Nachdem Luxus-Sportuhren zum absoluten Trend geworden sind und sich etabliert haben, gewinnen elegante Uhren als neuer Trend zunehmend an Bedeutung. Dieses klassische Segment, das einst als etwas unpraktisch galt, hat sich deutlich weiterentwickelt und ist heute deutlich praktischer. Wir haben diese neue Ära der eleganten Uhren bereits in der Januar-Ausgabe 2024 (Vol. 110) von Chronos Japan beleuchtet. Dieser Artikel ist nun auch auf webChronos verfügbar. Darin untersuchen wir dieses Segment anhand der Parmigiani Fleurier Tonda PF Micro-Rotor als Fallbeispiel.
Fotografien von Eiichi Okuyama
Masamasa Hirota (dieses Magazin): Interview und Schreiben
Text von Masayuki Hirota (Chronos-Japan)
Herausgegeben von Yukiya Suzuki (Chronos-Japan)
[Artikel erschienen in der Septemberausgabe 2024 von Kronos Japan]
Fallstudie: Parmigiani Fleurier
Die klassische Dresswatch zeichnet sich durch ein flaches Gehäuse und ein Lederarmband aus. Doch das klassische Metallarmband feiert sein Comeback. Dresswatches mit Armband bieten Details, die sie von luxuriösen Sportuhren abheben. Das charakteristische Modell des Jahres 2023 ist zweifellos die Tonda PF Micro-Rotor von Parmigiani Fleurier.

Die 2023 eingeführte Tonda PF Microrotor zeichnet sich durch ein anderes Material aus. Sowohl das Gehäuse als auch das Zifferblatt sind nun aus Platin gefertigt. Obwohl die Uhr ein relativ hohes Gewicht aufweist, sorgt die ausgewogene Gewichtsverteilung zwischen Gehäuse und Armband für einen ebenso hohen Tragekomfort wie bei einem Edelstahlmodell. Angesichts des Preises überrascht die exzellente Verarbeitung nicht. Automatikwerk (Kal. PF703). 29 Steine. 21.600 Halbschwingungen pro Stunde. Gangreserve ca. 48 Stunden. Platin (Durchmesser 40 mm, Dicke 7.8 mm). Wasserdicht bis 10 bar.
Parmigiani Fleurier „Tonda PF Micro-Rotor“
Das Segment der sogenannten „Luxus-Sportuhren“ hat sich seit 2015 etabliert. Ein Grund für dieses Comeback, das zwischenzeitlich rückläufig war, ist die zunehmende Verlagerung des Kleidungsstils in den 10er-Jahren hin zu mehr Lässigkeit. Auch bei den Uhrenherstellern selbst hat sich einiges verändert. Dank robuster, hochpräziser Automatikwerke und verbesserter Oberflächenveredelung bieten selbst flache mechanische Uhren heute eine Leistung, die mit Sportuhren vergleichbar ist. Daher verfügen die meisten aus der Schweiz exportierten mechanischen Uhren mittlerweile über ein Metallgehäuse und -armband mit Automatikwerk. Natürlich handelt es sich dabei nicht bei allen um Luxus-Sportuhren, aber dieser Stil hat sich unbestreitbar zum Branchenstandard entwickelt.

Parmigiani Fleurier stieg mit der Tonda GT von 19 verspätet in das Segment der luxuriösen Sportuhren ein. Obwohl das Unternehmen spät dran war, handelte es sich um ein äußerst raffiniertes Modell, dessen exzellentes Manufaktur-Automatikwerk in einem harmonisch integrierten Gehäuse und Armband ruhte. Die Tonda PF von 21 basiert auf der Tonda GT. Obwohl sie der Tonda GT in Aussehen und Struktur ähnelt, wurde dieses Modell als elegante Dresswatch neu interpretiert. CEO Guido Terreni erläuterte den Unterschied zwischen der Tonda GT und der Tonda PF: „Mit der Tonda GT wollten wir etwas Einzigartiges schaffen: ein Gehäuse mit integriertem Armband, das den Bedürfnissen moderner Kunden gerecht wird. Ich hatte jedoch den Eindruck, dass die Tonda GT etwas zu sportlich wirkte. Daher wollte ich das Design weiter verfeinern.“

Es ist schwierig, eine klare Trennlinie zwischen einer hochwertigen Luxus-Sportuhr und einer eleganten Armbanduhr mit Armband zu ziehen. Nehmen wir beispielsweise die Royal Oak. Während das Dreizeigermodell eindeutig sportlich ist, tendiert das schlanke, zweizeigige Extra-Thin-Modell eher zu einer klassischen Armbanduhr. Die Unterschiede zwischen den beiden Modellen liegen in den Details und dem Gehäuse, und das Gleiche gilt für die Tonda PF. Diese Details sind faszinierend. Da Design Vorrang vor Ablesbarkeit hatte, wurden die Indizes der Tonda PF kompakter gestaltet, und beim Flaggschiffmodell Tonda PF Micro-Rotor wurde sogar auf den Sekundenzeiger verzichtet. Das Herstellerlogo wurde auf „PF“ reduziert, und das Guillochierungsmuster des Zifferblatts wurde von einem großen Dreiecksmuster zu einem dezenteren Gerstenkornmuster geändert. Schließlich verfügt das hier vorgestellte Platinmodell der Tonda PF Micro-Rotor über ein schlichtes, mattes Zifferblatt. Das Neue an der Tonda PF war die direkte Übertragung des Konzepts schlanker Armbanduhren mit Lederarmband auf Armbanduhren.

Ein weiteres Schlüsselelement, die geringe Dicke, wurde ebenfalls konsequent optimiert. Parmigiani Fleurier, mit eigener Gehäusefertigung, verfügt bereits über außergewöhnliches Know-how in diesem Bereich. Die Tonda PF ist genauso wasserdicht wie die Tonda GT (100 m). Die Gehäusedicke des Basismodells mit Mikrorotor konnte jedoch auf nur 7.8 mm reduziert werden – eine Leistung, die dank der Fortschritte in der Oberflächenbearbeitung erst in der heutigen Zeit möglich ist. Auch die Krone wurde verkleinert. Aus Gründen der Praktikabilität und Dichtigkeit ist eine größere Krone jedoch vorzuziehen. Daher besitzt die Tonda GT, die einen sportlichen Look betont, eine größere Krone. Im Gegensatz dazu zeichnet sich dieses Modell durch seine kleine Krone aus, die an eine nicht wasserdichte Dresswatch erinnert. Terreni ist seit jeher den Regeln einer eleganten Uhr treu geblieben.
Um schlichte Eleganz und Minimalismus in ein hochwertiges Erscheinungsbild zu verwandeln, ist exzellente Handwerkskunst unerlässlich. Tonda erfüllt diese Anforderung voll und ganz. Ein Beispiel dafür sind die Bandanstöße. Die charakteristischen, hervorstehenden Bandanstöße von Tonda sind an einem Mittelteil mit satiniertem Finish befestigt. Durch die Trennung der Bandanstöße vom Gehäuse kommt das Satin-Finish voll zur Geltung, und die Kanten der Bandanstöße sind zusätzlich hochglanzpoliert. Dank der dünnen Gehäuseform lässt sich das Satin-Finish präzise bis zum Ansatz der Bandanstöße auftragen.

Das Armband ist ebenfalls von hoher Qualität. Jedes Glied ist leicht gewölbt, um den Tragekomfort zu erhöhen. Darüber hinaus ist das dreigliedrige Armband bewusst so gestaltet, dass es in beide Richtungen etwas Spiel hat. Dieses deutlich andere Tragegefühl als bei vielen modernen Sportuhren unterstreicht ihren Charakter als elegante Dresswatch. In Kombination mit dem geringen Gewicht trägt sich die Tonda PF sehr angenehm.

Betrachtet man jedoch den automatischen Mikrorotor-Aufzugsmechanismus, wird deutlich, dass es sich bei dieser Uhr um eine moderne Dresswatch handelt. Die handgeschliffenen Kanten und das feine Genfer Polierte Finish sind typische Merkmale von Luxusuhren, doch die freischwingende Unruh macht sie stoßfest und hochgradig isochron. Obwohl Parmigiani Fleurier dies nicht explizit erwähnt, eignet sich diese flache Dresswatch auch als Sportuhr.

Die Tonda PF, die minimalistische Elemente klassischer Dresswatches mit einem modernen Armband vereint, ist eine würdige Nachfolgerin dieser Stilrichtung. Der Erfolg der Tonda PF, bei der Eleganz Vorrang vor Ablesbarkeit und Praktikabilität hatte, wird zukünftige Dresswatches mit Sicherheit maßgeblich beeinflussen.
Kontaktinformationen: Parmigiani Fleurier pfd.japan@parmigiani.com





