In diesem Projekt werden namhafte Journalisten aus Japan und der ganzen Welt gebeten, ihre fünf Lieblingsuhren des Jahres 2023 auszuwählen. Dieses Mal stellen wir fünf Meisterwerke vor, die von Koichi Namiki, einem Universitätsprofessor und aktiven Uhrenjournalisten, ausgewählt wurden.

1. Platz: Patek Philippe Quadruple Complication 5308P
Dieses in Japan (Tokio) limitierte Sondermodell wurde auf der bedeutendsten Uhrenveranstaltung des Jahres vorgestellt. Es verfügt über eine Vierfachkomplikation und ein lachsrosa Zifferblatt. Der Anblick eines talentierten, gutaussehenden und brillanten Mannes mit geröteten Wangen ist einfach unwiderstehlich.

Eine hochkomplexe Uhr mit Minutenrepetition, springendem ewigen Kalender und Schleppzeigerchronograph. Automatikwerk (Kal. R CHR 27 PS QI). 67 Steine. 21.600 Halbschwingungen pro Stunde. Gangreserve von ca. 48 Stunden. Gehäuse aus Platin (Durchmesser 42 mm, Dicke 17.71 mm). Limitiert auf 15 Stück in Japan. Marktpreis.
2. Platz: Breguet Typ 20 2057
Mit einer geriffelten Lünette ohne Graduierung, arabischen Ziffern und einer historisch korrekten Krone mit zwei Zählern erinnert dieser patriotisch wiedergeborene Militärchronograph an den guten alten französischen Geist des Originals.

Automatikwerk (Kal. 7281). 34 Steine. 36.000 Halbschwingungen pro Stunde. Gangreserve ca. 60 Stunden. Edelstahlgehäuse (Durchmesser 42 mm, Dicke 14.1 mm). Wasserdicht bis 10 bar. Preis: 2.882.000 Yen (inkl. MwSt.).
3. Platz: Vacheron Constantin „Métiers d'Art – Hommage an eine große Zivilisation – Der Löwe des Darius“
Wer kam auf die Idee, die Schönheit des achämenidischen Persiens in einer Armbanduhr wiederzubeleben? Die Sammlung des Louvre ist so berühmt, dass man sie einfach als Souveniruhr präsentieren muss. Dieses Kunstwerk sprengt alle Grenzen des Alltäglichen.

Automatikwerk Kal. 2460G4/2. 27 Steine. 28.800 Halbschwingungen pro Stunde. Gangreserve ca. 40 Stunden. Gehäuse aus 18-karätigem Weißgold (Durchmesser 42 mm, Dicke 12.9 mm).
4. Grand Seiko "Evolution 9 Collection Tentagraph SLGC001"
Grand Seikos erster mechanischer Chronograph besticht durch eine hohe Frequenz von 10 Halbschwingungen pro Sekunde und eine Gangreserve von drei Tagen. Schon die technischen Daten sind so beeindruckend, dass man sie am liebsten laut vorlesen möchte. Und das blaue Zifferblatt mit seinem „Mount Iwate“-Muster verleiht der Uhr eine elegante Note.

Automatikwerk (Kal. 9SC5). 60 Steine. 36.000 Halbschwingungen pro Stunde. Gangreserve ca. 72 Stunden. Gehäuse aus glänzendem Titan (Durchmesser 43.2 mm, Dicke 15.3 mm). Wasserdicht bis 10 bar. Preis: 1.815.000 Yen (inkl. MwSt.).
5. Platz: Montblanc „Montblanc 1858 Geosphere Chronograph Zero Oxygen The 8000 Limited Edition“
Dies ist Montblancs exklusive Version, ein Pionier der innovativen „Zero Oxygen“-Technologie. Diese Technologie ist selbst für den Mount Everest bestens geeignet und sticht daher im urbanen Umfeld besonders hervor. Es wäre doch schade, wenn wir die Faszination des Träumens und Vorbereitens auf Abenteuer verlören.

Automatikwerk (Kal. MB29.27). 33 Steine. 28.800 Halbschwingungen pro Stunde. Gangreserve ca. 46 Stunden. Titangehäuse (Durchmesser 44 mm, Dicke 17.1 mm). Wasserdicht bis 10 bar. Weltweit auf 290 Stück limitiert. Preis: 1.425.600 Yen (inkl. MwSt.).
Allgemeine Rezension
Der sogenannte Lookismus, also die Überzeugung, dass Äußerlichkeiten über alles stehen, wird im menschlichen Bereich zunehmend kritisiert. Bei Uhren hingegen scheint sich das Gegenteil zu ändern. Was spricht denn dagegen, gut auszusehen? Ist gutes Aussehen nicht auch eine Art von Selbstdarstellung? Ich finde, wir sollten uns heutzutage nicht mehr davor scheuen, Wert auf das Aussehen unserer Uhren zu legen. Nach COVID-19 hat sich die neue Normalität noch einmal deutlich weiterentwickelt. Die Intuition hinter der Liebe auf den ersten Blick ist richtig, und oft liegt der Fehler im Urteil.
Marken, die sich in den letzten Jahren designtechnisch zurückhaltend verhalten haben, scheinen nun bewusst einen großen Schritt von diesen Beschränkungen zu wagen. Marken, die ein hohes Maß an Innovation beibehalten haben, selbst wenn dies mit großen Anstrengungen verbunden war, scheinen ihre Designs weiter zu verbessern. Als jemand, der viele Uhren sieht, freue ich mich über diesen Trend in diesem Jahr.
Die Vielfalt im Uhrendesign sollte durch die Beteiligung weiterer Uhrenhersteller gefördert und durch mehr Austausch und Kommentare sichergestellt werden. In einer Zeit, in der neben Uhrenmedien und Journalismus auch Kommentare in sozialen Medien den Wandel vorantreiben, dürfen wir nicht konservativ sein. Als exzentrisch zu gelten, könnte für die nächste Generation zum Standard werden.
Armbanduhren hingegen zeichnen sich durch eine unbestreitbare Universalität aus. Gerade weil eine Armbanduhr unbestreitbar eine Armbanduhr ist, kann sie Vielfalt als kulturelle Repräsentation akzeptieren.
Dies lag vor allem daran, dass Patek Philippes „Watch Art Grand Exhibition (Tokyo 2023)“ dieses Jahr stattfand. Es war eine Ausstellung zum Genießen, nicht zum Verkaufen, sondern zum Anschauen. Ich konnte mich einmal mehr von der Reife der Uhrenkultur überzeugen.
Selektorprofil

Koichi Namiki
Uhrenjournalist und Professor an der Toin-Universität Yokohama. Spezialisiert auf Medientheorie, Theorie der kulturellen Repräsentation, Japanischunterricht, Verwaltungsrecht und Reisebürorecht. Seit den 1990er-Jahren berichtet er über Luxusuhren in Japan und im Ausland. Zu seinen Veröffentlichungen zählen „I Can't Buy a Rolex“ (CCC Media House) und „A Watch for Life“ (Kobunsha Shinsho).
http://www.webchronos.net/features/107060/
http://www.webchronos.net/features/107103/

http://www.webchronos.net/features/102824/
