20 Jahre Arbeit, um Uhren als "Kultur" zu teilen

Chronos Japan, gegründet im Oktober 2005, war eines der letzten Uhrenmagazine, das diesen Schritt wagte. Schon damals dürfte die Gründung einer neuen Publikation im Nischenbereich der Uhren eine große Herausforderung gewesen sein. Doch Gründer Soichiro Matsuzaki muss fest daran geglaubt haben, denn wir feiern nun gemeinsam mit Ihnen allen das 20-jährige Jubiläum.
Die letzten 20 Jahre waren für den Uhrenmarkt von einem rasanten Wachstum geprägt. Die in den 1990er-Jahren begonnene Renaissance der mechanischen Uhren nahm in den 2000er-Jahren auf dem japanischen Markt richtig Fahrt auf. Dieser Trend wurde durch die Dotcom-Blase und die von der COVID-19-Pandemie ausgelöste Corona-Blase noch weiter beschleunigt.
In diesem Kontext entstanden Chronos Japan und webChronos (gegründet 2007). Um es so zu sagen: Wir haben die Möglichkeit erforscht, Uhren nicht als Luxusgüter, sondern als Kulturgut zu präsentieren. Anfangs waren wir etwas zurückhaltend, gewannen aber mit der Zeit immer mehr an Selbstvertrauen. Die vielen Meisterwerke, Kunsthandwerker, Hersteller, Händler und Leser, denen wir durch die Seiten des Magazins begegneten, zeigten uns, dass unsere Ambitionen keine leeren Träumereien waren.
Man hört oft, dass Uhren zu einem rein kommerziellen Phänomen geworden sind. Es stimmt, dass sie sich in den letzten 20 Jahren zum innovativsten Testfeld für Luxusmarketing entwickelt haben, und viele Meisterwerke gelten heute als Statussymbole. Wären Uhren jedoch so unbedeutend, könnten wir nicht seit 20 Jahren davon leben. Wir sind überzeugt, dass Uhren mehr sind und immer sein werden als nur Zeitmesser.
Mit dem Wachstum des Marktes hat sich die Branche selbst dramatisch verändert: die Einführung neuer Materialien, die Weiterentwicklung von Komplikationen, der Aufstieg unabhängiger Unternehmen, das Aufkommen von Smartwatches und vieles mehr. Obwohl wir im Rahmen kommerzieller Medien arbeiten, haben dieses Magazin und webChronos diese Veränderungen dokumentiert, gefeiert und mitunter auch kritisiert. Manchmal empfinden wir unsere Arbeit als Sisyphusarbeit, doch wir sind zuversichtlich, dass sie nicht umsonst sein wird, solange unsere Leserinnen und Leser uns treu bleiben. Vorausgesetzt, wir bemühen uns, Ihnen gegenüber ehrlich zu sein.
Der Uhrenmarkt und die Uhrenindustrie werden sich weiterentwickeln, ebenso wie die Menschen, die sich für Uhren interessieren. Doch egal, wie sich die Situation verändert, unsere Haltung bleibt dieselbe: Wir werden weiterhin sagen, dass Uhren „mehr sind als nur Zeitmesser“.
Angesichts der langen Geschichte der Uhrenindustrie sind 20 Jahre ein Wimpernschlag. Doch diese 20 Jahre waren auch unschätzbar wertvoll, dank all derer, die sich für uns interessiert haben. Ich möchte allen, die dieses Magazin und webChronos unterstützt haben, meinen aufrichtigen Dank aussprechen und möchte an dieser Stelle Folgendes sagen.
„Wir dürfen uns eine kurze Zeit der Freude gönnen.“ (Winston Churchill)

