
Interview und Text von Hiroyuki Suzuki
Teil 2: Ewige Einfachheit erben
[Heritage Perpetual Moon]
Über 95 % der Komponenten von H. Moser stammen aus der Schweiz. Insbesondere die meisten Uhrwerksteile werden in den eigenen Werkstätten in Neuhausen, einer Industriestadt nahe dem Firmensitz Schaffhausen, gefertigt. Mit der Neugründung von H. Moser & Cie. im Jahr 2005 wurden alle in Deutschland ansässigen Präzisionsfertigungsanlagen unter der Leitung von Meylan in den neuen Hauptsitz verlegt. Dieser ist seither sowohl dem Namen nach als auch faktisch der Hauptsitz von H. Moser & Cie. Selbst in der Schweiz gibt es nur wenige Manufakturen, die wichtige Uhrwerksteile wie Hemmungskomponenten und Unruhspiralen herstellen können. Noch weniger sind jene, die auch eigene Uhrenmarken produzieren. Die von H. Moser & Cie. propagierte „Reinheit“ basiert auf diesen technologischen Vorteilen.
Die äußeren Bauteile, die optisch „Reinheit“ ausdrücken, werden – wie bei vielen anderen Marken auch – in Zusammenarbeit mit erfahrenen Zulieferern gefertigt. Diesmal unternehmen wir einen kurzen Ausflug von der Know-HowZen-Zentrale nach La Chaux-de-Fonds, um diese Zulieferer zu besuchen.
Neuchâtel, ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt zwischen Zürich und Genf, ist das Tor zum Jura-Gebirge an der Grenze zu Frankreich. Durch einen langen Tunnel gelangt man in die Berge nach La Chaux-de-Fonds, einer historischen Industriestadt mit schachbrettartigem Stadtplan. Zusammen mit dem benachbarten Le Locle gehört sie aufgrund ihrer „Uhrmacher-Stadtplanung“ zum UNESCO-Weltkulturerbe. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts, als die mittelalterliche europäische Klassenherrschaft absolut war, schufen Handwerker spontan ein Uhrmachersystem, das auf „horizontaler Arbeitsteilung und gegenseitiger Zusammenarbeit“ basierte und damit ein ideales Modell für die spätere Entwicklung der Schweizer Uhrenindustrie darstellte. Aus diesem Grund entwickelte sich die Schweizer Luxusuhrenherstellung vor allem durch die Établisseurs.

