Die Watches & Wonders Geneva 2025 findet vom 1. April (Di.) bis 7. April (Mo.) 2025 in Genf, Schweiz, statt. Auch in diesem Jahr wird das japanische Uhrenmagazin Chronos wieder vor Ort über die mit Spannung erwartete Uhrenmesse berichten. Chefredakteur Masamasa Hirota, der bereits in der Schweiz eingetroffen ist, analysiert die diesjährigen Trends kurz vor Messebeginn.

Text von Masayuki Hirota (Chronos-Japan)
[Artikel veröffentlicht am 31. Januar 2025]
Die Uhren- und Wundermesse Genf beginnt!
Die neue Uhrenausstellung „Watches & Wonders Geneva 2025“ findet vom Dienstag, dem 1. April, bis Montag, dem 7. April 2025, in Genf, Schweiz, statt. Wie gewohnt wird die Veranstaltung im Palexpo, dem Genfer Messegelände, abgehalten und gilt als die mit Spannung erwartete Messe des Jahres für Fachleute der Uhrenbranche und Uhrenliebhaber gleichermaßen (die Publikumstage wurden vom 4. bis zum 7. April verlängert). Laut Veranstaltern werden in diesem Jahr so viele Hersteller (und Marken) wie nie zuvor vertreten sein – rund 60. Neben klassischen Marken wie Rolex, Patek Philippe und Cartier nimmt auch Bulgari teil.
Die Zunahme von Messen bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass die Uhrenindustrie auf Wachstumskurs ist. Vielmehr scheint der Trend in diesem Jahr noch konservativer als im Vorjahr. Ein Grund dafür ist die beschleunigte Verlangsamung des chinesischen Wirtschaftswachstums, die Ende letzten Jahres einsetzte. China sollte nach der COVID-19-Pandemie den Uhrenmarkt anführen, doch ein schwächelnder Immobilienmarkt, hohe Jugendarbeitslosigkeit und eine nachlassende Konsumstimmung haben zu einem Einbruch der Nachfrage nach sogenannten Luxusgütern geführt. Die Nachricht, dass sich der chinesische Markt in der zweiten Jahreshälfte des letzten Jahres halbiert hat, wirft einen langen Schatten auf die Zukunftsaussichten der Uhrenhersteller.

Auch die US-Wirtschaft gibt keinen Grund zum Optimismus. Seit der Verlangsamung des chinesischen Wachstums haben die USA die Führung im Luxusuhrenmarkt übernommen, doch die unsichere politische und wirtschaftliche Lage der letzten Jahre hat die Verbraucher zum Zögern beim Kauf veranlasst. Diese tiefgreifenden Marktveränderungen werden die Schweizer Uhrenindustrie insgesamt voraussichtlich zu einer sehr vorsichtigen Haltung zwingen.
Wie wirken sich Marktveränderungen auf neue Uhren aus?
Daher wird prognostiziert, dass neue Uhren im Jahr 2025 eher einen konservativeren Weg einschlagen werden. Als erstes fallen einem Variationen bestehender Modelle ein. Neue Modelle, die beliebte Klassiker mit anderen Farben, Materialien oder Armbandvarianten kombinieren, dürften sich deutlich abheben. Dies ist ein sinnvoller Ansatz, um die Produktionskosten niedrig zu halten und stabile Umsätze zu sichern. Allerdings ist es äußerst schwierig, dabei die Kunden nicht zu langweilen. Tatsächlich haben alle Hersteller erkannt, dass die einst so beliebte Kooperation zwischen Swatch und Omega schnell an Schwung verloren hat.

Trotz dieser Umstände wird sich der Trend zu kleineren Gehäusen mit Sicherheit fortsetzen. Während Uhren mit einem Durchmesser unter 40 mm einst als „klassisch“ galten und oft gemieden wurden, ist die Nachfrage in den letzten Jahren sowohl bei Männern als auch bei Frauen gestiegen. Der Rückgang des Booms luxuriöser Sportuhren und die wachsende Zahl von Konsumenten, die Uhren als modisches Accessoire betrachten, haben diesen Trend deutlich verstärkt. Darüber hinaus werden die neuen Zifferblattdesigns, die im letzten Jahrzehnt immer beliebter geworden sind, auch in diesem Jahr wieder unsere Aufmerksamkeit erregen.
Worauf Masamasa Hirota, Chefredakteur von Chronos Japan, achtet
Mich persönlich interessiert die Ausweitung der Begleitveranstaltungen rund um die Watches & Wonders. Time to Watches, das von Jahr zu Jahr immer mehr Aufmerksamkeit erregt, findet nun in der Villa Sarasin statt. Die günstige Lage, nur eine Gehminute vom Palexpo entfernt, wird sicherlich viele Teilnehmer und Besucher inspirieren. Übrigens werden über 70 Marken bei Time to Watches erwartet. Während große Hersteller voraussichtlich einen eher konservativen Ansatz verfolgen werden, dürften kleinere Hersteller, die an dieser Veranstaltung teilnehmen, einen freieren Ausdruck ihrer Ideen wagen. Wir vom Redaktionsteam von Kronos Japan planen, in diesem Jahr ausführlicher über diese Begleitveranstaltungen zu berichten.

Finden Sie Ihre Wunschuhr – auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten! Von Hirota
Die Genfer Messen 2025 werden Einblicke in die Strategien geben, mit denen Marken angesichts des wirtschaftlichen Abschwungs ihre Positionen verteidigen oder sich an die Veränderungen anpassen. Da die Veranstaltungen in einer besonders herausfordernden Zeit stattfinden, bieten sie zudem Einblicke in die Leistungsfähigkeit der einzelnen Unternehmen. Mit anderen Worten: Gerade jetzt gibt es mit größerer Wahrscheinlichkeit Interessantes zu entdecken.
Ich habe das hier etwas ernst gemeint. Egal, was passiert, auch dieses Jahr werden wir wieder Uhren finden, die wir selbst haben wollen! Es macht doch keinen Spaß auf einer Messe, wenn man nicht die gewünschte Uhr findet! Wir hoffen also, dass Sie auch dieses Jahr wieder vorbeischauen und freuen uns auf Ihr Feedback!



