Jean-Marc Pontroué wurde CEO von Panerai und veränderte das öffentliche Image des Unternehmens grundlegend. Was war der Grund für diesen drastischen Wandel?
Herausgegeben von Yukiya Suzuki (Chronos-Japan)
[Artikel erschienen in der Septemberausgabe 2023 von Kronos Japan]
Die Schwierigkeit liegt nicht in der geringen Größe, sondern im Stil.
„Ich habe alles verändert, aber auch wieder nicht. Das ist ein italienisches Sprichwort: ‚Alles verändern‘ bedeutet, nichts verändert zu haben. Übrigens haben wir die Produkte überhaupt nicht verändert. Bei Panerai steht immer das Produkt im Mittelpunkt. Wir haben die Kollektion jedoch in vier Modelle neu geordnet, die Materialien und Größen angepasst usw. und Produkte mit besonderen Erlebnissen hinzugefügt. Zum Beispiel das Modell Mike Horn.“ Eines der erfolgreichsten dieser Modelle ist die Damenuhr Luminor Due. Er betonte außerdem den Lifestyle-Aspekt von Panerai.

Geboren 1964 in Frankreich. Nach seinem Abschluss an der Audencia Nantes Business School arbeitete er als Vertriebsleiter bei einem Lederwarenhersteller, bevor er zum LVMH-Konzern wechselte. Nach Stationen bei Givenchy trat er im Jahr 2000 in die Richemont-Gruppe ein. Nach seiner Tätigkeit als Vizepräsident bei Montblanc wechselte er 2011 zu Roger Dubuis. Im Februar 2012 wurde er CEO des Unternehmens und steigerte Umsatz und Markenimage deutlich. Seit dem 1. April 2018 bekleidet er seine jetzige Position. Er hat das Sortiment auf vier Kollektionen reduziert und arbeitet daran, neue Kundengruppen, insbesondere Frauen und junge Menschen, zu gewinnen.
„Die Genfer Boutique führte ein neues Konzept ein, ebenso wie die neu renovierte Boutique in Osaka. In der neuen Boutique können Kunden nun ein Einkaufserlebnis inmitten des italienischen Lebensstils genießen“, sagt Pontroué und fügt hinzu, dass diese Bemühungen die Kundschaft von Panerai deutlich verändert haben.
„Aktuell sind 75 % der Panerai-Kunden Neukunden. Lange Zeit hatte Panerai einen hohen Anteil an Bestandskunden. Wer eine Panerai kauft, wird Teil des Panerai-Ökosystems. Durch die Erweiterung des Modellangebots konnten wir jedoch neue Kunden gewinnen, insbesondere Frauen. Mit den neuen Durchmessern von 38 mm, 40 mm und 42 mm sind nun 25 % unserer Kunden weiblich. Wir haben aber auch junge Menschen, die sich für größere Uhren begeistern und zu unseren Neukunden geworden sind.“
Seine Meinung zur Größe ist eindeutig: „Der aktuelle Trend geht eindeutig zu kleineren Gehäusen. Doch selbst in diesem Umfeld erzielt Panerai mit seinen größeren Gehäusen die höchsten Verkaufszahlen. Es gibt heutzutage nur noch wenige Hersteller, die Gehäuse mit Durchmessern von 44 mm, 45 mm oder 47 mm wie Panerai fertigen. Panerai wird sich nicht von einem Trend leiten lassen und beispielsweise kein rundes Gehäuse einführen.“
Offenbar hatte er selbst schon Erfahrungen mit der geringen Größe gemacht.
„Viele der Kunden und Händler, die ich auf Veranstaltungen treffe, sind groß. Ich selbst trage hingegen ein 44-mm-Modell. Anfangs fand ich es zu groß, aber mittlerweile finde ich, es passt mir. Gleichzeitig dachte ich aber: ‚Ich mag den Panerai-Stil, aber würden Kunden, denen diese Größe zu groß ist, wirklich 1 Euro für eine Panerai ausgeben?‘ Deshalb habe ich mich entschieden, eine kleinere Größe herauszubringen und dabei den Panerai-Spirit beizubehalten. Ehrlich gesagt ist es nicht schwer, ein kleines Gehäuse zu entwerfen. Die Schwierigkeit liegt darin, den passenden Stil zu kreieren.“

Panerai besinnt sich 2023 auf seine Geschichte, um die Marke neu zu positionieren. Die neue PAM01349 ist ein Symbol dafür. Sie besticht durch gealterten Brunito-E-Stahl und ein kalifornisches Zifferblatt im Militärstil. Handaufzug (Kal. P.5000). 21 Steine. 21.600 Halbschwingungen pro Stunde. Gangreserve von ca. 192 Stunden. Edelstahlgehäuse (45 mm Durchmesser). Wasserdicht bis 100 m. Preis: 1.634.600 Yen (inkl. MwSt.).

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