Shigeru Sugawara, ein Journalist, der seit über 30 Jahren über die Uhrenindustrie berichtet, schildert seine Eindrücke von der neuen Longines Legend Diver, die 2024 auf den Markt kommt. 17 Jahre sind seit der Markteinführung der Kollektion im Jahr 2007 vergangen. Sugawara lobt dieses Modell als „vollkommen perfekt“.

Text von Shigeru Sugawara
[Artikel veröffentlicht am 29. Januar 2024]
Ein Rückblick auf die Longines Legend Diver
Ich frage mich, wann ich die Longines Legend Diver zum ersten Mal gesehen habe. Auf der Baselworld in der Schweiz, wo sie viele Jahre lang regelmäßig vertreten war, hatte ich sie immer wieder entdeckt. Dort stach sie inmitten der anderen Topmodelle stets hervor und bot eine große Modellvielfalt – eine Uhr mit unverwechselbarem Charakter, die stets dezent und doch ausdrucksstark war. Longines, die ihre Geschichte und ihr Erbe schätzt und über eine umfangreiche Sammlung von Museumsstücken verfügt, konzentriert sich auch auf moderne Neuauflagen, die von ihren Archiven inspiriert sind. Die Longines Legend Diver ist eine davon. Ich habe mir das Originalmodell und das Datum seiner Neuauflage noch einmal genauer angesehen. Es erschien erstmals 1959, feiert also dieses Jahr sein 65-jähriges Jubiläum. Das Neuauflagemodell wurde 2007 vorgestellt und feiert damit sein 17-jähriges Bestehen.
Seit der Neuauflage sind 17 Jahre vergangen. Warum behauptet der Autor, dass sie „die ideale Form erreicht“ habe?

Automatikwerk (Kal. L888). 21 Steine. 25.200 Halbschwingungen pro Stunde. Gangreserve ca. 72 Stunden. Edelstahlgehäuse (Durchmesser 39 mm, Dicke 12.70 mm). Wasserdicht bis 300 m. Preis: 526.900 Yen (inkl. MwSt.).
Das neueste Modell von 2024 ist wohl das beste der bisherigen Neuauflagen. Jedenfalls hatte ich das Gefühl, dass mein Lieblingsmodell nach 17 Jahren endlich seine ideale Form erreicht hatte. Und hier ist der Grund dafür.
Grund 1: Kein Datum. Die Entscheidung für ein Design ohne Datumsanzeige ist ein kluger Schachzug, genau wie beim Original von 1959 und der ersten Neuauflage von 2007. Bei der Swatch Group galten Modelle mit Standard-ETA-Automatikwerken lange Zeit als Standard mit Datumsanzeige. Rückblickend war der ehemalige Swatch-Group-Manager und Longines-Chef von Känel unnachgiebig: „Sie muss ein Datum haben.“ Obwohl ich den Komfort einer Datumsanzeige verstehe, finde ich persönlich, dass ein Design ohne Datumsanzeige für eine Neuauflage, die den ursprünglichen Vintage-Stil respektiert, angemessener ist. Daher betrachte ich diese Entscheidung als bemerkenswerte Leistung.

Grund 2: Das auf einem ETA-Werk basierende Longines-Spezialwerk Kaliber L888 nutzt die einzigartige technologische Synergie der Gruppe und verfügt über eine monokristalline Silizium-Spiralfeder, antimagnetische Eigenschaften und eine Gangreserve von ca. 72 Stunden. Seine Spezifikationen wurden gegenüber Vorgängermodellen deutlich verbessert und machen es somit ideal für den täglichen Gebrauch. Solche Spezifikationen müssen nicht mehr extra hervorgehoben werden; sie sind bei den Marken der Gruppe von einer Innovation zum Standard geworden. Es ist erstaunlich, wie sich die Zeiten geändert haben. Obwohl ich die Ganggenauigkeit und die Gangreserve während meiner Testphase nicht detailliert gemessen habe, lief die Uhr auch nach mehr als drei Tagen Tragezeit – sowohl unterwegs als auch am Schreibtisch – nach dem ersten vollständigen Aufziehen weiterhin präzise. Besonders positiv fiel mir auch der leise Lauf auf; Rotorvibrationen und -rotationen waren kaum wahrnehmbar.
Grund 3: Das 39-mm-Gehäuse hat genau die richtige Größe – kompakt und angenehm am Handgelenk. Die Kollektion umfasst auch reguläre 42-mm- und 36-mm-Modelle für unterschiedliche Bedürfnisse, aber für mich ist 39 mm die perfekte Größe: nicht zu groß und nicht zu klein. Nach jahrelangem Ausprobieren habe ich entschieden, dass die maximale Gehäusegröße für Uhren, die ich trage, 40 mm beträgt. Dieses Modell erfüllt meine persönlichen Ansprüche also problemlos. Es verfügt außerdem über ein Edelstahlarmband, das zwar etwas Gewicht hinzufügt, die Uhr insgesamt aber nicht so schwer ist wie erwartet. Ich war erfreut, sie beim Gehen bequem und angenehm tragen zu können.

Grund 4: Stilvoll und gut ablesbar. Das Zifferblatt des Leihmodells ist grün lackiert. Die neuen Zifferblätter sind in weiteren Farben erhältlich, darunter Terrakotta, Blau, Schwarz und Grau, doch das grüne Modell fiel mir bei der Longines-Ausstellung sofort ins Auge. Grün ist längst kein vorübergehender Trend mehr, sondern hat sich so etabliert, dass man es fast schon als Standardfarbe bezeichnen könnte. Ich war beeindruckt, wie gut das Grün zur Longines Legend Diver passte und ihr einzigartiges Design auf frische Weise zur Geltung brachte. Was die Farbwirkung angeht, die einem Vintage-Look Stil verleiht, übertrifft Grün meiner Meinung nach das klassische Schwarz oder Blau. Denn die Farbe ist ausdrucksstark und hat eine besondere modische Ausstrahlung. Selbst wenn eine Uhr bis 300 m wasserdicht ist, muss sie, wenn sie im Alltag und nicht zum Tauchen getragen wird, stilvoll aussehen. Darüber hinaus sind Zifferblatt und innere Lünette, die die gesamte Vorderseite einnehmen und sich bis zum Rand des Gehäuses erstrecken, in einem dezenten Grün gehalten, wobei die mit Schweizer Super-LumiNova beschichteten Zahlen, Indizes und Zeiger deutlich hervortreten und somit nicht nur bei natürlichem Licht und in Innenräumen, sondern auch im Dunkeln hervorragend ablesbar sind.
Grund 5: Es lohnt sich absolut. Im europäischen und US-amerikanischen Preisvergleich liegt die Uhr mit 526.900 Yen im vergleichsweise erschwinglichen mittleren Preissegment. Ein Schweizer Mitarbeiter von Longines erklärte mir, dass jede Marke der Gruppe stets nach höchster Leistung und Qualität in ihrer jeweiligen Preisklasse strebt. Das Longines Legend Diver Modell 2024 verkörpert diesen Anspruch mit Sicherheit. Falls Sie sich fragen, ob Sie diese Uhr haben möchten: Die Antwort lautet ganz klar Ja. Uhrenliebhaber, die nach diesem Testbericht neugierig geworden sind, sollten sie sich unbedingt einmal ansehen.

Profil von Shigeru Sugawara

Geboren 1954. Uhrenjournalist. In den 1980er-Jahren berichtete er für Mode- und Schmuckmagazine aus Frankreich und Italien. Seit den 1990er-Jahren konzentriert er sich auf Uhren und berichtet seit über 25 Jahren von der jährlichen Uhrenmesse in der Schweiz. Er hat zahlreiche Artikel für Uhrenmagazine wie Chronos Japan und andere Zeitschriften verfasst und veröffentlicht. In seiner Freizeit geht er gerne laufen und bergsteigen.



