Da mechanische Uhrwerke ausgereift sind und die Differenzierung durch Weiterentwicklung von Jahr zu Jahr schwieriger wird, konzentrieren sich Luxusuhrenhersteller zunehmend darauf, ihre Individualität durch äußere Merkmale wie Zifferblatt und Gehäuse auszudrücken. Dies hat zu einem sprunghaften Aufstieg branchenfremder Uhrenhersteller und -marken geführt, darunter Juweliere und Modehäuser, die die Philosophie und Weltanschauung ihrer Marke hervorragend verkörpern. Dolce & Gabbana ist ein Beispiel dafür. Wir werfen einen genaueren Blick auf die Uhrmacherkunst dieses Hauses, dessen Markenphilosophie „fatto a mano“ oder „handgefertigt“ lautet.

Inspiriert von der Oper „Don Carlo“ des italienischen Komponisten Giuseppe Verdi, besticht diese aufwendige Uhr durch Minutenrepetition und fliegendes Tourbillon. Der Tourbillonkäfig bei 6 Uhr ist dem Markenlogo „DG“ nachempfunden. Das Zifferblatt ist aus Jade gefertigt und mit elf Smaragden verziert: neun auf dem Gehäusedeckel, je einer auf der Krone und dem Hebel der Minutenrepetition. Die filigrane Durchbrucharbeit des Gehäusedeckels ist ein besonderes Highlight. Die Gravur auf der Werkbrücke wird in einer Mailänder Werkstatt von Hand gefertigt. Handaufzug (Kal. DG13.01). 29 Steine. 21.600 Halbschwingungen pro Stunde. Gangreserve ca. 90 Stunden. Gehäuse aus 18-karätigem Gelbgold (46 mm Durchmesser). Weltweit auf ein Exemplar limitiert. Unverbindliche Preisempfehlung: 107.525.000 Yen (inkl. MwSt.).
Bearbeitet und Text von Yukiya Suzuki (Chronos-Japan)
[Chronos Japan Edition, Ausgabe September 2023]
Den Geist von „Fatto a Mano“ verkörpernd

Auch Hersteller, die sich nicht auf Luxusuhren spezialisiert haben, gewinnen in diesem Segment zunehmend an Bedeutung. Dolce & Gabbana mit Sitz in Mailand ist eine dieser Marken, die sich in diesem Trend etabliert hat und mit ihren luxuriösen und zugleich filigranen Designs, die gekonnt barocke und sizilianische Stilelemente der Marke vereinen, eine unvergleichliche Präsenz ausstrahlt.
Zu den bekanntesten Werken des Hauses zählen die erste Luxusuhrenkollektion „Alta Orologeria“ (2017) und „Manifattura Italiana“ (2019). Erstere umfasst exklusive Einzelstücke, während letztere in einer limitierten Auflage von jeweils nur zehn Exemplaren pro Modell gefertigt wird. Wir verfolgen die Entwicklung des Hauses aufmerksam, seit wir die Schönheit ihrer Designs im März 2022 auf der Produktpräsentation in Genf persönlich erleben konnten.

Diese Uhr ist mit einem mechanischen Vintage-Uhrwerk aus La Chaux-de-Fonds (Schweiz) aus dem Jahr 1925 ausgestattet. Im Zuge der Restaurierung wurden alle Brücken in einer Mailänder Werkstatt graviert. Wie der Modellname „Geflügelter Löwe“ bereits andeutet, ziert die Gravur ein geflügelter Löwe, das Symbol Venedigs. Das Zifferblatt ist mit einem 3.83 ct schweren, tiefroten Rubin besetzt, der die 42 Baguette-Rubine auf der Lünette widerspiegelt. Handaufzug (Kal. DG53.01). 15 Steine. 18.000 Halbschwingungen pro Stunde. Gangreserve ca. 32 Stunden. Gehäuse aus 18-karätigem Gelbgold (44 mm x 38 mm). Weltweit auf ein Exemplar limitiert. Geschätzter Verkaufspreis: 2585 Millionen Yen (inkl. MwSt.).
Die Uhr ist mit einem exklusiven Uhrwerk ausgestattet, das in Zusammenarbeit mit einem Schweizer Zulieferer entwickelt wurde. Da die Markenphilosophie von Dolce & Gabbana „Fatto a Mano“ (handgefertigt) lautet, legt die Mailänder Manufaktur großen Wert auf handwerkliche Perfektion – von Kleidung über exklusiven Schmuck bis hin zu Luxusuhren. Diese Philosophie findet sich selbstverständlich auch in der relativ neuen Uhrensparte des Hauses wieder und gipfelt in der bereits erwähnten „Alta Orologeria“ und der „Manifattura Italiana“.
Während die Uhrwerke in den Uhren aus der Schweiz stammen, werden die charakteristischen Formen, Verzierungen und Oberflächen der Brücken und Platinen von der Designabteilung in enger Zusammenarbeit mit den Designern des Hauses mit viel Liebe zum Detail entworfen. Anschließend werden diese Entwürfe von den Graveuren, Juwelieren und Uhrmachern in der Mailänder Werkstatt in Handarbeit umgesetzt. Aus diesem Grund werden die Luxusuhren von Dolce & Gabbana in extrem limitierter Auflage gefertigt und zeichnen sich dennoch durch einzigartige Designs mit einer warmen und raffinierten Ästhetik aus.

Aktuell sind die High-End-Uhren des Hauses mit Mikrorotor-Automatikwerken und Handaufzugswerken mit verschiedenen komplexen Mechanismen, wie beispielsweise Tourbillons, ausgestattet. Die in Zusammenarbeit mit einem Schweizer Uhrwerkhersteller entwickelten Mikrorotor-Automatikwerke sind exklusiv für das Haus erhältlich und verlängern die Gangreserve von den rund 48 Stunden des Basiswerks auf über 50 Stunden. Die Entwicklung der Tourbillons zielt darauf ab, trotz der Komplexität der Uhr Langlebigkeit zu gewährleisten und den Mehrwert durch die Verwendung von Goldbrücken und Gravuren zur Personalisierung weiter zu steigern. Dabei werden die Vorteile der Kleinserienfertigung genutzt. Diese Art der raffinierten Gestaltung ist vielleicht die Stärke eines Modehauses, das kein spezialisierter Uhrenhersteller ist.

In ihrer Mailänder Werkstatt konnten wir einen Blick hinter die Kulissen ihrer Verpackungskompetenz werfen. Wie ein spezialisierter Uhrenhersteller hat das Haus CNC-Fräsmaschinen in seiner eigenen Werkstatt installiert. Hier werden Gehäuse und Bandanstöße anhand von 3D-CAD-Daten der Designabteilung gefertigt, und überraschenderweise werden sogar Prototypen des Gehäuses hergestellt. Die Möglichkeit, Prototypen unter einem Dach mit der Designabteilung zu fertigen und sofort Feineinstellungen vorzunehmen, ermöglicht es ihnen sicherlich, komplexe Designs zu realisieren, die die Philosophie und Individualität der Marke präzise widerspiegeln. Darüber hinaus verleiht die Tatsache, dass Graveure und Juweliere, die nicht nur Uhren, sondern auch exklusiven Schmuck fertigen, unter einem Dach arbeiten, diesen filigranen Designs eine warme, lebensechte Ausstrahlung.

In der Schmuckwerkstatt arbeiten mehrere Kunsthandwerker an Gravuren und Fassungen für exklusiven Schmuck und hochwertige Uhren. Die Graveurin stieß nach ihrem Kunststudium, in dem sie die Grundlagen erlernte, zum Unternehmen. Acht bis zehn Jahre Erfahrung und Ausbildung sind nötig, um eine vollwertige Graveurin zu werden – und genau das haben sie heute erreicht. Neben der Gravur von Schmuck fertigen sie auch die prachtvollen und aufwendigen Gravuren an, die das Gehäuse und die Uhrwerke von Luxusuhren zieren. So dauert beispielsweise die Gravur des Gehäuses eines Modells von Manifattura Italiana Napoli etwa drei bis vier Monate.

Der Lapislazuli und andere Halbedelsteine, die in den Zifferblättern der Manifattura Italiana Palermo verwendet werden, werden ebenfalls im eigenen Haus geschliffen. Bei unserem Besuch konnten wir den Schleifprozess des Lapislazuli beobachten. Für den kleinen Zifferblattteil wird eine dünne Lapislazuli-Scheibe auf eine Metallform gelegt, die zu schneidende Fläche markiert und der Lapislazuli anschließend entlang dieser Linie mit einem scheibenförmigen Fräser ausgeschnitten. Das Schneiden des dünnen Lapislazuli in Form einer Acht, die die Mitte der Stunden- und Minutenanzeige sowie die kleine Sekunde überlappt, ist aufgrund der fehlenden geraden Linien keine leichte Aufgabe. Nach dem Zuschnitt wird die Metallform erneut auf das Werkstück gelegt und die Schnittfläche mit einem Schleifstein geglättet. Da der Lapislazuli allein nur 0.35 mm dick und bei Stößen bruchgefährdet ist, wird er mithilfe einer Metallform geschliffen. Die Gesamtdicke von Form und Lapislazuli beträgt 0.7 mm. Selbstverständlich wird alles von Hand gefertigt, bis auf den Einsatz der elektrischen Schneidemaschine und der Schleifmaschine, bei der Diamantpulver auf den Schleifstein gestreut wird.

Die Kollektion „Manifattura Italiana“ vereint ein von Genfer Uhrmachern gefertigtes Uhrwerk mit einem von italienischen Kunsthandwerkern gravierten Gehäuse. Dieses Modell besticht durch Motive wie Lorbeerkränze, die an das antike Römische Reich erinnern. Automatischer Aufzug (Kal. DG01.01). 30 Steine. 21.600 Halbschwingungen pro Stunde. Gangreserve von ca. 58 Stunden. Gehäuse aus 18-karätigem Gold (Durchmesser 42.5 mm). Weltweit auf 10 Stück limitiert. Unverbindliche Preisempfehlung: 5.225.000 Yen (inkl. MwSt.).

In der Welt der Luxusuhren gilt heute die Handwerkskunst als von höchster Bedeutung, doch es gibt wohl nur sehr wenige Uhrenwerkstätten, die die für die Zifferblätter verwendeten Halbedelsteine selbst zuschneiden.
In der Mailänder Werkstatt von Dolce & Gabbana wird die Markenphilosophie „Fatto a Mano“ buchstäblich gelebt. Die Handwerkskunst jedes einzelnen Kunsthandwerkers spiegelt sich in den von ihnen gefertigten Zeitmessern wider. Die Wertschätzung jedes Augenblicks steht für „Fatto a Mano“ und ist das Herzstück dieser außergewöhnlichen Uhr.

Diese Sonderedition des Dolce & Gabbana Basismodells „DG7“ ist mit über 400 hochwertigen Diamanten besetzt. 224 Diamanten zieren das Gehäuse, 132 das Zifferblatt, 10 Diamanten im Baguetteschliff und 1 Diamant im Rosenschliff die Krone sowie 68 Diamanten die Schließe. Automatischer Aufzug (Kal. DG 01.01). 30 Steine. 21.600 Halbschwingungen pro Stunde. Gangreserve: ca. 58 Stunden. Gehäuse aus 18-karätigem Gold (43.5 mm Durchmesser). Unverbindliche Preisempfehlung: 65.450.000 Yen (inkl. MwSt.).
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