Die Serie „Les Cabinotiers Le Temps Divan (Heilige Zeit)“ umfasst Tourbillons mit Darstellungen mythischer Tiere der vier Jahreszeiten in Holzintarsien. Wir stellen Ihnen zwei Modelle vor: den „Azurblauen Drachen“ und den „Weißen Tiger“.

Fotografien von Takeshi Hoshi (estlleras)
Interview und Text von Koichi Namiki
Text von Koichi Namiki
Herausgegeben von Yuto Hosoda (Chronos-Japan)
[Artikel erschienen in der Septemberausgabe 2025 von Kronos Japan]
Entdecken Sie die Welt der Haute Horlogerie von Vacheron Constantin

Vacheron Constantin ist eine der wenigen Marken, die Kultur durch Uhrmacherkunst interpretieren kann. Die vierteilige Serie „Les Cabinotiers Le Temps Divan (Heilige Zeit)“ ist eine Kreation, die als Quintessenz der Marke gelten kann. Inspiriert von verschiedenen asiatischen Kulturen und deren einzigartigen Weltanschauungen und Zeitvorstellungen, hat Vacheron Constantin ein Tourbillon mit einem Zifferblatt geschaffen, das die Kunst der Holzintarsienkunst vollends zur Geltung bringt.
In einer Kosmologie, die ihren Ursprung in der altchinesischen Astronomie hat, wurden 28 chinesische Sternbilder entlang des Himmelsäquators etabliert. Sieben dieser Sternbilder, die den vier Himmelsrichtungen zugeordnet sind, werden mit imaginären göttlichen Wesen verglichen: dem Azurblauen Drachen im Osten, dem Zinnoberroten Vogel im Süden, dem Weißen Tiger im Westen und der Schwarzen Schildkröte im Norden. Diese vier göttlichen Wesen, die die Welt unterteilen, symbolisieren auch die vier Jahreszeiten: den Azurblauen Drachen für den Frühling, den Zinnoberroten Vogel für den Sommer, den Weißen Tiger für den Herbst und die Schwarze Schildkröte für den Winter. Neben dem Raum bestimmen sie auch den Lauf des Jahres und den sich wiederholenden Jahreszyklus, also die unendliche Zeit.

Diese Weltanschauung gelangte um das 7. Jahrhundert n. Chr. nach Japan. Die beiden Wandmalereigräber Takamatsuzuka und Kitora aus der Asuka-Zeit zeigen Darstellungen der vier Götter. Vacheron Constantin nannte Kitoras farbenprächtige Darstellungen der vier Götter als Inspiration für seine eigenen Werke. Der Malstil ist jedoch eher der frühen Neuzeit, der Ära Vacheron Constantins, zuzuordnen als den Wandmalereien des 7. Jahrhunderts. Zudem wurde die äußerst anspruchsvolle Technik der Holzintarsien bewusst gewählt.
Die Holzintarsienkunst besteht darin, Motive auf verschiedene Holzstücke zu malen und diese anschließend zu bleichen oder zu beizen. Für diese Uhr von Les Cabinotiers werden durchschnittlich über 200 winzige Holzstücke aus rund zehn verschiedenen Holzarten pro Zifferblatt verwendet. Einige sind weniger als 0.4 mm dick und breit; so ist beispielsweise jede Schuppe des Azurblauen Drachen aus einem einzigen Stück Holz gefertigt. Durch die präzise Darstellung des mythischen Wesens wird dessen Mythos auf subtile Weise hervorgehoben.
Vacheron Constantin fertigt seit 1755 Uhren. Die Einteilung des Tages in 24 Stunden und anschließend in Minuten und Sekunden wird seit 270 Jahren wiederholt. Der kulturelle Respekt vor dieser 1000 Jahre alten Tradition, einer „heiligen Zeit“, findet seinen Ausdruck in der Les Cabinotiers Le Temps Divan. Das darin verbaute Tourbillon-Uhrwerk ist das ultraflache V2160 mit einer Dicke von nur 5.65 mm. Bei 6 Uhr verschmilzt die Quintessenz der Maschinenbaukunst mit der Intarsienmalerei und vereint sich so mit der Kunst.
Dieses Modell verfügt über ein Zifferblatt mit dem weißen Tiger, einem göttlichen Tier, das den Westen und den Herbst beherrscht und Ernsthaftigkeit und Mut symbolisiert. Das Muster auf dem Gehäuse ist aus anthrazitfarbenem und Bergahorn gefertigt. Automatischer Aufzug (Kal. 2160). 30 Steine. 18.000 Halbschwingungen pro Stunde. Gangreserve von ca. 80 Stunden. 18KPG (Durchmesser 42 mm, Dicke 11.40 mm). Einzigartiges Stück.
Der Azurblaue Drache ist ein göttliches Tier, das den Osten und den Frühling beherrscht und Stärke und Macht symbolisiert. Das Zifferblatt zeigt einen blauen Tulpenbaum, gefleckten Bergahorn und Padauk. Automatischer Aufzug (Kal. 2160). 30 Steine. 18.000 Halbschwingungen pro Stunde. Gangreserve von ca. 80 Stunden. 18 Karat Gold (Durchmesser 42 mm, Höhe 11.40 mm). Einzigartiges Stück.
Professor Hirotas „Das ist fantastisch!“
Die Les Cabinotiers Uhren von Vacheron Constantin verwenden eine Vielzahl von Techniken für ihr Äußeres, und dieses Mal zeigt das Zifferblatt ein von Wandmalereien inspiriertes Motiv.
Um das Wandbild nachzubilden, wählte man ausgerechnet Holzintarsien. Betrachtet man es persönlich, wird schnell klar, warum Holz Emaille oder Stein vorgezogen wurde. Durch die Verwendung von durchschnittlich über 200 winzigen Holzstückchen wirkt das Zifferblatt farblich viel intensiver als mit Emaille. Zudem ähnelt die raue Oberflächenstruktur fast der von Stein.
Viele Hersteller arbeiten an einzigartigen Versuchen der Holzintarsienkunst. Doch nur wenige beherrschen Techniken, die so überzeugend sind wie bei diesem Stück. Ich ziehe meinen Hut vor der Weitsicht dieses traditionsreichen Unternehmens.



