Die „Space-Time Blade“, die 2024 von der unabhängigen Schweizer Uhrenmarke Urwerk angekündigt wurde, ist ein 1.7 Meter hohes und 20 Kilogramm schweres Meisterwerk aus Bronze und Glas. Sie verzichtet auf komplexe Satellitenanzeigen, variable Stundenanzeige und Planetengetriebe und nutzt stattdessen Nixie-Röhren zur Anzeige von Stunden und Minuten. Werfen wir einen Blick auf diese auf nur 33 Stück limitierte Edition.

Zeitanzeige mit Nixie-Röhren. Gehäuse aus Bronze und Glas (Höhe 170 cm, Gewicht 20 kg). Weltweit auf 33 Stück limitiert. Richtpreis: 55.000 Schweizer Franken.
[Artikel veröffentlicht am 30. Januar 2024]
Urwerks „Space-Time Blade“ zeigt acht Nixie-Röhren
Die Uhrenmarke Urwerk und ihre Gründer, Martin Frey und Felix Baumgartner, sind seit ihrer Gründung für ihr starkes Streben nach Originalität bekannt.
Die 2024 vorgestellte Space-Time Blade ist ein außergewöhnliches Kunstwerk aus Metall und Glas mit einer Höhe von 1.7 Metern und einem Gewicht von 20 Kilogramm. Wie schon bei ihren vorherigen Uhren war sie das Werk zweier passionierter Handwerker, die gemeinsam mit ebenso talentierten und engagierten Kunsthandwerkern ihre ganze Energie in die Fertigstellung steckten.
Was für eine Uhr ist die Space Time Blade? Kurz gesagt, es handelt sich um eine vertikale Tischuhr, die vom Schattenstab einer Sonnenuhr, der ältesten Form einer Uhr, inspiriert ist. Darüber hinaus ist sie ein typisches Urwerk-Modell, das die Erdrotation und -revolution in Kilometern misst.

Die Uhr ist fest im Boden verankert, ragt wie ein Obelisk empor und zeigt Stunden, Minuten, Sekunden und mehr an.
„Unser Ziel ist es, mit unseren Uhren die Beziehung zwischen Zeit und Raum widerzuspiegeln“, sagt Felix Baumgartner, Uhrmachermeister und Mitbegründer von Urwerk.
„Bereits im 1800. Jahrhundert machte Gustave Sandoz diesen Zusammenhang sichtbar, indem er eine Pendeluhr entwickelte, die Kilometer statt Stunden anzeigte. Dieses geniale Instrument erinnerte uns an unsere Situation als bloße Passagiere auf einem ‚Schiff‘ namens Erde, das mit unglaublicher Geschwindigkeit durch die Galaxie rast.“
Felix fährt fort: „Dies ist ein Konzept, das wir in der 100 Collection erforscht und in der Space-Time Blade widergespiegelt haben: die Visualisierung unserer Reise, die Übersetzung der 940 Millionen Kilometer, die wir jedes Jahr um die Sonne zurücklegen, in Stunden, Minuten und Sekunden.“

Die Basis der SpaceTime Blade bildet eine massive Urwerk-Krone, geschmiedet von Radek Lukówka, einem Spezialisten für das Bronzegussverfahren im Wachsausschmelzverfahren.
Er ist ein wahrer Handwerker, ein Bewahrer der fast vergessenen traditionellen Techniken zur Herstellung von filigranem Schmuck und feinen Ornamenten.
Damit wird ein Prototyp hergestellt, von dem eine Gussform abgenommen wird, in die dann flüssige Bronze gegossen wird.
Der fertige Bronzesockel wird anschließend poliert, auf Hochglanz gebracht und nochmals poliert – ein umfangreicher Prozess, der sicherstellt, dass die Ästhetik von Urwerk vollständig zur Geltung kommt.
Eine auf diesem Sockel montierte Glaskuppel schützt den Anzeigemechanismus. Das Glas ist vom Sockel bis zur abgerundeten Spitze der Kuppel exakt gleich dick. Im Inneren der Kuppel befinden sich acht handgefertigte Nixie-Röhren, die vertikal angeordnet sind.

Die Glaskuppeln werden einem Feuertest unterzogen. Nach der Formgebung werden sie gereinigt und veredelt, um Verunreinigungen zu vermeiden. Diese wunderschöne Glaskuppel wird in einer Werkstatt nahe Novi Bor in Tschechien aus mundgeblasenem Glas gefertigt. Dieses einzigartige Know-how ist von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt, und die Region, in der sich die Werkstatt befindet, ist als „Kristalltal“ bekannt – eine Region, die für ihre florierende Glasindustrie berühmt ist.
Das Nixie-Röhrendisplay wurde ebenfalls von renommierten tschechischen Handwerkern gefertigt. Jede Nixie-Röhre besteht aus zahlreichen, numerisch oder buchstabenförmigen Kathoden und einer einzelnen, netzartigen Anode. Jede der 0.1 mm dicken Stahleinheiten zeigt eine der zehn Ziffern von 0 bis 9 an. Die Schriftart der Ziffern entspricht derjenigen der Urwerk-Zifferblätter.
Aufgrund ihrer äußerst filigranen Struktur wird die gesamte Einheit Stück für Stück mit einer Pinzette zusammengebaut, wobei jede Einheit aus 88 Teilen besteht.
Beim Anlegen einer elektrischen Spannung leuchten die Zahlen in einem warmen Orange. Die Nixie-Röhren zeigen nicht nur Stunden, Minuten und Sekunden an, sondern auch Zehntel- und Hundertstelsekunden und visualisieren so den Zeitablauf. Die Anzeige wechselt bis zu 500 Mal pro Sekunde.

Die bronzefarbene Fernbedienung dieser Uhr erinnert in ihrem Design an das Lichtschwert aus dem Film Star Wars. Sie verfügt über acht Anzeigemodi, von der Zeitmessung bis zur Entfernungsmessung, und der jeweilige Modus lässt sich bequem per Fernbedienung wechseln.
- Position 1: Stunden, Minuten, Sekunden
- Position 2: Stunden, Minuten, Sekunden, 1/10 Sekunde, 1/100 Sekunde
- Position 3: Anzeige von Tag, Monat und Jahr
- Position 4: Die Strecke, die die Erde in einem Tag am Äquator zurücklegt (in Kilometern).
- Position 5: Zeigt die tägliche Erdumdrehungsstrecke in Kilometern an.
- Position 6: Jährliche Erdumlaufstrecke in Kilometern
- Position 7: Zufällige Anzeige
- Position 8: Schlafmodus
„Wissenschaftliche Instrumente wie Teleskope, Mikroskope und Uhren wurden traditionell aus Bronze gefertigt“, sagt Martin Fry, „und Space-Time Blade ist von solchen Instrumenten inspiriert, greift aber auch auf die Designcodes der Science-Fiction zurück und berücksichtigt Einflüsse der Popkultur. Space-Time Blade ist gleichermaßen ein Kunst- und Designobjekt wie eine zeitgenössische Skulptur.“
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