Im Vergleich zur Schweiz scheint es in Deutschland nur wenige Uhrenhersteller zu geben. Tatsächlich existieren jedoch im ganzen Land zahlreiche große und kleine Manufakturen. In diesem Beitrag stellen wir Ihnen sorgfältig ausgewählte Marken aus der Vielzahl der verfügbaren Marken sowie namhafte Uhrmacher und Ingenieure der deutschen Uhrenindustrie vor.
Fotografien von Marcus Krüger (P127, P130)
Übersetzung von Akiko Ichikawa
Glashütte
A. LANGE & SÖHNE
Gegründet: 1845
Eigentümer: Compagnie Financière Richemont SA, Genf
Jährliches Produktionsvolumen: Nicht offengelegt
Schlüsselmodelle: Lange 1, Saxonia, Zeitwerk, 1815, Richard Lange
Offizieller Name: Lange Uhren GmbH
Anschrift des Hauptsitzes: Ferdinand-Adolph-Lange-Platz 1, D-01768 Glashütte
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(Unten rechts) Ferdinand Adolph Lange, Gründer von A. Lange & Söhne und Begründer der deutschen Uhrenindustrie. Geboren 1815, eröffnete er am 7. Dezember 1845 im Alter von 30 Jahren eine Uhrenwerkstatt in Glashütte. Er etablierte die moderne Uhrenindustrie der Region, und der Name der Stadt ist heute weltweit ein Synonym für deutsche Luxusuhren.
(Unten links) Ein Foto der Enthüllungszeremonie der Büste von Ferdinand Adolph Lange, die am 15. Juli 2010 im Lange Park (dem Platz, an dem sich einst die neue, im August 2015 fertiggestellte Fabrik befand) stattfand – dem 165. Jahrestag der Markengründung. Walter Lange betrachtet die Büste seines Urgroßvaters mit tiefer Rührung.

Was macht eine Lange zu einer Lange?
Von Beginn unseres Comebacks an war unser Motto, an der Spitze der Hierarchie zu herrschen.“
Am 7. Dezember 2015 feierte A. Lange & Söhne in Dresden den 200. Geburtstag von Ferdinand Adolph Lange (im Folgenden F.A. Lange), dem Gründer und Vater der deutschen Uhrmacherkunst. Vor 170 Jahren brachte F.A. Lange die Uhrenindustrie in die kleine Bergstadt Glashütte und legte damit den Grundstein für die erste Uhrenproduktion von A. Lange & Söhne in Deutschland im industriellen Maßstab. Vor 25 Jahren, nur zwei Monate nach der deutschen Wiedervereinigung, erlebte das Unternehmen an diesem Tag seine Wiedergeburt. Wie hat sich der Innovationsgeist von A. Lange & Söhne, der seit der Gründung in der Familie verankert ist, im Laufe des letzten Vierteljahrhunderts bis heute bewährt?
Das 19. Jahrhundert war die Geburtsstunde vieler renommierter Weltmarken wie A. Lange & Söhne. FA Langes Ziel war es nicht, Luxusgüter in Heimarbeit für einen Nischenmarkt herzustellen, sondern Luxusgüter für die breite Masse in Fabrikproduktion zu fertigen. Durch die Einführung fortschrittlicher Technologien wie der Dreiviertelplatine produzierte das Unternehmen kontinuierlich hochwertige Produkte, erreichte erfolgreich ein breites Publikum und legte dabei auch Wert auf ansprechendes Design. In der Blütezeit der Taschenuhren hinterließ Lange zudem zahlreiche kunstvoll gestaltete Gehäuse, die von berühmten Graveuren wie Graf gefertigt wurden.
Die neue A. Lange & Söhne hat ihren Reiz bewahrt und inspiriert viele andere Marken zur Nachahmung, möglicherweise aufgrund eines grundlegend anderen Ansatzes in puncto Ästhetik. Die Gehäuseform ist mit dem Uhrwerk verschmolzen, und alle Modelle verfügen über einen transparenten Gehäuseboden. Anstelle der traditionellen Glashütter Technik mit granulierter Werkveredelung auf einer angerauten Goldplattierung präsentiert sich die neue Uhr mit Streifen auf champagnerfarbenem Neusilber für ein stilvolles Finish. Sie zeichnet sich durch eine beispiellos große Datumsanzeige, ein dezentrales Zifferblatt und eine Premiere für Armbanduhren aus: einen Kettenzugmechanismus. Die Teile des Chronographen mit niedriger Frequenz sind dekorativ, und trotz des Luxusstandards ist das Säulenrad bewusst nicht von einer Abdeckung verdeckt. All dies ist nicht nur ein Streben nach ästhetischer Eleganz; es verkörpert die Schönheit des Mechanismus, eines „mechanischen Meisterwerks“, das in Bewegung und Dynamik fasziniert und dabei leicht verständlich und zugänglich ist. Seit der Einführung der neuen A. Lange & Söhne hat sich die Wahrnehmung von Uhrwerken sowohl bei Herstellern als auch bei Nutzern deutlich verändert.
Walter Lange, der die lange Zeit der Ost-West-Teilung mit unbezwingbarem Willen überwand und die Marke wiederbelebte, erklärte: „Es hat keinen Sinn, die Klassiker neu aufzuwärmen.“ Er übernahm den Geist, sich nicht auf Traditionen zu verlassen, sondern mit neuen Werten Maßstäbe zu setzen. Dass er eine so schwierige Aufgabe bewältigen kann, ist wohl der Grund, warum er an der Spitze steht.

Referenznummer: 191.032
Funktionen: Großdatumsanzeige, Gangreserveanzeige
Uhrwerk: Kal. L121.1 (Manufakturkaliber, Handaufzug)
Gehäuse: 18 Karat Roségold, Durchmesser 38.5 mm
Preis: 355 Yen
Referenznummer: 405.035
Funktionen: Flyback-Chronograph, Großdatum, Gangreserveanzeige
Uhrwerk: Kal. L951.6 (Manufakturkaliber, Handaufzug)
Gehäuse: Platin, Durchmesser 41 mm
Preis: 907 Yen
