Wir beleuchten die Rolle von Fliegeruhren in der Moderne neu. Diese Ausgabe von Chronos Japan, Band 98, „Lob für Fliegeruhren“, wurde auf webChronos erneut veröffentlicht. Diesmal widmen wir uns Fliegeruhren, die Funktionalität und Ästhetik vereinen – ein Konzept, an dem IWC seit den 1980er-Jahren arbeitet. Welche einzigartigen Fliegeruhren zeichnen sich durch einen Hauch von Luxus aus?
Fotografien von Eiichi Okuyama
Masamasa Hirota (dieses Magazin): Text
Text von Masayuki Hirota (Chronos-Japan)
[Artikel erschienen in der Septemberausgabe 2022 von Kronos Japan]
Ein ziviles Modell, das Praktikabilität und Ästhetik vereint
Seit den 1980er-Jahren hat IWC die Grundstruktur ihrer Uhren beibehalten und sie gleichzeitig für den Alltag optimiert. Die 2021 erschienenen Modelle Big Pilot’s Watch 43 und Pilot’s Watch Chronograph 41 sind beispielhaft dafür. Beide zeichnen sich durch ihre Größe und hochwertige Verarbeitung aus und eignen sich daher ideal für den täglichen Gebrauch.
IWC Big Pilot's Watch 43 und Pilot's Watch Chronograph 41

Dies ist der Vorfahre der Großen Fliegeruhr, die 1940 in einer Auflage von nur 1000 Stück gefertigt wurde. Sie wurde über Siegfried Heindorf in Berlin an die deutsche Luftwaffe ausgeliefert. Um Chronometergenauigkeit zu erreichen, ist sie mit dem Taschenuhrwerk Kaliber 52T.SC ausgestattet. Für optimale Ablesbarkeit hat das Zifferblatt einen Durchmesser von 49 mm. Das Gehäuse stammt von Staybrite. Handaufzug (Kal. 52T.SC). 16 Steine. 18.000 Halbschwingungen pro Stunde. Durchmesser 55 mm, Dicke 17.5 mm. Referenzprodukt.
(Rechts) Große Pilotenuhr 43
Diese kompakte Big Pilot's Watch ist mit dem bewährten Kaliber 82 ausgestattet. Neben dem um 3 mm kleineren Gehäuse wurde der Tragekomfort durch den Verzicht auf das Weicheisen-Innengehäuse deutlich verbessert. Dank des „EasX-CHANGE“-Systems lässt sich das Armband mühelos wechseln. Automatikaufzug (Kal. 82100). 22 Steine. 28.800 Halbschwingungen pro Stunde. Gangreserve von ca. 60 Stunden. Edelstahlgehäuse (Durchmesser 43 mm, Dicke 13.6 mm). Wasserdicht bis 10 bar.
Bei den Fliegeruhren von IWC lassen sich zwei Haupttrends beobachten. Zum einen die hochfunktionalen Modelle Mark X und Mark XI. Zum anderen die großen Fliegeruhren, deren Ursprung in der „Großen Fliegeruhr“ für die deutsche Wehrmacht im Jahr 1940 liegt. Erstere entwickelten sich zur Top Gun weiter, die noch mehr Funktionen bietet, während letztere sich zu alltagstauglichen Uhren entwickeln, die aber dennoch das Erscheinungsbild einer Fliegeruhr beibehalten.
Symbolisch dafür steht die Big Pilot's Watch 43, die 2021 eingeführt wurde. Ihr Gehäuse hat einen Durchmesser von 43 mm und ist damit 3 mm kleiner als das Vorgängermodell. Obwohl es sich nur um einen Unterschied von 3 mm handelt, verbessert die kürzere Gesamtlänge den Tragekomfort deutlich. Durch den Wechsel des Uhrwerks von der taschenuhrengroßen Serie 52 zum kompakten Uhrwerk der Serie 82 ist die Uhr zudem leichter geworden. Auch auf das Weicheisen-Innengehäuse wurde bewusst verzichtet, um den Tragekomfort zu optimieren.
Seit der Wiederbelebung der Fliegeruhr in den 1980er-Jahren arbeitet IWC daran, professionelle Instrumente für jedermann zugänglich zu machen, wie die farbenfrohen, limitierten Mark XII-Uhren der 1990er-Jahre beweisen. Durch die zunehmende Eigenproduktion von Gehäusen gelang es IWC schließlich, den ansonsten eher schlichten Fliegeruhren einen Hauch von Luxus zu verleihen.

Dies ist die erste große Fliegeruhr mit Armband. Obwohl das Armband noch etwas Spiel hat, besteht nun keine Gefahr mehr, dass Metallsplitter an Ihre Ärmel gelangen. Das leuchtend blaue Zifferblatt bietet, ganz in der Tradition von IWC, auch bei hellem Licht hervorragende Ablesbarkeit. Dank des „EasX-CHANGE“-Systems lässt sich das Armband mühelos wechseln. Automatikaufzug (Kal. 82100). 22 Steine. 28.800 Halbschwingungen pro Stunde. Gangreserve von ca. 60 Stunden. Edelstahlgehäuse (Durchmesser 43 mm, Dicke 13.6 mm). Wasserdicht bis 10 bar.
(Rechts) Fliegeruhr Chronograph 41
Dieses Modell symbolisiert die „Demokratisierung“ der Fliegeruhren. Der Gehäusedurchmesser wurde von 43 mm auf 41 mm reduziert, während die verbesserte Fertigungstechnologie die Wasserdichtigkeit von 6 bar auf 10 bar erhöht hat. Das Zifferblatt ist in einem trendigen Grün gehalten. Die Uhr verfügt über das „EasX-CHANGE“-System, einen automatischen Aufzug (Kal. 69385), 33 Steine, 28.800 Halbschwingungen pro Stunde und eine Gangreserve von ca. 46 Stunden. Das Edelstahlgehäuse hat einen Durchmesser von 41 mm und eine Dicke von 14.5 mm. Wasserdicht bis 10 bar.
Die Fliegeruhren von IWC verbesserten sich mit der Mark XV von 1997 deutlich. Gehäuse und Armband waren weiterhin satiniert, doch die gesteigerte Präzision der Oberflächenbearbeitung verlieh ihnen eine Perfektion, die weit über die einer reinen Funktionsuhr hinausging. Darüber hinaus kombinierten die neuesten Fliegeruhren satinierte und polierte Oberflächen und verliehen ihnen so das Aussehen luxuriöser Sportuhren. Die spiegelnde Fläche wurde jedoch minimiert, um ein zu starkes Glänzen der Uhr selbst unter hellem Licht zu verhindern. Daher gelten sie weiterhin als Fliegeruhren.
Dasselbe gilt für farbige Zifferblätter, die in den letzten Jahren zum Trend geworden sind. IWC hat sich seit jeher auf leuchtend blaue Zifferblätter spezialisiert, verwendet aber seit Kurzem auch polierten Lack. Die Zifferblätter von Fliegeruhren wirken auf den ersten Blick glänzend. Der Farbton ist jedoch so dezent, dass das Zifferblatt selbst bei starker Beleuchtung nicht reflektiert. Ein glänzendes Zifferblatt mag zwar luxuriös wirken, würde aber die Ablesbarkeit einer Fliegeruhr beeinträchtigen. Durch die Liebe zum Detail ist es IWC gelungen, ein Gefühl von Luxus zu vermitteln, ohne die Funktionalität einer Fliegeruhr zu vernachlässigen.

Die Kombination aus Funktionalität und Ästhetik zeigt sich besonders bei Modellen mit Armband. Die Armbandlänge lässt sich durch Drücken der in die Schließe integrierten IWC-Prägung feinjustieren. Diese Prägung ist bewusst nicht aufgerollt, vermutlich um ein versehentliches Auslösen des Verstellmechanismus bei Stößen zu verhindern. Die Schließe selbst ist mit ca. 40 mm kompakt, sodass sie auch bei schmaleren Handgelenken kaum herausspringt. Das Armband bietet links und rechts genau das richtige Spiel, und im Gegensatz zur Mark XV besteht keine Gefahr mehr, dass Metallpulver austritt.
IWC hat seine Tradition der Fliegeruhren neu interpretiert und sie in ein erschwingliches Modell für jedermann verwandelt. Die heutigen Fliegeruhren sind sowohl funktionale Funktionsuhren als auch Luxusuhren – ein Produkt, das nur IWC herstellen kann.





