Das erfrischende Weiß ist umwerfend! Omega Speedmaster Moonwatch Testbericht

FEATURE Eindruck
2025.04.12

Wir testen das von Omega im Jahr 2024 angekündigte Modell der Speedmaster Moonwatch Professional mit weißem Zifferblatt. Mit seiner glänzenden Lackierung und den dreidimensionalen Indizes bietet dieses Modell ein anderes Tragegefühl als das bisherige Modell mit schwarzem Zifferblatt und dürfte sich zu einer beliebten Alternative für die Moonwatch entwickeln.

Omega Speedmaster mit weißem Zifferblatt

Fotos und Text von Tsubasa Nojima
Fotos und Text von Tsubasa Nojima
[Artikel veröffentlicht am 12. Januar 2025]


Die Moonwatch mit weißem Zifferblatt: Ein heißes Thema für 2024

 Die Speedmaster gilt als Meisterwerk der Luxusuhren. Das Modell der ersten Generation wurde 1957 als robuster Chronograph für den Motorsport entwickelt. 1962 trug der NASA-Astronaut Walter Schirra ein Modell der zweiten Generation bei seinem Weltraumflug. Das Modell der dritten Generation bestand anschließend die strengen Tests der NASA, und das nochmals verbesserte Modell der vierten Generation landete schließlich auf dem Mond. Die Geschichte der Raumfahrtentwicklung, die jeden Uhrenliebhaber begeistern wird, macht den einzigartigen Charme der Speedmaster aus.

 Es gibt unzählige Ableitungen der Speedmaster, doch die Speedmaster Moonwatch Professional behält nahezu das gleiche Design und die gleiche Funktionalität wie das Modell der vierten Generation, das auf dem Mond landete. Viele weisen gemeinsame Designmerkmale auf, wie beispielsweise ein asymmetrisches Gehäuse, eine Lünette mit Tachymeter und ein gut ablesbares schwarzes Zifferblatt. Im Jahr 2024 wurde die Moonwatch um ein Modell mit lackiertem weißen Zifferblatt erweitert. Dies ist nicht das erste Mal, dass eine Moonwatch mit einem anderen Zifferblatt als Schwarz auf den Markt kommt. Das reguläre Modell mit weißem Zifferblatt ist jedoch eine Sonderstellung.

Omega Speedmaster Moonwatch Professional

Omega Speedmaster Moonwatch Professional, Ref. 310.30.42.50.04.001
Die Speedmaster Moonwatch Professional mit weißem Zifferblatt ist jetzt als reguläres Modell erhältlich. Die roten Akzente sind von Raumanzügen inspiriert. Handaufzug (Kal. 3861). 26 Steine. 21.600 Halbschwingungen pro Stunde. Gangreserve von ca. 50 Stunden. Edelstahlgehäuse (42 mm Durchmesser, 13.2 mm dick). Wasserdicht bis 50 m. Preis: 1.254.000 Yen (inkl. MwSt.).

 Die Inspiration für das Modell mit weißem Zifferblatt stammt vom Alaska-Projekt, einem Prototyp, der für extreme Temperaturschwankungen entwickelt wurde. Mit seinem reinweißen Zifferblatt, Zeigern mit fächerförmigen Gegengewichten und einem massiven, roten Aluminiumgehäuse, das das Gehäuse vollständig umschließt, erfreute sich das Alaska-Projekt einer so großen Beliebtheit, dass später eine Neuauflage erschien. Die 2024 erschienene Moonwatch mit weißem Zifferblatt ist ein authentisches Modell, das die Geschichte der Speedmaster fortführt.


Erfrischendes und sportliches weißes Zifferblatt

 Beginnen wir mit dem Zifferblatt. Wie bereits erwähnt, ist das markanteste Merkmal dieses Modells das lackierte weiße Zifferblatt, das bei früheren Serienmodellen nicht zu finden war. Das schwarze Zifferblatt besitzt eine raue, matte Textur, die Lichtreflexionen reduzieren soll, während das weiße Zifferblatt die für Lackierungen typische glänzende Textur und glatte Oberfläche hervorhebt und so einen völlig anderen Eindruck erzeugt. Während das schwarze Zifferblatt einen militärischen Charakter hatte, wirkt das weiße Zifferblatt erfrischend sportlich. Der funktionale Eindruck ist dezent, und das Rot des „Speedmaster“-Schriftzugs und der Spitze des Sekundenzeigers setzt einen kleinen Akzent.

 Das helle, glatte Zifferblatt dient auch dazu, seine komplexen Formen hervorzuheben: den Kreis, der den inneren Rand der Minutenmarkierung nachzeichnet, die drei gewölbten Hilfszifferblätter und den leicht vertieften äußeren Rand – wenn Licht auf das Zifferblatt fällt, werden seine reichen Ausdrucksformen vollständig enthüllt.

Omega Speedmaster Weiß

Das Zifferblatt verfügt über dreidimensionale Indizes, einen vertieften äußeren Rand und ein konkaves inneres Zifferblatt. Die Zeiger sind schwarz umrandet und daher gut ablesbar.

 Der Unterschied zum schwarzen Zifferblatt beschränkt sich nicht nur auf die Farbe. Indizes und Omega-Logo sind appliziert. Die Punkte beidseitig des 12-Uhr-Index sind dreidimensional, und selbst durch die Kratzer hindurch erkennt man, dass die dünnen Zylinder fest sitzen. Indizes und Zeiger sind schwarz und bilden einen Kontrast zum weißen Zifferblatt. Die Ablesbarkeit ist hervorragend. Allerdings ist die Leuchtfläche der Indizes im Vergleich zum schwarzen Zifferblatt deutlich reduziert. Wenn Sie die Uhr in dunklen Umgebungen tragen möchten, sollten Sie dies unbedingt beachten.

 Die schwarze Tachymeterskala auf der Lünette ist aus altmodischem Aluminium gefertigt und passt perfekt zum klassischen Stil der Speedmaster. Sie mag heutzutage, wo Keramikeinsätze üblich sind, etwas billig wirken, aber ich persönlich hoffe, dass die Moonwatch diesem Design treu bleibt.

 Das Zifferblatt besteht aus Saphirglas. Das schwarze Zifferblatt ist sowohl mit Hesalitglas (Kunststoff) als auch mit Saphirglas erhältlich, das weiße Zifferblatt hingegen ausschließlich mit Saphirglas. Hesalitglas besticht durch seinen einzigartigen Tragekomfort und die besondere Geschichte der Moonwatch. Für den täglichen Gebrauch ist Saphirglas jedoch überlegen, da es robust und kratzfest ist. Dank seiner kastenförmigen Form ist der optische Unterschied kaum wahrnehmbar, und die Antireflexbeschichtung auf der Innenseite trägt zusätzlich zur besseren Ablesbarkeit bei.


Asymmetrisches Leiergehäuse

 Abgesehen vom Zifferblatt gibt es keine Unterschiede zum Modell mit schwarzem Zifferblatt. Das Gehäuse hat die sogenannte „Harfenform“, die seit der vierten Generation beibehalten wurde. Es ist asymmetrisch, da die Seite bei 3 Uhr zum Schutz der Krone und der Drücker nach außen gewölbt ist. Die Kataloggröße dieses Modells beträgt 42 mm im Durchmesser, wobei diese Angabe die Wölbung des Gehäuses als Kronenschutz berücksichtigt. Der Durchmesser der Lünette beträgt 40 mm. Da Kronenschutzbügel üblicherweise nicht zur Angabe der Gehäusegröße zählen, kann man sagen, dass dieses Modell im Wesentlichen einen Durchmesser von 40 mm hat. Die geschwungenen Bandanstöße sind kurz, aber dreidimensional gestaltet und weisen ein ikonisches Design auf, das dem der aktuellen „Seamaster“ ähnelt.

 Die Krone hat einen Durchmesser von ca. 6.5 mm. Das Markenlogo ist auf der Oberseite eingeprägt. Da sie größtenteils im Gehäuse versenkt ist, bleibt sie kaum an der Kleidung hängen. Die hervorstehende Lünette erschwert jedoch die Bedienung. Beim manuellen Aufziehen der Uhr behindert die Lünette die Finger.

Omega Speedmaster Weiß

Genießen Sie das ikonische Design der Speedmaster, inklusive Krone, Drücker und geschwungener Bandanstöße. Das voluminöse Glas besteht aus Saphirglas.

 Das Armband ist ein neues Modell, das 2021 überarbeitet wurde. Im Vergleich zum Vorgängermodell sind die Bandanstöße und Glieder kürzer, was für eine geschmeidigere Bewegung sorgt. Die Verstellglieder sind mit einer Flachkopfschraube verbunden. Ein weiteres bemerkenswertes Merkmal ist die deutliche Verjüngung: Die Schließe ist 15 mm breit, die Bandanstoßbreite beträgt 20 mm. Die zuvor dicke und große Schließe präsentiert sich nun in einem eleganten Design. Sie wird per Druckknopf geöffnet und geschlossen. Es handelt sich um eine einfache, aber robuste Dreifachfaltschließe mit einem integrierten Feinverstellmechanismus.

Omega Speedmaster Weiß

Das neue Armband sitzt deutlich besser. Ich hatte Bedenken, dass die dünnere Schließe die Passform beeinträchtigen würde, aber ich persönlich empfand sie nicht als unangenehm.

Omega Speedmaster Weiß

Durch Drücken des mit „PUSH“ gekennzeichneten Teils an der Innenseite der Schnalle lässt sich das Armband leicht verlängern. Dies ist besonders praktisch, wenn das Handgelenk schweißnass oder geschwollen ist.

 Auf dem Gehäuseboden prangt stolz die Inschrift „DIE ERSTE UHR AUF DEM MOND“. Der transparente Gehäuseboden gibt den Blick auf das Uhrwerk frei. Dieses Modell ist mit dem Handaufzugs-Chronographenwerk Kaliber 3861 ausgestattet. Es greift das Design klassischer Lemania-Chronographenwerke auf und vereint mit seiner Co-Axial-Hemmung Tradition und Moderne. Als Master Chronometer ist es zertifiziert und garantiert somit höchste Präzision und Magnetfeldresistenz.

 Einer der Vorzüge eines Handaufzugswerks liegt darin, seine Verarbeitung und sein Uhrwerk ohne störenden Rotor bewundern zu können. Bei diesem Modell können Sie die Genfer Streifen auf den Brücken, die Fasen und die schlagende Unruh bestaunen. Der Chronograph Kaliber 3861 wird über eine Nocke und eine horizontale Kupplung gesteuert. Durch Drücken des Drückers bei 2 Uhr wird ein Hebel aktiviert, der die Nocke bewegt und den Tragarm verschiebt. Dadurch werden die Räderwerke für Zeit und Chronograph mit dem Zwischenrad verbunden, sodass die Kraft durch das Chronographen-Räder fließen kann. Ein erneutes Drücken des Drückers bei 2 Uhr löst die Verbindung, und ein erneutes Drücken des Drückers bei 4 Uhr bewirkt, dass der Rückstellhammer auf die Nocke des Uhrwerks auf der Zeigerachse schlägt und das Uhrwerk auf Null zurücksetzt. Besitzer können diesen gesamten Vorgang immer wieder aufs Neue genießen.

Omega Kal. 3861

Es ist mit dem Master Chronometer-zertifizierten Kaliber 3861 ausgestattet. Durch den transparenten Gehäuseboden kann man die Bewegung der Hebel und Zahnräder beobachten.

 Der Drücker fühlt sich schwer und solide an, typisch für eine praktische Uhr. Er hat etwas Spiel, aber drückt man ihn fest, hört man ein Klicken und die Zeitmessung beginnt. Das ist das genaue Gegenteil des luftigen Gefühls einer Luxusuhr, aber da es sich hier um eine Funktionsuhr handelt, die im Motorsport und in der Raumfahrt eingesetzt wird, passt es zu ihrem Charakter. Das Aufziehen der Zugfeder fühlt sich eher etwas schwergängig als knackig an und vermittelt das Gefühl, dass sie fest gespannt ist.


Ein Armband, das angenehm zu tragen ist

 Apropos Speedmaster: Ich erinnere mich, dass sie vor einiger Zeit oft als schwere, klobige Uhr kritisiert wurde, die sich nicht angenehm tragen lasse. In der heutigen Zeit, in der große Sportuhren weit verbreitet sind, wirken die 42 mm Durchmesser und 13.2 mm Dicke dieses Modells jedoch nicht besonders groß. Dieser Eindruck mag damit zusammenhängen, dass sich die Uhr angenehm trägt.

 Einer der Faktoren, die zu diesem Eindruck beitragen, ist die Form der Bandanstöße. Von Bandanstoß zu Bandanstoß misst das Gehäuse etwa 47 mm in vertikaler Richtung. Die einzigen Uhren in meiner Sammlung mit einer vergleichbaren Länge sind die Hamilton Khaki Field Mechanical (38 mm) und die IWC Pilot's Watch Mark XVI. In Anbetracht dessen fällt auf, dass die Bandanstöße dieser Uhr relativ kurz und schlank sind. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die deutlich nach unten gebogene Form der Bandanstöße, die für einen angenehmen Sitz am Handgelenk sorgen.

Omega Speedmaster Weiß

Der kurze Bügel und die gebogenen Bandanstöße sorgen für einen angenehmen Tragekomfort. Auch bei längerem Tragen werden Sie nicht müde, und es ist kein Wunder, dass sie so viele treue Anhänger hat.

 Das Armbanddesign nutzt diesen Vorteil optimal aus. Nicht nur die einzelnen Glieder sind kurz, sondern auch die Bandanstöße, sodass sich das Armband eng an die Armform anschmiegt. Selbst das flachste Gehäuse nützt nichts, wenn die Bandanstöße zu weit hervorstehen. Der Lünettendurchmesser beträgt übrigens, wie bereits erwähnt, ca. 40 mm. Falls Sie schmale Handgelenke haben und denken, ein 42-mm-Gehäuse stehe Ihnen nicht, empfehlen wir Ihnen, die Uhr anzuprobieren. Es gibt nämlich Uhren, deren tatsächliche Größe von den Angaben im Katalog abweicht.

 Außerdem gibt es bei Uhren mit weißem Zifferblatt etwas zu beachten. Weiß ist eine flächige Farbe und wirkt daher tendenziell etwas größer als eine Uhr mit schwarzem Zifferblatt gleicher Größe. Aber wie sieht es bei diesem Modell aus? Ich persönlich finde nicht, dass es zu gestreckt wirkt. Ich denke, das liegt daran, dass das abgestufte Zifferblatt Konturen verleiht und der schwarze Tachymeter den Gesamteindruck strafft. Obwohl es sich um ein neues Modell handelt, ist die Moonwatch ein zeitloses Meisterwerk. Sie besticht durch eine Perfektion, die keine Wünsche offen lässt.


Omega bietet eine zweite Option an

Omega Speedmaster mit weißem Zifferblatt

Das Modell mit dem weißen Zifferblatt hat den Eindruck der Moonwatch deutlich verändert. Es ist toll zu sehen, dass es jetzt attraktivere Optionen gibt.

 Dieses Modell mit weißem Zifferblatt räumt mit dem altbekannten Klischee „Moonwatch = schwarzes Zifferblatt“ komplett auf. Das glänzende Lackzifferblatt, das einen starken Kontrast zum robusten schwarzen Zifferblatt bildet, verleiht der Moonwatch einen ganz neuen Charakter. Ihr erfrischender, sportlicher Look ist eine willkommene Abwechslung vom sonst eher tristen Look von Funktionsuhren. Sie wird mit Sicherheit eine neue Zielgruppe ansprechen.

 Andererseits verleiht die Einführung des Modells mit weißem Zifferblatt dem bestehenden Modell mit schwarzem Zifferblatt zusätzlichen Reiz. Durch diese Option wirkt das schwarze Zifferblatt authentischer und nähert sich dem Original noch stärker an. So wie manche Romantiker Hesalitglas Saphirglas vorziehen, können Sie nun aktiv das gleiche schwarze Zifferblatt wählen wie bei dem Modell, das den Mond erreicht hat.

 Die Wahl zwischen dem weißen und dem schwarzen Zifferblatt fällt schwer. Doch egal, für welches Sie sich entscheiden, die Uhr ist in jedem Fall hervorragend. Es handelt sich um einen hochentwickelten Handaufzugschronographen, der sich durch exzellente Ganggenauigkeit, Magnetfeldresistenz und gute Ablesbarkeit auszeichnet. Die Wasserdichtigkeit könnte zwar verbessert werden, doch bei regelmäßiger Pflege dürfte es im Alltag kaum Probleme geben. Und trotz der beeindruckenden Spezifikationen ist der Preis nach wie vor angemessen. Zwar sind die Preise in den letzten Jahren gestiegen, doch gibt es in dieser Preisklasse keine vergleichbare Uhr.

 Das Modell mit dem weißen Zifferblatt verlieh der Moonwatch einen neuen Reiz. Während ihre Veröffentlichung einen Meilenstein in der Geschichte der Speedmaster markierte, sorgte sie vermutlich auch für große Besorgnis unter Uhrenliebhabern.

Kontaktinformationen: Omega Tel. 0570-000087


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