobert. Mit zunehmender Verbreitung dieses Trends wenden sich einige Uhrenliebhaber nun einer anderen Kategorie zu: eleganten Uhren mit Lederarmband. Diese einst anspruchsvolle Kategorie hat sich zu einer vielseitigeren Uhrenlinie mit einer breiten Farbpalette entwickelt und spricht nun sowohl diejenigen an, die sich einst von eleganten Uhren abgewandt haben, als auch diejenigen, die die Welt der Uhren durch den Luxus-Sportuhren-Trend entdeckt haben. Hinzu kommt die Beliebtheit kleiner Gehäuse.

Dies ist eine neue Größe in der Ingenieur-Linie. Wie das Foto zeigt, handelt es sich um eine exakte Verkleinerung der 40-mm-Version. Das Armband ist an der Schließe 13 mm breit und verjüngt sich stark – ein moderner Trend. Die Balance zwischen Gehäuse und Gehäuse ist gut, sodass die Uhr angenehm am Handgelenk sitzt. Es ist eine äußerst vielseitige und praktische Uhr, die kurze Gangreserve ist jedoch bedauerlich.
Warum sind kleinere Gehäuse in diesem Jahr so an Bedeutung gewonnen? Jedes Unternehmen liefert eine andere Erklärung, doch es gibt einige Gründe. Zum einen neigen junge Menschen, die mit flachen Quarzuhren und Smartwatches vertraut sind, dazu, kleine, flache Uhren zu wählen. Zum anderen meidet die jüngere Generation der Babyboomer, die den Uhrenmarkt bisher maßgeblich geprägt hat, zunehmend große Uhren. Der Trend zu kleineren Durchmessern ist daher eine natürliche Folge.

Dieses neue Modell ist mit dem Kaliber 9S27 ausgestattet, einem Meisterwerk für Damen. Obwohl der Durchmesser von 30 mm und die Gesamtlänge von 36.2 mm eindeutig auf Damen ausgerichtet sind, eignet sich das Design dank der dezenten Formgebung von Zeigern und Indizes auch für Herren. Die Dicke von 10.5 mm entspricht ebenfalls den aktuellen Trends. Wie die Santos links ist auch diese Uhr ein Beweis für ihre gekonnte Ausgewogenheit.
Ein weiterer Grund ist der steigende Goldpreis. Selbst bei einer Golduhr lassen sich die Kosten durch eine geringe Größe niedrig halten. Obwohl Unternehmen dies nie öffentlich zugeben, wäre ein kleines Gehäuse sicherlich die optimale Lösung, um Herstellungskosten und Luxus in Einklang zu bringen.
Interessant ist die Beschaffenheit der neuen kleinen Modelle. Früher hatten diese Modelle verformte Zifferblätter und Zeiger, um die Ablesbarkeit zu verbessern. Wie die vier hier erwähnten Modelle zeigen, sind Designs, die einfach die Herrengrößen verkleinern, in letzter Zeit jedoch häufiger geworden. Dies dürfte ein Überlegungsgrund sein, um sowohl Männer als auch Frauen anzusprechen. Unabhängig davon werden kleine Größen in Zukunft sicherlich immer beliebter werden.

Cartier fertigt nun Uhren für Damen und Herren. Symbolisiert wird dies durch die Verkleinerung des Durchmessers der Santos de Cartier. Das Design bleibt zwar unverändert, doch der Sekundenzeiger wurde bewusst weggelassen, um die Größe zu reduzieren und das Gehäuse flacher zu gestalten. Auch der Mechanismus zur Anpassung der Armbandglieder wurde entfernt, um die edle Optik der Uhr zu verbessern.
Der neueste Trend im Bereich „Post-Luxury Sports“: Erweiterte neutrale Zifferblätter
Die vielleicht größte Veränderung des letzten Jahrzehnts betrifft nicht etwa Luxus-Sportuhren oder komplizierte Armbanduhren, sondern die Zifferblätter. Technologische Fortschritte und die Verbreitung von Smartwatches mit farbigen Zifferblättern haben den einst eher eintönigen Farben eine Fülle an Ausdrucksmöglichkeiten verliehen. Besonders hervorzuheben sind neutrale Farbtöne mit jeweils eigener Ausstrahlung. Diese schwer zu erzielenden Farben werden immer häufiger anzutreffen sein.

Das Angebot an eleganten (und klassischen) Armbanduhren wächst und schließt die Lücken im Segment der „Luxus-Sportuhren“. Entscheidend hierfür sind die neuen Zifferblattfarben. Während die Auswahl bisher auf Blau, Schwarz und Silber beschränkt war, hat sie sich seit 2015 deutlich vergrößert. Grün und sogenannte Lachsfarben sind mittlerweile weit verbreitet.
Verschiedene Hersteller beginnen nun, neue Zifferblattgestaltungen zu entwickeln. Ein Beispiel hierfür ist die Verwendung von Strukturfarben, die von Audemars Piguet, Grand Seiko, Orient Star und Citizen eingesetzt wird. Aufgrund der hohen Kosten dieser Zifferblattgestaltung ist es jedoch wahrscheinlich, dass zukünftig nur wenige Hersteller diese Technologie anbieten können.
Besonders hervorzuheben sind die Zwischentöne, die bisher als schwer zu erzielen galten. Da diese Farben schwer zu stabilisieren sind, wurden sie bisher nur bei wenigen limitierten Modellen verwendet. Grand Seiko, Parmigiani Fleurier und Nomos Glashütte setzen Zwischentöne jedoch nun gezielt ein, um ihre Uhren zu differenzieren. Hublot hat es sogar geschafft, Zwischentöne mit Keramik zu erzielen und die Farbe der gesamten Uhr darauf abzustimmen. Vor zehn Jahren wäre dies undenkbar gewesen.
Sogar Rolex hat damit begonnen, neutrale Farben zu verwenden, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Zuerst hat man sich an die schwierigeren Rot- und Gelbtöne gewagt, die bei dicken Lackierungen oft schwer zu erzielen sind, und ist dann zu anspruchsvolleren, nuancierten Farben übergegangen.
Das bemerkenswerteste Beispiel ist jedoch H. Moser & Cie., die sich neutralen Farben verschrieben haben. Dieses Stilgefühl, das weit über die bloße Kombination von Steinen hinausgeht, ist einzigartig für dieses Unternehmen, das in der Zifferblattgestaltung Maßstäbe setzt.




