Der Chefredakteur von Gressive, Masaharu Nabata, testet die Omega Seamaster Diver 300M, die über eine Lünette und ein Zifferblatt aus Aluminium verfügt und im Jahr 2024 auf den Markt kam. Welche Fähigkeiten bietet diese Taucheruhr, die auch von Bond im Film getragen wurde?

Fotos und Text von Masaharu Nabata
[Artikel veröffentlicht am 18. Januar 2025]
Das moderate Gewicht der Seamaster Diver 300M vermittelt ein Gefühl der Zufriedenheit.
Der aktuelle Trend in der Uhrenwelt geht hin zu kleineren Durchmessern und minimalistischem Design. Taucheruhren hingegen lassen sich aufgrund ihrer Robustheit und Ablesbarkeit scheinbar nicht so leicht von Trends beeinflussen. Die Omega Seamaster Diver 300M, Gegenstand dieses Testberichts, hat einen Gehäusedurchmesser von 42.00 mm, was immer noch recht groß ist. Allerdings verfügt dieses Zifferblatt über keine Datumsanzeige, und das klare, kompakte Layout mit seinen großen, leuchtenden Indizes aus einer Kombination von Strichen und Punkten sowie den massiven Zeigern mit Leuchtspitzen wirkt nach wie vor ansprechend.

Diesmal präsentiert Masaharu Nabata seine Eindrücke von der Seamaster Diver 300M, die 2024 auf den Markt kommen soll. Automatikwerk (Kal. 8806). 35 Steine. 25.200 Halbschwingungen pro Stunde. Edelstahlgehäuse (42 mm Durchmesser, 13.8 mm dick). Gangreserve: ca. 55 Stunden. Wasserdicht bis 30 bar. Preis: 1.001.000 Yen (inkl. MwSt.).
Darüber hinaus besteht das Gehäuse aus Edelstahl und das Armband aus einem dicken Edelstahlgewebe, wodurch das Gesamtgewicht mit 155 g (laut Nabata) recht hoch ist. Eine leichte Uhr muss jedoch nicht unbedingt ein Vorteil sein. Betrachtet man dieses moderate Gewicht als das einer hochwertigen Taucheruhr, empfindet man es nicht als Belastung, sondern vielmehr als ein Gefühl der Zufriedenheit.
Das Edelstahl-Mesh-Armband wird zwar gemeinhin als „Mailänder“ bezeichnet, doch die Bezeichnung „Shark Proof“, die Omega seit Langem verwendet, erscheint mir treffender. Laut Omega-Dokumentation wird der Begriff „Shark Proof“ jedoch für Uhren mit höherer Wasserdichtigkeit verwendet, wie beispielsweise die Seamaster Professional 600 (Anmerkung der Redaktion: eine Taucheruhr von Omega aus den 1970er-Jahren, allgemein bekannt als „Ploprof“). Im Vergleich dazu wirkt das Armband der Seamaster Diver 300M mit seinem flachen Mesh-Gewebe an beiden Seiten etwas eleganter. Mit 2.5 mm Dicke ist es jedoch deutlich robuster als die Milanaise-Armbänder typischer Dresswatches. Ob es vor Haifischbissen schützt, ist zwar unklar, doch seine Stabilität und Langlebigkeit rechtfertigen die Bezeichnung „Shark Proof“.

Normalerweise wird man bei der Bestellung einer Uhr für Testzwecke nach dem Handgelenkumfang gefragt, doch dieses Mal wurde mir die Uhr ohne weitere Erklärung ausgehändigt. Ich fragte mich: „Wie passe ich sie an?“ Ich musste lediglich die Doppelfaltschließe öffnen, die Löcher des Armbands an den entsprechenden Stellen ausrichten und die Schließe schließen, um die Anpassung abzuschließen. Diese Einfachheit ist genial. Während ich das für ein besonderes Merkmal von Milanaise-Armbändern halte, kann es bei Gliederarmbändern schwierig sein, sich daran zu erinnern, wo man die entfernten Glieder wieder eingesetzt hat, wenn man das Armband etwas dehnen möchte. Mit diesem Armband hat man dieses Problem von vornherein nicht.

Ein weiteres Merkmal dieses Modells ist die große Auswahl an Armbändern und Bändern, darunter Mesh-Armbänder wie ein fünfgliedriges Edelstahlarmband, ein Kautschukarmband oder ein gestreiftes NATO-Armband, sodass Sie das Armband je nach Ihren Vorlieben und dem jeweiligen Anlass wechseln können.

Wie schlägt sie sich als Taucheruhr?
Wie schlägt sie sich also als Taucheruhr oder Outdoor-Uhr? Zunächst einmal ist die Ablesbarkeit bei Tageslicht hervorragend. Wie bereits erwähnt, heben sich die großen Indizes und dicken Zeiger deutlich vom lasergefrästen Wellenmuster auf dem Zifferblatt ab, wodurch die Zeit extrem gut ablesbar ist. Auch die Ablesbarkeit bei Nacht oder im Dunkeln ist exzellent. Selbst in leicht dunklen Umgebungen leuchtet die Leuchtfarbe an den Spitzen der Indizes und Zeiger hellblau und ermöglicht so ein problemloses Ablesen der Zeit. Genau das, was man von Super-LumiNova mit seiner hohen Leuchtkraft erwartet.

Selbstverständlich ist auch die Zeitmessgenauigkeit äußerst zuverlässig und weist keinerlei Mängel auf, wie die Tatsache beweist, dass dieses Modell die Prüfung zum Master Chronometer bestanden hat.
Master Chronometer werden als offizielle Chronometer zertifiziert, indem sie vom offiziellen Schweizer Chronometerprüfinstitut (COSC) gemäß der internationalen Norm ISO 3159 geprüft werden und die Präzisionsstandards von -4 bis +6 Sekunden pro Tag erfüllen. Die mit dem Uhrwerk ausgestattete Uhr durchläuft anschließend acht vom Eidgenössischen Institut für Metrologie (METAS) festgelegte Tests über einen Zeitraum von mindestens zehn Tagen. Dies bescheinigt eine Ganggenauigkeit von 0 bis +5 (oder bis zu +7) Sekunden pro Tag und bestätigt, dass diese auch bei Einwirkung starker Magnetfelder erhalten bleibt. Damit wird die hohe Funktionalität der Uhr bestätigt: Sie ist in der Lage, Magnetfeldern von bis zu 15.000 Gauß standzuhalten und ihre hohe Genauigkeit über lange Zeiträume beizubehalten.
Ein zuverlässiger Begleiter für Bond und für uns.
Nicht zuletzt ist diese Seamaster Diver 300M das Modell, das James Bond im Film „Keine Zeit zu sterben“ (2021) trug. Tatsächlich handelte es sich bei der Uhr, die Bond im Film trug, um eine Titan-Edition der Seamaster Diver 300M. Gehäuse und Armband bestanden aus Titan Grad 2, was sie zu einem leichten Modell machte, das Bonds dynamische Aktionen nicht beeinträchtigte. Im Film verfügte die Uhr außerdem über einen Trick: Eine in die Rückseite integrierte Spule sendete einen starken elektromagnetischen Impuls aus und legte so alle Netzwerke lahm. Obwohl ein solches Gerät nicht verbaut wurde, ist die Seamaster Diver 300M, die starken Magnetfeldern standhält, beeindruckend genug, um die Möglichkeit eines solchen Effekts zu erwägen.
Die Seamaster Diver 300M ist eine robuste Taucheruhr, die sogar Bond trug. Zweifellos ist sie auch für uns ein absolut zuverlässiger Begleiter.
Selektorprofil
Nabata-Politik
Er ist Chefredakteur von Gressive, einer Website mit autorisierten Händlern von Markenuhren, und einer der führenden Uhrenjournalisten Japans. Seit 1994 berichtet er über große Schweizer Uhrenmessen und seine Branchenkenntnisse sind unübertroffen. Neben Artikeln für die japanische Ausgabe von Chronos ist er auch Juror für das „Chronos Top 10 Ranking“ am Ende der Ausgabe. In den letzten Jahren hat er seine Leidenschaft für Katzen von Hunden auf Katzen verlagert. Er ist Co-Autor von „Die Geschichte der Cartier-Uhren“.



