Der Test der Cartier Santos de Cartier: Eine qualitative Überraschung für anspruchsvolle Uhrenliebhaber

2023.12.07

Cartier zählt zu den weltweit führenden Juwelierhäusern und hat auch in der Geschichte der Armbanduhren bedeutende Innovationen hervorgebracht. In den letzten Jahren fertigt das Unternehmen den Großteil seiner Uhren selbst und hat sich damit als renommierte Uhrenmarke etabliert. Das Chronographenmodell Santos de Cartier steckt voller hochwertiger Überraschungen, die anspruchsvolle Uhrenliebhaber unbedingt erleben sollten.

Cartier "Santos de Cartier"

Cartier "Santos de Cartier"
Dieses XL-Modell der Santos de Cartier verfügt über einen Ein-Drücker-Chronographen. Die Bedienung erfolgt über den quadratischen Drücker bei 9 Uhr und die Krone. Automatikwerk (Kal. 1904-CH MC). 35 Steine. 28.800 Halbschwingungen pro Stunde. Gangreserve von ca. 48 Stunden. Edelstahl + ADLC (51.3 mm x 44.9 mm, 12.4 mm dick). Wasserdicht bis 10 bar. Preis: 1.412.400 Yen (inkl. MwSt.).
Fotografien von Masanori Yoshie
Watanabe Naoto: Interview und Schreiben
Text von Naoto Watanabe
Herausgegeben von Yuto Hosoda (Chronos-Japan)
[Artikel erschienen in der Septemberausgabe 2023 von Kronos Japan]


Eine große Chronographenuhr, die ein anspruchsvolles Äußeres, das die Expertise des Juweliers nutzt, mit höchstem Tragekomfort verbindet.

 Auf die Frage nach Marken, die mir in den letzten Jahren besonders aufgefallen sind, nannte ich – ein Autor mit einer Vorliebe für Uhrengehäuse – Rolex und Cartier. Rolex hat die Qualität seiner Gehäuse seit 2019, beginnend mit der Datejust, weiter verbessert, doch mit Beginn der COVID-19-Pandemie sind diese Uhren im Handel schwerer zu finden. Cartier hingegen besticht durch seine konstant hohe Gehäusequalität, von seltenen, teuren Modellen, die weltweit boomen, bis hin zu Serienmodellen. Insbesondere die Qualität der Zifferblätter ist unvergleichlich; bei vielen Modellen sind die Herstellungsverfahren auf den ersten Blick kaum vorstellbar. Das hier vorgestellte Chronographenmodell Santos de Cartier ist ein solches Beispiel.

Santos de Cartier

Das dreilagige Zifferblatt wird durch Schneiden in einem Stück geformt, nicht durch Pressen oder Kleben. Aufgrund des kleinen Uhrwerks ist der Abstand zwischen den Achsen gering, wodurch der Bereich für die kleine Sekunde verkleinert und der Totalisator so groß wie möglich platziert werden kann. Alle drei Zifferblätter sind tief graviert, und der Abstand zwischen den Zeigern sowie zwischen Zeigern und Zifferblatt ist so gering wie bei einer luxuriösen Dresswatch. Die Zeiger sind, wie bei dieser Serie üblich, stabförmig und mit Leuchtfarbe beschichtet. Nur Stunden- und Minutenzeiger sind dreidimensional mit einer gewölbten Oberseite (ohne den Rand). Die Datumsscheibe, die durch das Fenster bei 6 Uhr sichtbar ist, hat eine rauere, matte Oberfläche als die übrigen Zifferblätter.

 Die Cartier Santos ist, wie man unschwer erkennen kann, eine der Urväter der Armbanduhr. Sie wurde auf Wunsch von Alberto Santos-Dumont, einem wohlhabenden brasilianischen Flugzeugentwickler, entworfen und 1911 der Öffentlichkeit vorgestellt. Es ist schwer, sich den Lebensstil jener Zeit vorzustellen, selbst elf Jahre vor der Handlung von F. Scott Fitzgeralds Roman „Der große Gatsby“ (1922). Das Design der Santos, deren Bandanstöße bereits beim ersten Modell in das Gehäuse integriert waren, ist jedoch bis zum heutigen Modell weitgehend unverändert geblieben. Auch dieses Modell übernimmt viele Designelemente des ersten Modells; der bemerkenswerteste Unterschied ist der integrierte Chronographenmechanismus.

 Das in dieser Uhr verwendete Kaliber 1904-CH MC ist ein von Carol Cazapi, einem der führenden Designer der Moderne, entworfenes automatisches Chronographenwerk. Durch die Platzierung der Start-/Stopp-Funktion auf einem Drücker bei 9 Uhr und der Reset-Funktion auf einem Drücker an der Krone wird der auffällige Chronographencharakter reduziert und der elegante, charakteristische Look der Santos beibehalten. Trotz seines geringen Durchmessers von 26,2 mm verfügt es über zwei Federhäuser und eine vertikale Kupplung, die den Amplitudenverlust im Chronographenbetrieb minimiert und so eine hervorragende Ganggenauigkeit gewährleistet. Ich habe den Chronographen während meiner Tragezeit mehrmals täglich benutzt und er lieferte äußerst stabile Messwerte von +8 Sekunden nach 24 Stunden und +9 Sekunden nach 48 Stunden. Die tägliche Ganggenauigkeit ist etwas höher, möglicherweise aufgrund der Annahme, dass der Chronograph häufiger verwendet wird.

Santos de Cartier

Die oberste Schicht des Zifferblatts ist mit einem Sonnenschliff versehen, auf dem schwarze Indizes aufgedruckt sind. Der Druck wirkt dick und mehrschichtig, ist aber dennoch nicht bis in die feinen Details verschmiert und weist keine Ausblutungen im Sonnenschliff auf.

 Möglicherweise aufgrund der ungewöhnlichen Anordnung der Drücker wirkt der Chronograph insgesamt etwas schwergängig, doch es entsteht kein unangenehmes Gefühl von Metallreiben, und die Verarbeitung ist erstklassig. Beim Drehen der Zeiger treten keinerlei Vibrationen auf, und das gleichmäßige Gewicht sorgt für hohen Tragekomfort. Was mich jedoch störte, war das Übersetzungsverhältnis. Da die Zeiger pro Kronenumdrehung nur 25 Minuten vorrücken, erfordert die Einstellung größerer Zeitbereiche über die Datumsfelder hinweg so viel Kraft, dass die Finger ermüden können. Dank des effizienten Aufzugsmechanismus „Magic Click“, einer Art automatischem Aufzugsmechanismus mit Sperrklinke, lief die Uhr jedoch auch bei überwiegender Nutzung am Schreibtisch zuverlässig.

Santos de Cartier

Das Gehäuse zeichnet sich durch ein aufwendiges Design mit Kronenschutz und gewölbtem Gehäuseboden aus. Die siebeneckige Krone ist mit einem facettierten schwarzen Spinell besetzt.

 Das Äußere, das von größtem Interesse ist, ist ebenfalls durchweg außergewöhnlich gut gestaltet. Besonders beeindruckt hat mich die detaillierte Konstruktion des Zifferblatts. Das Zifferblatt dieses Modells besteht aus drei unterschiedlich tiefen Schichten: der obersten Schicht für den Indexbereich, der mittleren Schicht für die zentralen und peripheren Skalenbereiche und der tiefsten Schicht für die kleine Sekunde und den Chronographenzähler. Alle diese Schichten sind aus einem Stück gefräst und nicht verklebt. Darüber hinaus zeichnet sich das Zifferblatt durch seine feinen und vielfältigen Verzierungen aus: Die oberste Schicht hat ein Sonnenschliff-Finish, die mittlere Schicht ein vertikales Körnungsmuster und die tiefste Schicht ein mattes Finish mit eingravierten konzentrischen Kreisen. Das vertikale Körnungsmuster in der mittleren Schicht verläuft gerade und ununterbrochen von 3 bis 12 Uhr und vermittelt ein unglaubliches Gefühl von Luxus. Da es natürlich unmöglich wäre, eine Fläche mit einer einzigen gravierten Schicht gleichmäßig zu schleifen, werden diese vertikalen Körnungen durch Einschneiden des Zifferblatts nachgebildet, sodass sie Feilspuren ähneln. Die Geschicklichkeit, mit der der Designer unregelmäßige Muster, die normalerweise zufällig entstehen würden, bewusst in das Design integriert hat, ist schlichtweg beeindruckend.

Das Design wirkt sportlich, die Verarbeitung ähnelt jedoch der einer typischen Dresswatch. Das Uhrwerk ist präzise eingestellt, und die Bedienung der quadratischen Drücker und der Krone fühlt sich sehr hochwertig an. Trotz ihrer Größe ist sie äußerst angenehm zu tragen und somit ein idealer Begleiter für unterwegs. Allerdings ist die Uhrzeit durch das gewölbte Glas im Freien etwas schwerer ablesbar.

 Das Gehäuse ist sehr formvollendet und weist keinerlei Unregelmäßigkeiten auf. Die Oberseite ist, ebenso wie das Saphirglas, konvex gewölbt, was dem Gehäuse eine luxuriöse Anmutung verleiht. Allerdings reflektiert es die Umgebung und schränkt die Ablesbarkeit des Zifferblatts etwas ein, was ein kleiner Nachteil ist. Die Länge und Tiefe des Zierstreifens, einschließlich der ADLC-beschichteten Lünette, sind gleichmäßig und weisen keine Unregelmäßigkeiten auf. Die Kanten der Ober- und Rückseite sind tief C-förmig abgeschrägt und poliert, wodurch sich die Uhr extrem angenehm auf der Haut anfühlt. Der Gehäuseboden ist zudem leicht konkav gewölbt und schmiegt sich perfekt ans Handgelenk an.

 Die Schließe verfügt über einen Faltmechanismus und ist am Armband bei 12 Uhr befestigt. Mein Handgelenkumfang beträgt 160 mm, aber die Armbandlänge ist optimal, sodass die Schließe eher in Richtung 6 Uhr positioniert ist und trotz der über 50 mm langen Uhr und dem Gewicht von 120.5 g (mit Kautschukarmband) einen überraschend sicheren Halt bietet.

 Dies ist das erste Mal, dass ich für dieses Magazin an einem Trage-Shooting teilgenommen habe. Ursprünglich hatte ich das nicht geplant, aber unter den Modellen, die ich tragen sollte, stieß ich auf ein Chronographenmodell der Santos de Cartier. Ehrlich gesagt, beschloss ich mitzumachen, weil ich die aktuelle Cartier-Kollektion selbst erleben wollte. Und ich war begeistert! Ich konnte nicht nur das atemberaubende Äußere bewundern, sondern fühlte mich auch zum ersten Mal so wohl in einer Uhr mit einem Gehäusedurchmesser von 44.9 mm. Große Chronographen wirken oft etwas klobig, aber dieses Modell besticht durch die gleiche handwerkliche Perfektion wie ein Schmuckstück und eine hervorragende Passform. Ich kann es anspruchsvollen Uhrenliebhabern nur wärmstens empfehlen. (Watanabe Naoto)


Kontaktinformationen: Cartier Kundenservice Tel. 0120-1847-00


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