Wir testen die Ref. SDKA017, eines der "King Seiko KS1969"-Modelle aus dem Jahr 2024. Dieses Modell übernimmt das Design des klassischen Modells aus dem Jahr 1969 und ist eine elegante King Seiko, die ein gut ablesbares, mattes silbernes Zifferblatt mit einem flachen Gehäuse kombiniert.

Fotos und Text von Tsubasa Nojima
[Artikel veröffentlicht am 6. Januar 2025]
Die Wiederauferstehung des Königs Seiko 45KCM
Diesmal nehmen wir die King Seiko Ref. SDKA017 unter die Lupe, die 2024 erschienen ist. Dieses Modell, das zur Serie „King Seiko KS1969“ gehört, orientiert sich am Design der „45KCM“, die, wie der Name schon sagt, 1969 auf den Markt kam. Die 45KCM zeichnet sich durch ihr abgerundetes, kissenförmiges Gehäuse und ihr hochfrequentes Handaufzugswerk mit 36.000 Halbschwingungen pro Stunde aus und ist auf dem Antiquitätenmarkt sehr begehrt.
Bis zum Erscheinen der KS1969 bestand die aktuelle King Seiko-Kollektion aus Modellen, die auf dem Design der „KSK“ von 1965 basierten. Im Vergleich zur KSK, die robuste, dicke Bandanstöße mit imposanten Dauphine-Zeigern für Stunden und Minuten kombinierte, wirkte die KS1969 mit ihrem spiegelpolierten Gehäuse und den Stabzeigern für Stunden und Minuten etwas eleganter. Ihr einzigartiger Charakter machte die KS1969 schnell zur zweiten Säule der aktuellen King Seiko-Linie. Nehmen wir sie in die Hand und entdecken wir ihren Reiz.

Das Modell, das wir diesmal vorstellen, ist die „SDKA017“. Sie greift das Design der 1969 erschienenen „King Seiko 45KCM“ auf. Automatikaufzug (Kal. 6L35). 26 Steine. 28.800 Halbschwingungen pro Stunde. Gangreserve von ca. 45 Stunden. Edelstahlgehäuse (Durchmesser 39.4 mm, Dicke 9.9 mm). Wasserdicht bis 5 bar. Preis: 396.000 Yen (inkl. MwSt.).
Ein mattes silbernes Zifferblatt, das Eleganz und Funktionalität vereint
Das Zifferblatt, das Strichindizes mit Strichzeigern kombiniert und eine Datumsanzeige bei 3 Uhr aufweist, ist sehr schlicht gestaltet. Doch obwohl es auf den ersten Blick unscheinbar wirken mag, macht seine würdevolle Ausstrahlung es wahrlich würdig, als „König“ bezeichnet zu werden.
Das wichtigste Element, das diese würdevolle Spannung erzeugt, sind die dreidimensionalen Indizes. Ihr Funkeln im Licht entsteht durch die glatte Spiegeloberfläche und die präzisen Einschnitte an den Kanten. Anstatt hell zu leuchten, strahlen sie ein sanfteres Licht aus und vermitteln so eine zurückhaltende japanische Schönheit. Der Index bei 12 Uhr ist mit einem diagonalen, facettierten Schliff graviert, der dem Zifferblatt einen zusätzlichen Akzent verleiht. Dieses Muster ist von den Federn eines Pfeils inspiriert, der direkt auf sein Ziel zufliegt.

Die Stunden- und Minutenzeiger sind gleichermaßen ausdrucksstark. Auf den Bildern wirkten sie zunächst etwas flach, doch in natura erkannte ich, dass dieser Eindruck falsch war. Die Zeiger weisen beidseitig Einschnitte auf, die das Licht einfangen und reflektieren und so einen dreidimensionalen Effekt erzeugen. Der lange, schlanke Sekundenzeiger wirkt zart und filigran, doch selbst von der Seite sind keine Grate sichtbar, und seine Spitze ist sogar leicht gebogen.
Die Textur des Datumsfensters ist ebenfalls hochwertig. Der etwas dickere Rahmen, der die Datumsanzeige besser zur Geltung bringt, mag Geschmackssache sein, aber er ist gratfrei, und die innere Abschrägung hat eine sandige Textur, die die Ablesbarkeit verbessert.
Der wichtigste Faktor für die ruhige Ausstrahlung dieser Uhr ist ihre leicht raue, matte Silberfarbe. Sie glänzt nicht zu stark im Licht. Die Elemente des Zifferblatts sind alle in der gleichen Farbe gehalten und dennoch hervorragend ablesbar. Dies liegt wahrscheinlich am Kontrast zwischen den polierten Indizes und Zeigern und dem matten Zifferblatt. Das Seiko-Logo bei 12 Uhr und der Aufdruck bei 6 Uhr sind ebenfalls gut erkennbar. Laut Hersteller handelt es sich beim Zifferblatt um „ein neu entwickeltes, geprägtes Muster, das von der modernen Stadtlandschaft Tokios inspiriert ist“.
Das Glas ist ein kastenförmiges Saphirglas. Betrachtet man das Zifferblatt aus einem bestimmten Winkel, wirkt es voluminös und erinnert an einen Retro-Look, ohne dabei jedoch übermäßig hervorzuragen. Es strahlt keinen aufgesetzten Vintage-Charme aus, sondern fügt sich harmonisch in das Design ein.
Ikonisches kissenförmiges Gehäuse
Das kissenförmige Gehäuse, im Kontrast zum schlichten Zifferblatt, unterstreicht den einzigartigen Charakter der KS1969. Anders als bei Modellen, bei denen die Bandanstöße aus dem runden Mittelgehäuse herausragen, sind Bandanstöße und Mittelgehäuse hier vollständig integriert und erzeugen so eine fließende Form. Was mich jedoch beim ersten Anfassen der Uhr überraschte, war ihre Dualität. Von oben betrachtet wirkt sie rund und weich, doch von der Seite betrachtet, verleihen die scharfkantigen Bandanstöße, die nach unten verlaufenden Gehäusekanten und die flache Lünette ihr eine scharfe, fast messerscharfe Spannung. Es gibt viele Uhren mit ähnlichen kissenförmigen Gehäusen, sogenannte „C-Linien“. Dennoch strahlt diese Uhr eine starke Individualität aus. Sie erinnert uns daran, dass ikonisches Design nicht aus dem Streben nach Exzentrik entsteht.
Das gesamte Gehäuse, bis auf den Gehäuseboden und die Unterseite der Bandanstöße, ist poliert. Das dort reflektierte Bild ist verzerrungsfrei, wie in einem Spiegel. Dadurch reflektiert es das Licht sehr gut, wirkt aber erstaunlicherweise nicht protzig. Möglicherweise neutralisiert das matte silberne Zifferblatt den Glanz der Uhr.

Besonders bemerkenswert an diesem Gehäuse ist seine geringe Dicke. Im Katalog werden 9.9 mm angegeben, doch der extrem dünne Gehäuseboden und die schrägen Linien an den Bandanstößen lassen es noch dünner wirken. Seiko bezeichnet es als „elegante Dresswatch“, und das schlanke, elegante Gehäuse passt problemlos unter einen Hemdsärmel und bleibt beim An- und Ausziehen nicht hängen.
Die Krone, die teilweise im Mittelgehäuse versenkt ist, hat Standardgröße für eine Automatikuhr. Sie verfügt über eine rutschfeste Rille und trägt das King Seiko-Logo. Dank des Gehäusedesigns liegt sie gut in der Hand und vermittelt den Eindruck einer hervorragenden Bedienbarkeit.
Das King Seiko-Logo ist mittig auf dem Gehäuseboden eingraviert. Obwohl der massive Gehäuseboden den Blick auf das Uhrwerk versperrt, trägt die glatte Oberfläche mit ihrem feinen Schliff wahrscheinlich zu einem angenehmeren Tragegefühl bei.

Das Armband besteht aus 13 Edelstahlgliedern. Das elegante Design der 1960er-Jahre passt perfekt zu den Charakteren dieses Werkes. Die Glieder sind poliert und fein geriffelt, sodass das Licht bei jeder Bewegung auf der Uhr reflektiert wird und ihr Dynamik verleiht.
Die Glieder scheinen mit einem C-Ring-System verbunden zu sein. Angesichts des Preises hätte ich Schrauben bevorzugt, aber das C-Ring-System war möglicherweise die beste Lösung, um die für eine elegante Uhr typische Lockerheit, Dünne und Flexibilität zu erreichen. Viele Armbänder haben herausnehmbare Glieder zur Anpassung der Handgelenkgröße und fest verschweißte Glieder. Löst sich in diesem Fall ein verschweißtes Glied, muss das gesamte Armband ausgetauscht werden, was eine kostspielige Reparatur sein kann. Da dieses Modell jedoch ausschließlich aus herausnehmbaren Gliedern besteht, ist dies weniger problematisch.
Die Schließe ist doppelseitig und lässt sich per Druckknopf öffnen und schließen. Im geschlossenen Zustand ist sie kaum sichtbar, was ein wesentliches Merkmal dieser eleganten Uhr ist.

Schlankes automatisches mechanisches Uhrwerk, Kal. 6L35
Das flache Gehäuse wird durch das Kaliber 6L35 ermöglicht. Es ist das flachste Uhrwerk unter Seikos aktuellen automatischen mechanischen Uhrwerken und bietet eine Ganggenauigkeit von +15 bis -10 Sekunden pro Tag. Obwohl flachere Uhren üblicherweise die Stabilität des Uhrwerks beeinträchtigen, kompensiert das Kaliber 6L35 dies durch optimierte Materialien, höhere Härte und eine verbesserte Oberflächenveredelung. Die Gangreserve von ca. 45 Stunden mag etwas kurz erscheinen, doch das Kaliber 6L35 ist ein ausgewogenes Uhrwerk, das Flachheit, Präzision und Langlebigkeit vereint. Im Vergleich zur beliebten Kaliber-6R-Serie weist diese Uhr auch mehr dekorative Details auf, wie beispielsweise Streifen auf der Brücke. Leider fehlt ihr jedoch der Sichtboden.
Die Bedienung entspricht der eines typischen Automatikwerks mit drei Zeigern und Datumsanzeige. Bei vollständig eingedrückter Krone wird die Zugfeder aufgezogen; durch Herausziehen um eine Raste wird das Datum vorgespult, durch erneutes Herausziehen um eine Raste wird die Uhrzeit eingestellt. Das manuelle Aufziehen fühlt sich deutlich angenehmer an als bei der Kaliber-6R-Serie. Während die Kaliber-6R-Serie ein klirrendes Geräusch von sich gibt, klingt die des Kalibers 6L35 eher knackig. Auch das Drehen der Zeiger beim Einstellen der Uhrzeit ist ein Genuss. Das moderate Gewicht verhindert ein Wackeln der Zeiger, und es ist kein spürbarer Unterschied im Drehmoment festzustellen, egal ob man die Krone vor- oder zurückdreht. Selbst das Vorspulen des Datums vermittelt ein angenehmes Gefühl. Die Liebe zum Detail, die über die technischen Daten hinausgeht, macht diese Uhr zu einem wahren Luxusobjekt. Ein Handaufzugswerk mit 10 Halbschwingungen, angelehnt an die Eigenschaften des Originals, wäre zwar wünschenswert gewesen, doch bietet diese Uhr so viel Reiz, dass dies mehr als wettgemacht wird.
Eine vielseitige und elegante Armbanduhr
Diese Uhr vereint ein flaches Gehäuse, einen niedrigen Schwerpunkt, einen glatten Gehäuseboden und ein flexibles Armband. Beim Anlegen werden Sie von ihrem Tragekomfort begeistert sein. Nach kurzer Zeit werden Sie sie kaum noch spüren. Auch optisch greift sie einige Retro-Elemente auf, wie das Armbanddesign und das kastenförmige Saphirglas, wirkt aber keineswegs altmodisch. Das kissenförmige Gehäuse mit einem Durchmesser von 39.4 mm mag für eine elegante Uhr etwas groß erscheinen, doch mit einer kurzen Höhe von nur 43.6 mm wirkt sie am Handgelenk nicht aufdringlich.
Wie bereits erwähnt, ist das Zifferblatt sehr gut ablesbar. Das matte Silber lässt die Indizes und Zeiger scheinbar schweben und verleiht der Uhr gleichzeitig eine ruhige Ausstrahlung. Sie wirkt klassisch und doch etwas Besonderes. Zudem hat sie das Potenzial, eine sehr praktische Dresswatch zu sein.

King Seiko expandiert stetig
King Seiko feierte 2021 sein modernes Comeback. Streng genommen war es 2021 noch ein limitiertes Sondermodell und wurde erst 2022 regulär erhältlich. In den letzten Jahren hat sich King Seiko jedoch rasant zu einer der legendärsten Kollektionen von Seiko entwickelt. Anfangs umfasste das Sortiment ausschließlich Designs, die auf der KSK von 1965 basierten. 2024 wurden dann Modelle auf Basis des 45KCM-Designs, darunter die hier vorgestellte SDKA017, veröffentlicht, was die Erwartungen an die Zukunft von King Seiko nochmals steigerte. Dies mag auch dazu beigetragen haben, die Aufmerksamkeit wieder auf die King Seiko der 1960er und 1970er Jahre zu lenken.
Und erst kürzlich wurde die neue „Banack“ vorgestellt. Sie mag auf den ersten Blick überraschend wirken, doch die modische und sportliche Banack schließt eine Lücke in der aktuellen King Seiko Kollektion. Interessant ist auch, dass sie neue Ideen vereint, wie beispielsweise ein bis 10 bar wasserdichtes Gehäuse mit verschraubter Krone und das robuste, hochpräzise Kaliber 8L45.
Die KS1969 bereichert die Kollektion und bewahrt ihr ikonisches Design. Sie ist jedoch nur ein Aspekt von King Seiko. Sicherlich schlummert noch immer viel vom Charme der alten King Seiko-Uhren. Es wird spannend sein zu sehen, wie sich King Seiko in Zukunft weiterentwickelt und seine Geschichte fortschreibt.




