Am 21. Juli 1969 betrat Buzz Aldrin, der Pilot der Mondlandefähre von Apollo 11, zusammen mit Neil Armstrong als erster Mensch den Mond. Bekanntlich trug er dabei eine Omega Speedmaster Professional. Dieser erste Schritt war ein unglaublicher Durchbruch, nicht nur für die Menschheit, sondern auch für die Speedmaster, die später als berühmte „Moonwatch“ bekannt werden sollte.

[Artikel veröffentlicht am 13. Januar 2023]
Die Omega Speedmaster Professional, die „Monduhr“ und die Geschichte der Weltraumforschung
Die Omega Speedmaster ist eine der berühmtesten Uhren der Welt. Seit dem 21. Juli 1969 ist die Speedmaster Professional mit den größten Abenteuern der Menschheit im Weltraum verbunden.
Die Speedmaster war zwar nicht die einzige Uhr, die es auf den Mond schaffte, aber sie ist mit Sicherheit die kultigste.
Zunächst ein kurzer Blick in die Geschichte: 1957 revolutionierte die Speedmaster Professional die Welt der Chronographen-Armbanduhren. Ursprünglich als Teil der Seamaster-Linie auf den Markt gebracht, verfügte dieser Chronograph über eine Tachymeterskala direkt auf der Lünette – eine Premiere für die damalige Zeit.
Die Verbindung der Speedmaster Professional mit der Weltraumforschung begann im Jahr 1962, als die NASA-Astronauten Walter Schirra und Gordon Cooper die erste Uhr für einen Weltraumflug erhielten: eine Speedmaster Professional der zweiten Generation, Referenz CK2998.
Die NASA-Astronauten verwendeten dann ihre eigenen Chronographen bei den Weltraummissionen des Projekts Mercury. Die erste Speedmaster Professional, die im Weltraum flog, war die Schirra CK2998, die bei der Mercury-Atlas 8 (Sigma 7) Mission zum Einsatz kam.

Die CK2998 erschien 1959 und gilt als Prototyp der Speedmaster. Foto mit freundlicher Genehmigung von Cares.
Zweieinhalb Jahre später, gegen Ende des Mercury-Programms, kontaktierten die Astronauten den Missionschef Donald Slayton und baten ihn, eine Uhr für das Training und die darauffolgenden Weltraummissionen zu entwickeln.
Die NASA hatte außerdem gerade erst beschlossen, die gesamte im Mercury-Programm eingesetzte Ausrüstung im Hinblick auf die Gemini- und Apollo-Programme neu zu bewerten und umzugestalten, sodass ihre Anfrage genau zum richtigen Zeitpunkt kam.
Im September 1964 veröffentlichte Slayton ein internes Memo, in dem er betonte, dass „die Gemini- und Apollo-Missionen besonders genaue und robuste Chronographen erfordern“.
Die Mitteilung landete auf dem Schreibtisch des Ingenieurs James Largan, der daraufhin eine „Angebotsanfrage“ für Chronographen-Armbanduhren an mehrere Hersteller verschickte, zusammen mit einer Beschreibung der erforderlichen Spezifikationen.
Von den angefragten Marken antworteten nur vier, und Largan bestellte von jeder drei Uhren. Omega lieferte über seine New Yorker Tochtergesellschaft drei Speedmaster Professional mit der Referenznummer ST105.003.
Das Testprogramm war darauf ausgelegt, die Uhren bis an die Grenze der Zerstörung zu belasten: Sie wurden zwei Tage lang Temperaturen zwischen 71 und 93 °C ausgesetzt und anschließend bei -18 °C eingefroren.
Die Uhr wurde außerdem in eine Vakuumkammer gegeben, die zunächst auf 93 °C, dann auf 70 °C und anschließend sofort wieder auf -18 °C erhitzt wurde – und das nicht nur einmal, sondern 15 Mal hintereinander. Im nächsten Schritt wurde die Uhr von sechs Seiten einem Druck von 40 g ausgesetzt und danach hohen und niedrigen Drücken unterzogen.
Das Gerät wurde außerdem in einer stark korrosiven Umgebung mit 93 % Luftfeuchtigkeit und 100 % Sauerstoff getestet.
Die Uhren mussten zudem einem Lärmpegel von bis zu 130 Dezibel standhalten. Schließlich wurden sie mit einer durchschnittlichen Beschleunigung von 8.8 g geschüttelt, und nur die Speedmaster Professional blieb unbeschädigt.
Nachdem die Speedmaster Professional diese Testreihe bestanden hatte, wurde sie im März 1965 als „für alle bemannten Weltraummissionen geeignet“ erklärt. Drei Monate später absolvierte die Speedmaster Professional ihren ersten Weltraumflug und wurde von Gus Grissom und John Young an Bord von Gemini 3 getragen.
Wenn die Breitling Navitimer, die Scott Carpenter 1962 trug, der erste Chronograph war, der in der Schwerelosigkeit getragen wurde, dann wurde die Speedmaster Professional, die Edward White am 3. Juni 1965 während der Gemini-4-Mission trug, zum ersten Chronographen, der von einem Amerikaner bei einem Weltraumausstieg getragen wurde.
Vier Jahre später bereitete sich die NASA auf ein neues Ziel vor: die erste Mondlandung. Nach sorgfältiger Auswahl der Crew wurden Neil Armstrong und Buzz Aldrin als erste Menschen ausgewählt, die den Mond betreten sollten.
Die NASA setzte für das Apollo-Programm die neuesten Versionen der Speedmaster Professional, die ST105.012 und ST145.012, ein. Die ursprünglich bestellte Kamera, das Modell ST105.003, war jedoch noch auf Lager, und die Astronauten verwendeten weiterhin dieses Modell.
Am 21. Juli 1969 um 2:56 Uhr UTC verließ Neil Armstrong die Apollo-Mondlandefähre „Eagle“ und betrat als erster Mensch den Mond. Buzz Aldrin landete 19 Minuten später, und eine Speedmaster war die erste Uhr, die auf dem Mond getragen wurde. Armstrong hatte seine Speedmaster Professional aufgrund einer Fehlfunktion des Bordcomputers an Bord gelassen.

Nach 46 Jahren und unzähligen Missionen ist die Speedmaster immer noch eine für die Raumfahrt zertifizierte Uhr mit einer unvergleichlichen Erfolgsbilanz: Tatsächlich kann kein anderes Instrument, geschweige denn eine Uhr, von sich behaupten, an Bord der Mercury-, Gemini-, Apollo-, Skylab-, Sojus-, Saljut- und Space-Shuttle-Programme sowie der russischen Raumstation Mir und der Internationalen Raumstation eingesetzt worden zu sein.
Die Speedmaster ist zwar nicht die einzige „Weltraumuhr“ von Breitling, Yema, Bulova, Panerai oder Seiko, aber sie ist und bleibt eine Uhr, die für die Weltraumforschung von unschätzbarem Wert ist. Ohne Zweifel.

http://www.webchronos.net/features/49218/

http://www.webchronos.net/features/91862/

http://www.webchronos.net/specification/66298/
