Wie man eine gute Uhr an ihrem Uhrwerk erkennt: Wie man eine hochwertige Uhr beurteilt (Haptik- und Klangausgabe)

2024.08.12

Die Kriterien für eine „gute Uhr“ sind subjektiv. Dennoch gibt es bestimmte Aspekte, auf die man achten sollte, wie Verarbeitung, Konstruktion und Leistung. Dieser Artikel aus der Reihe „Wie man eine gute Uhr beurteilt“ erklärt, wie man anhand dieser Merkmale eine gute Uhr erkennt. Diesmal konzentrieren wir uns auf das Tragegefühl und den Klang, da hier die persönlichen Vorlieben oft stark variieren.

Eine Zusammenfassung von „Wie man eine gute Uhr erkennt“ – eine ausführliche Erklärung von „Wie man eine gute Uhr erkennt“

http://www.webchronos.net/features/119515/
Fotografien von Eiichi Okuyama
Interview und Text von Masayuki Hirota (Chronos-Japan)
[Artikel erschienen in der Septemberausgabe 2020 von Kronos Japan]


Das "Gefühl" und der "Klang" der Bewegung

Cal.LA18.1

Laine "Cal.LA18.1"
Die Laine besticht durch ihre exzellente Verarbeitung und ihren attraktiven Preis. Uhrenliebhaber sollten jedoch besonders auf ihr hervorragendes Tragegefühl achten. Das Uhrwerk hat einen Durchmesser von 36.6 mm. Da das Gehäuse aber nur 40 mm misst, ist das Aufziehen und Einstellen der Zeiger sehr direkt. Dieses haptische Erlebnis ist bei modernen Uhren selten. Obwohl sie sich wie eine Taschenuhr vergangener Zeiten anfühlt, gewährleistet der verschraubte Gehäuseboden Wasserdichtigkeit bis 3 bar.

 Auch wenn Sie sich mit Veredelungstechniken nicht auskennen, gibt es Kriterien, anhand derer Sie die Qualität einer Uhr beurteilen können: Haptik und Klang. Da die Vorlieben sehr individuell sind, lassen sich diese beiden Aspekte nur schwer verallgemeinern. Kennt man jedoch einige Kriterien, kann die Wahl einer Uhr interessanter werden. Doch was genau zeichnet einen guten Klang und eine gute Haptik aus?


Wie bekommt man ein gutes Gespür dafür?

Laine "Gelidus 2"

Laine "Gelidus 2"
Ein Basismodell eines aufstrebenden unabhängigen Uhrenherstellers. Das Uhrwerk basiert auf der Unitas-Taschenuhr, doch überraschenderweise werden die Werkbrücke und alle äußeren Komponenten im eigenen Haus gefertigt. Modifikationen sind ebenfalls möglich. Angesichts der Ausstattung ist der Preis durchaus attraktiv. Handaufzug (Kal. LA18.1). 17 Steine. 1 Halbschwingungen pro Stunde. Gangreserve ca. 46 Stunden. Edelstahlgehäuse (Durchmesser 40.5 mm). Wasserdicht bis 3 bar. (Anfragen) Noble Styling Tel. +8000 03-6277-1604

 Wer Haptik und Klang verbessern möchte, sollte die schwergängigen Teile polieren und sicherer befestigen. Abgesehen vom Klang ist dies der Grund, warum teurere Uhren tendenziell ein besseres Tragegefühl bieten (wenn auch natürlich nicht alle). Ein gutes Beispiel ist der Datograph Up/Down von A. Lange & Söhne. Man mag es kaum glauben, dass ein Uhrwerk mit solch komplexer Mechanik sich gut anfühlt, doch der Aufwand, der hier betrieben wurde, führt dazu, dass die Drücker zu den leichtgängigsten aller modernen Chronographen gehören.

 Natürlich trägt ein gut gestaltetes Uhrwerk wesentlich zu einem angenehmen Tragegefühl bei. Ein gutes Beispiel dafür ist die Reine. Sie ist mit einem Handaufzugswerk ausgestattet, einer Weiterentwicklung des 36.6-mm-Unitas-Werks. Dieses ist in einem 40-mm-Gehäuse untergebracht. Durch den kurzen Abstand zwischen Krone und Werk entsteht beim Aufziehen und Einstellen der Zeiger kaum Spiel, was den Tragekomfort deutlich erhöht. Die Präzision der Verarbeitung im Kronenbereich hat sich heutzutage verbessert, sodass selbst bei der Kombination eines kleinen Werks mit einem großen Gehäuse kaum noch Spiel spürbar ist. Dennoch ist die Wahl eines Werks, dessen Größe möglichst gut zum Gehäuse passt, ein grundlegendes Prinzip für ein optimales Tragegefühl.

Kal.L951.6

A. Lange & Söhne „Cal. L951.6“
Wenn wir über das Gefühl sprechen, dürfen wir dieses Uhrwerk nicht außer Acht lassen. Das Drehmoment der Drücker beträgt beim Starten nur etwa 590 g und beim Zurücksetzen etwa 712 g (jeweils gemessene Werte). Das ist etwa die Hälfte des Drehmoments des ETA 7750. Der Hauptgrund dafür ist, dass das Konzept des Uhrwerks mehr auf Ästhetik als auf Funktionalität ausgelegt ist. Durch die Abschwächung der Regulierfedern, die die Drücker betätigen, haben wir ein extrem leichtes und präzises Gefühl erreicht.
A. Lange & Söhne Datograph auf/ab

A. Lange & Söhne Datograph auf/ab
Erstveröffentlichung 2012. Im Vergleich zum Originalmodell von 1999 wurde die Gangreserve verlängert, die Regulierung durch eine freischwingende Unruh ersetzt und die Chronographenrückstellung von direkt auf indirekt umgestellt. Die Unruhspirale wird ebenfalls im eigenen Haus gefertigt. Handaufzug (Kal. L951.6). 46 Steine. 1 Halbschwingungen pro Stunde. Gangreserve ca. 60 Stunden. Gehäuse aus Platin (Durchmesser 41 mm, Höhe 13.1 mm). Wasserdicht bis 30 m. (Anfragen) A. Lange & Söhne Tel. +8000 03 4461 8080

 Um ein Springen der Zeiger beim Einstellen der Uhrzeit zu vermeiden, wählen Sie eine Uhr mit einem Sekundenrad, das koaxial zur Aufzugswelle angeordnet ist. Selbstverständlich gibt es auch bei Uhrwerken mit dezentralem Sekundenrad Konstruktionen, die das Springen der Zeiger minimieren. Serienmäßig gefertigte Rohwerke und ausgereifte Uhrwerke sind zudem so konstruiert, dass sie das Springen der Zeiger generell verhindern, selbst wenn das Sekundenrad nicht zentriert ist. Grundsätzlich empfiehlt es sich jedoch, eine Uhr mit zentriertem Sekundenrad zu wählen.

 Übrigens gibt es ein gutes und ein schlechtes Gefühl beim Einstellen der Zeiger. Ein guter Zeiger sollte beim Einstellen keinen Drehmomentverlust und kein raues Gefühl aufweisen. Auch ein Uhrwerk, das sich nach dem Einstellen der Zeiger nicht bewegt, kann als gut konstruiert gelten.


Rotorgeräusche der Armbanduhr

Kal.52010

IWC "Cal.52010"
Die meisten modernen Automatikuhren verwenden Keramiklager zur Lagerung ihrer schweren Rotoren. Dies ist zwar eine hervorragende Lösung, führt aber – mit wenigen Ausnahmen – zu einem hohen Pfeifton beim Rotorlauf. Im Gegensatz dazu verzichten die Pellaton-Automatikuhren von IWC auf Keramiklager zur Rotorlagerung. Dadurch dreht sich der Rotor vergleichsweise leise.

 Bei Automatikuhren sollte man unter anderem auf das Geräusch des Rotors achten. Viele Hersteller verwenden in den letzten Jahren Keramik für die Rotorlager. Dadurch sind diese zwar weniger verschleißanfällig, es entsteht aber auch ein charakteristisches, hohes Geräusch. Das IWC-Kaliber 52010 ist ein gutes Beispiel für eine Uhr, bei der bewusst auf Lager verzichtet wird, um das Rotorgeräusch zu reduzieren.

 Ehrlich gesagt, selbst wenn man die Veredelungstechniken nicht kennt, kann man die Qualität einer Uhr bis zu einem gewissen Grad an ihrer Haptik und ihrem Klang beurteilen. Dazu sollte man die Uhr möglichst oft berühren, anstatt sich nur Fotos oder Videos anzusehen.


Wenn ich die Uhrzeit einstelle, springen die Zeiger. Gibt es eine Möglichkeit, das zu beheben? / Frühlingsweisheit – Antworten auf Ihre Fragen zur Uhr

http://www.webchronos.net/features/51274/
Wenn Sie Ihre Uhr nach ihrem Uhrwerk auswählen müssten, welches wäre es? 10 empfohlene Modelle vom Redaktionsteam von Chronos Japan.

http://www.webchronos.net/features/108927/
Eine ausführliche Erklärung, wie man eine gute Uhr erkennt. Wie man eine hochwertige Uhr beurteilt (Gehäuseausgabe).

http://www.webchronos.net/features/111211/