In den letzten Jahren haben sich „neue Materialien“ auf dem Uhrenmarkt stark verbreitet. Der Einsatz unkonventioneller Werkstoffe für Gehäuse und Uhrwerk hat nicht nur das Design – etwa Form und Farbe –, sondern auch die Leistung grundlegend verändert. In Ausgabe 112 von Chronos Japan erschien ein Artikel über diese „neuen Materialien“ mit dem Titel „Neue Materialien, die die Uhrenwelt verändert haben“, der nun auf webChronos erneut veröffentlicht wird. In diesem zweiten Teil widmen wir uns genauer 18-karätigem Gold, das Tradition mit einzigartigen neuen Rezepturen verbindet, anhand der Beispiele „18K King Gold“ und „18K Magic Gold“ von Hublot.
Fotografien von Takeshi Hoshi (Estrellas), Yu Mitamura
Hiroyuki Suzuki: Interview und Text
Bearbeitet und Text von Hiroyuki Suzuki
[Artikel erschienen in der Septemberausgabe 2024 von Kronos Japan]
Was ist die neue Generation von 18-karätigem Gold, die exklusiv von Hublot entwickelt wurde?
Obwohl 18-karätiges Gold das bekannteste und traditionsreichste Material in der Schweizer Uhrenindustrie ist, werden ständig neue Legierungsrezepturen entwickelt. Hublot zählt zu den Meinungsführern in der Entwicklung von 18-karätigen Goldlegierungen. In diesem Artikel untersuchen wir die Materialeigenschaften, die für die neue Generation von 18-karätigem Gold erforderlich sind, und verwenden dabei die von Hublot entwickelten Legierungen „18K King Gold“ und „18K Magic Gold“ als Beispiele.
Hublots firmeneigene 18-Karat-King-Gold- und 18-Karat-Magic-Gold-Legierungen.

Dies ist die vierte Gehäuseform, die 2022 vorgestellt wurde. Sie greift das Konzept und die Details der Big Bang auf und zeichnet sich durch eine elegante, quadratische Form aus. Automatikaufzug (Kal. HUB1280). 43 Steine. 28.800 Halbschwingungen pro Stunde. Gangreserve von ca. 72 Stunden. Gehäuse aus 18-karätigem King Gold und Keramik (Gehäusedurchmesser 42 mm, Dicke 14.7 mm).
18-karätiges Gold ist das am häufigsten verwendete Außenmaterial in der Uhrenindustrie. Sein Grundstoff, reines Gold, ist chemisch stabil und leicht zu verarbeiten, was es seit der Antike zu einem beliebten Material für Dekorationsgegenstände macht. Da es in seiner reinen Form jedoch zu weich ist, wird heute häufig 18-karätiges Gold in Legierungen mit anderen Metallen verwendet. Der Goldanteil beträgt 75 Gewichtsprozent. Die restlichen 25 Gewichtsprozent, bestehend aus Silber und Kupfer, bestimmen Farbe und Eigenschaften des 18-karätigen Goldes.
Die ISO-Norm enthält übrigens Vorschriften zur Legierungsfarbe. 5N (rot) bezeichnet einen Silbergehalt von 4.5–5.5 Gewichtsprozent. Allerdings enthält 5N-18-Karat-Gold, das eine rötliche Farbe aufweist, viel Kupfer, welches leicht oxidiert und sulfidiert, wodurch die rote Farbe mit der Zeit verblasst. Eine neue Goldlegierung, die diese Anforderung erfüllt, ist rötliches 18-Karat-Gold, das geringe Mengen Rhodium oder Platin enthält.

Gehäuse und Lünette bestehen aus hochkratzfestem Magic Gold. Durch die spezielle Technik, reines Gold in poröse Keramik einzubetten, entsteht eine einzigartige Textur. Automatikaufzug (Kal. HUB1280). 43 Steine. 28.800 Halbschwingungen pro Stunde. Gangreserve ca. 72 Stunden. Gehäuse aus 18-karätigem Magic Gold (Durchmesser 44 mm, Dicke 14.5 mm). Weltweit auf 200 Stück limitiert.
18K King Gold, 2010 als exklusives Material von Hublot eingeführt, ist ein solches platinhaltiges Rotgold. Seine rötliche Farbe ist lebendiger als die von herkömmlichem 5N-Gold, und da Platin die Oxidation und Sulfidierung von Kupfer hemmt, ist es zudem alterungsbeständig. Hublot hat mit 18K King Gold die dauerhafte Schönheit seiner Farben erreicht.
Andererseits bleibt traditionelles 18-karätiges Gold, obwohl es durch Legierungen gehärtet wird, im Vergleich zu anderen Materialien ein überwiegend weiches Metall. Zwar wurde dieses Problem durch eine spezielle Oberflächenhärtung behoben, doch Hublots „18K Magic Gold“ unterscheidet sich grundlegend von anderen Materialien. Dieses neue Material, das in gemeinsamer Forschung mit der EPFL (Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne) entwickelt wurde, wurde 2011 vorgestellt. Durch den vollständigen Ersatz von Legierungen durch Keramik konnte kratzfestes Gold erzielt werden.

Das Besondere an der Herstellung von 18K Magic Gold ist, dass es im Gegensatz zu anderen Goldlegierungen der neuen Generation, die auf metallurgischen Verfahren basieren, ein Verfahren nutzt, bei dem reines Gold in eine poröse Keramikform infiltriert wird. Anders als bei herkömmlichen Keramikformverfahren wird die Form unter hohem Druck ohne Bindemittel zu einem Zylinder geformt und bei der niedrigstmöglichen Temperatur (hauptsächlich durch die Brenndauer gesteuert) gebrannt, um ein Verschmelzen des Borcarbids zu verhindern. Die poröse Keramikrohling, eine geringe Menge Aluminium und reines Gold werden anschließend in einem speziellen Behälter versiegelt und unter Druck gebrannt, wodurch das Gold in die Poren der Keramik fließen kann. Das Gewicht des im Behälter befindlichen reinen Goldes beträgt etwa das Dreifache des Gesamtgewichts von Keramikform und Aluminiumbindemittel. Dies entspricht einem Goldgehalt von 75 Gewichtsprozent und verleiht dem Gold die offizielle Anerkennung als 18-karätiges Gold vom Schweizer Edelmetallamt. Zu seinen charakteristischen Merkmalen gehören eine feucht-glänzende Oberflächenstruktur und eine unverwechselbare, bläulich-goldene Farbe. Da die Rohstoffe frei von Oxidation und Sulfatierung sind, handelt es sich um ein Material, das alterungsbeständig ist.




