[Interview] Zenith-CEO Benoît de Clercq

2024.09.23

Benoît de Clercq wurde im Januar 2024 CEO von Zenith. Zuvor war er als COO bei Panerai und CEO von IWC Nordamerika tätig und agierte daher eher im Hintergrund. Wie wird er Zenith nun führen, da er plötzlich im Rampenlicht steht? Die bisherigen CEOs von Zenith waren allesamt herausragend.

Foto von Yu Mitamura
Interview und Text von Masayuki Hirota (Chronos-Japan)
Herausgegeben von Yukiya Suzuki (Chronos-Japan)
[Artikel erschienen in der Septemberausgabe 2024 von Kronos Japan]


Das Wesen von Zenith ist Geschichte, Handwerkskunst und Authentizität.

Benoit de Clercq

Benoit de Clercq
Der CEO von Zenith, geboren in der Schweiz, arbeitete nach seinem Universitätsabschluss für TAG Heuer im Nahen Osten und in der Zentrale der Richemont-Gruppe, bevor er 2004 CEO der nordamerikanischen Niederlassung von IWC wurde und später die Leitung für Nordostasien übernahm. 2011 wurde er internationaler Vertriebsdirektor von Panerai und 2021 COO des Unternehmens. Seine jetzige Position bekleidet er seit Januar 2024. Er hat erklärt, dass er die Produktion nicht erhöhen wird.

„Ich dachte, ich wüsste schon alles über Zenith, aber als ich die Position des CEO übernahm, entdeckte ich etwas, das mir neu war: die Geschichte und die Handwerkskunst. Und die Authentizität, die das Wesen von Zenith ausmacht.“ Die Authentizität von Zenith basiert jedoch größtenteils auf dem El Primero. Was wird als Nächstes geschehen?

„El Primero ist das Rückgrat von Zenith. Es ist ein Beweis für die Authentizität der Marke. Und Zenith feiert nächstes Jahr sein 160-jähriges Jubiläum. Nicht viele Marken können 160 Jahre feiern, aber wir können 160 Jahre am selben Ort feiern, trotz der Kriege und Katastrophen, die sich in der Zwischenzeit ereignet haben. Auch das macht die Authentizität der Marke so besonders.“

 Er hebt den Reichtum seiner Geschichte hervor.

„Unsere Manufaktur ist voll von Informationen und Markenaufzeichnungen. Unsere hauseigenen Archive sind kilometerlang. Wir nutzen sie, verbessern sie und entwickeln Zenith weiter.“

Zenith „Chronomaster Original Dreifachkalender“

Zenith „Chronomaster Original Dreifachkalender“
Neu für 2024. Diese Komplikation ist zwar teurer als die aktuelle Chronomaster, aber „mindestens 50 % günstiger als vergleichbare Modelle anderer Marken“ (Creek). Möglicherweise ist dies ein Versuch, die Produktpalette in eine pyramidenförmige Struktur zu überführen. Ausgestattet mit dem sogenannten „El Primero 2“, das sich einmal alle 10 Sekunden dreht. Automatischer Aufzug (Kal. El Primero 3610). 35 Steine. 36.000 Halbschwingungen pro Stunde. Gangreserve von ca. 60 Stunden. Edelstahlgehäuse (Durchmesser 38 mm, Dicke 14 mm). Wasserdicht bis 5 bar. 176 Millionen Yen (inkl. MwSt.).

 Wie Zenith stellen auch die anderen Unternehmen des LVMH-Konzerns Chronographen in den Mittelpunkt, und Tag Heuer blickt auf eine lange Tradition in der Branche zurück. Wie werden sie sich von der Konkurrenz abheben?

„Beides sind hervorragende Marken, aber ich glaube nicht, dass sie miteinander konkurrieren. Preisklasse und Image unterscheiden sich. Außerdem achten Zenith-Kunden sehr genau auf ihre Kaufentscheidungen. Und wenn sie einmal ein Zenith-Produkt besitzen, kaufen sie wieder.“

 Angesichts der von Krak hervorgehobenen Geschichte ist es bedauerlich, dass die „Elite“-Kollektion vernachlässigt wurde. Zudem dürfte sie die einzige Kollektion eleganter Uhren im LVMH-Konzern sein. Gibt es Pläne, sie zukünftig zu erweitern?

„Haben die etwa ein Mikrofon in meinem Büro installiert? (Lacht) Die Elite ist eine der Säulen von Zenith. Wir konzentrieren uns auf das Segment der eleganten Uhren, halten es aber schlicht und erhöhen unsere Gesamtproduktion nicht.“

 Wie wird also das 160-jährige Jubiläum im nächsten Jahr gefeiert werden?

„Nächstes Jahr, wenn wir unser 160-jähriges Jubiläum feiern, werden wir den Fokus noch stärker auf die Handwerkskunst von Zenith legen als auf Feuerwerke.“



Kontaktinformationen: Zenith Boutique Ginza Tel. 03-3575-5861


Ein kurzer Blick auf die neuen Uhren von Zenith für 2024!

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