Wir hatten die Gelegenheit, die Ref. L2.839.4.52.2 zu tragen und zu testen – eine Carbonfaser-Version der klassischen Taucheruhr Longines Ultrachron. Es ist das erste Mal, dass die Marke ein Carbonfasergehäuse verwendet, und es handelt sich nicht nur um eine moderne Neuauflage eines Archivmodells, sondern um einen neuen Meilenstein für Longines.

Fotos und Text von Kento Nii
[Artikel veröffentlicht am 21. Januar 2025]
Ultra-Chron Carbon wurde als moderneres Produkt unter Verwendung neuer Materialien wiedergeboren.
Longines ist eine renommierte Schweizer Uhrenmarke, die 1832 gegründet wurde. Seitdem hat das Unternehmen seine Uhrmacherkunst stetig verfeinert, seinen Pioniergeist unter Beweis gestellt und insbesondere zur Entwicklung der Luftfahrtindustrie und der Sportzeitmessung beigetragen. Unter den zahlreichen Zeitmessern, die Longines im Laufe seiner Geschichte gefertigt hat, gilt die Ultra-Chron mit ihren Hochfrequenzwerken als Meilenstein der Uhrmacherkunst.
Longines, spezialisiert auf Hochfrequenzwerke, entwickelte und patentierte bereits 1910 ein Zeitmessgerät mit einer Genauigkeit von 1/10 Sekunde. 1916 verbesserte das Unternehmen die Zeitmessgenauigkeit für Sportwettkämpfe auf 1/100 Sekunde. Diese Technologie wurde später in Armbanduhren eingesetzt, und 1966 ließ Longines die Marke „Ultra-Chron“ eintragen. Daraus entstand eine Kollektion von Uhren mit Hochfrequenzwerken, darunter die im Folgejahr erschienene Referenz 7951. 1968 brachte Longines die Taucheruhr „Ultra-Chron Diver“ auf den Markt.
Im Jahr 2022 erschien dann eine Neuauflage der Ultra-Chron Diver, die Longines Ultra-Chron. Die Ultra-Chron Carbon, die in diesem Artikel vorgestellt wird, wurde 2025 veröffentlicht. Im Gegensatz zum 2022 erschienenen Edelstahlmodell ist dieses Modell die erste Uhr der Marke, bei der Carbon als Gehäusematerial verwendet wird. Darüber hinaus ist die gesamte Uhr komplett schwarz gefärbt, was ihr eine neue, unverwechselbare Optik verleiht.

Automatikwerk (Kal. L836.6). 25 Steine. 36.000 Halbschwingungen pro Stunde. Gangreserve ca. 52 Stunden. Gehäuse aus Titan und Carbon (43 mm Durchmesser, 14 mm Dicke). Wasserdicht bis 30 bar. Preis: 756.800 Yen (inkl. MwSt.).
Die Ultra-Chron Carbon vereint traditionelle Designprinzipien mit modernsten Materialien und Hochfrequenztechnologie und ist damit ein Zeitmesser, der zum nächsten Meilenstein von Longines werden könnte.
Ein unverwechselbares, kissenförmiges Gehäuse aus Carbon
Das Hauptgesprächsthema bei diesem Modell ist das Gehäuse aus Kohlefaser, das ihm ein mattschwarzes Aussehen verleiht und dem kissenförmigen Gehäusedesign des Originalmodells aus den 1960er Jahren einen modernen und stoischen Eindruck verleiht.

Durch die Verwendung von Titan für Lünette, Krone und Gehäuseboden entsteht bei diesem Modell ein spannender Materialkontrast, der gleichzeitig Leichtigkeit und ein angenehmes Tragegefühl auf der Haut gewährleistet. Trotz der beeindruckenden Größe von 43 mm Durchmesser und 14 mm Dicke wiegt die Uhr laut Katalogangaben nur 67.0 g. Zum Vergleich: Das Edelstahlmodell gleicher Größe wiegt 108.1 g (mit Lederarmband). Da ich bisher wenig Erfahrung mit Uhren aus Carbon als Gehäusematerial hatte, empfand ich die Leichtigkeit und die Haptik als äußerst erfrischend.
Ein weiteres attraktives Merkmal dieser Uhr ist das für Kohlefaser typische Schichtmuster, das an Gehäuseseite und Bandanstößen sichtbar ist. Dieses Muster entsteht im Herstellungsprozess, sodass keine zwei Uhren identisch sind. Darüber hinaus harmoniert dieses Schichtmuster perfekt mit der dunklen Zweifarblackierung der Uhr, die Titan und schwarze Kohlefaser kombiniert.

Der Gehäuseboden und die Krone sind verschraubt und gewährleisten so eine Wasserdichtigkeit bis 30 bar. Die Uhr zeichnet sich durch eine robuste Konstruktion aus, die an ihre Ursprünge als Taucheruhr erinnert.

Ein Gesicht mit hervorragender Sichtbarkeit und modernem Design
Werfen wir einen Blick auf das Zifferblatt. Es ist in einem tiefen Anthrazitton mit matter Oberfläche gehalten und harmoniert perfekt mit dem Gehäuse. Dreidimensionale, applizierte Indizes und schlichte, aber ausdrucksstarke, PVD-beschichtete graue Zeiger garantieren optimale Ablesbarkeit. Das beidseitig entspiegelte Saphirglas sorgt dafür, dass das Zifferblatt auch bei Sonneneinstrahlung gut ablesbar bleibt.

Die Uhr verfügt über ein Design ohne Datumsanzeige und ein schlichtes, symmetrisches Layout, das sich ganz auf die Zeitanzeige konzentriert und ihr den Charakter einer Funktionsuhr verleiht. Wie bereits erwähnt, ist die Lünette aus Titan gefertigt. Sie ist feststehend und an den Seiten glatt verarbeitet. Ein mattiertes Aluminium-Inlay mit arabischen Ziffern im 10-Sekunden-Takt erzeugt einen minimalistischen Look, der dem Zifferblatt ähnelt.

Besonders bemerkenswert an diesem Modell ist, dass es bewusst auf Elemente des Edelstahlmodells und des Originals verzichtet. Der Drehlünettenmechanismus, die Ein-Sekunden-Tauchskala und die roten Akzente auf Zifferblatt und Zeigern wurden entfernt, was den minimalistischen Eindruck dieses monochromen Modells zusätzlich unterstreicht.
Ich trage sie seit etwa einer Woche, und das sportliche, aber dennoch dezente Design mit dem markanten schwarzen Grundton harmoniert perfekt mit einem Business-Sakko. Die Robustheit der neuesten Materialien und ihre Vielseitigkeit, die sie für verschiedene Lebensstile geeignet macht, verleihen ihr eine neue Attraktivität, die sie von herkömmlichen Ultrachron-Modellen abhebt.
Groß, aber bequem zu tragen

Wie bereits erwähnt, wiegt das Gehäuse aus Titan und Carbon nur 67.0 g, was für hohen Tragekomfort sorgt und den großen Gehäusedurchmesser von 43 mm optisch kaschiert. Ich trug die Uhr in verschiedenen Situationen, unter anderem bei der Büroarbeit, und empfand selbst bei längerem Tragen kaum Druckstellen. Dieser Vorteil kommt natürlich auch in aktiven Situationen zum Tragen, in denen Robustheit gefragt ist.

Das Armband ist aus schwarzem Stoff, flexibel und angenehm auf der Haut. Bei meinem Handgelenkumfang von 16.5 cm sitzt die Schließe perfekt im innersten Loch des Armbands. Sollten Sie ein kleineres Handgelenk als 16 cm haben, müssen Sie möglicherweise ein zusätzliches Loch bohren oder ein kürzeres Armband verwenden.

Das Kaliber L836.6 liefert eine stabile, hohe Genauigkeit.
Das Uhrwerk ist das automatische Kaliber L836.6, das seit der Neuauflage von 2022 zum Einsatz kommt. Sein herausragendstes Merkmal ist natürlich die gleiche hohe Frequenz von 36000 Halbschwingungen pro Stunde wie beim Original. Hochfrequente Uhrwerke sind weniger anfällig für äußere Stöße und Lageveränderungen und ermöglichen so eine höhere Ganggenauigkeit.
Die Unruhspirale besteht aus einkristallinem Silizium, das für moderne Hochleistungswerke immer wichtiger wird. Dadurch ist sie nahezu unempfindlich gegenüber Magnetismus und Temperaturschwankungen. Sie verfügt außerdem über eine Gangreserve von ca. 52 Stunden, was für ein Hochfrequenzwerk ausreichend ist und es praktisch unempfindlich macht.
Darüber hinaus wurde das Ultra-Chron Carbon-Uhrwerk von TIMELAB, einem unabhängigen Uhrenprüfinstitut mit Sitz in Genf, als Chronometer zertifiziert. Dies erfordert, dass die Uhr 15 Tage lang in ihrem Etui strengen Tests unterzogen wird, um die Genauigkeit dieser Uhr zu gewährleisten.
Der nächste Meilenstein von Longines
In diesem Artikel stellen wir die Ultra-Chron Carbon vor, die erste Uhr von Longines, die aus Carbonmaterial gefertigt ist und den nächsten Meilenstein der Marke darstellt.
Die Verwendung von Kohlefaser ist ein relativ neuer Trend in der Uhrenwelt. Ursprünglich erregte sie aufgrund ihres geringen Gewichts und ihrer hohen Steifigkeit in Formel-1-Rennwagen und der Luft- und Raumfahrtindustrie Aufmerksamkeit. Ihre Anwendung in Armbanduhren, vor allem Sportuhren, begann in den 2000er-Jahren. Zu den Hauptvorteilen von Kohlefaser zählen ihr unglaubliches Gewicht, ihre hohe Festigkeit, Korrosionsbeständigkeit, Hitzebeständigkeit und hypoallergene Eigenschaften. Aufgrund der schwierigen Verarbeitung und der hohen Kosten war sie jedoch lange Zeit auf wenige High-End-Modelle beschränkt. In den letzten Jahren hat sie sich dank technologischer Fortschritte aber auch bei Marken im mittleren Preissegment etabliert.
Vor diesem Hintergrund hat Longines, bekannt für sein ausgewogenes Verhältnis von Zuverlässigkeit und Erschwinglichkeit, dieses Material für seine Ultra-Chron-Uhren übernommen – ein weiterer Schritt in der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Marke. Darüber hinaus demonstriert es einen neuen, für Longines einzigartigen Umgang mit Tradition. Die Marke hat eine Vielzahl von Modellen herausgebracht, die vergangene Meisterwerke in der Moderne wiederbeleben und dabei auf ihre umfangreichen Archive zurückgreifen. Anstatt vergangene Designs einfach nur nachzubilden, interpretiert Longines seine Kollektionen mit modernen Materialien und Techniken neu. Diese Uhr verkörpert gewissermaßen den nächsten Schritt von Longines.



